Erdkröte gesucht

Der 2015 fertig gestellte Teich im Tegeler Forst. Leider präsentierte sich keine Erdkröte als Foto-Modell. Der 2015 fertig gestellte Teich im Tegeler Forst. Leider präsentierte sich keine Erdkröte als Foto-Modell. Foto: bek

Hermsdorf – Die grünen, kniehohen Begrenzungen weisen den Weg. Hier also, im Wald unweit des Hermsdorfer Damms, sollen jetzt im Frühjahr Erdkröten unterwegs sein, um ihren Laich im Wasser abzulegen und somit für eine neue Krötengeneration zu sorgen. Hübsch oder gar possierlich sind sie ja nicht gerade, die Kröten, wie wir sie von Bildern oder Naturdokus im Fernsehen kennen, aber jetzt wollen wir mal das eine oder andere Tierchen persönlich in Augenschein nehmen. Direkt hinter dem grünen Zäunchen, der verhindert, dass die Tiere über den Hermsdorfer Damm zum Tegeler Fließ spazieren und dabei den jämmerlichen Unfalltod erleiden, befinden sich alle paar Meter in den Boden eingelassene Eimer. Hier fallen wandernde Kröten hinein, um dann von Helfern des Naturschutzbundes (NABU), Bezirksgruppe Reinickendorf, in das für das Ablaichen bestimmte Gewässer gebracht zu werden.

Und das ist ein künstlich angelegter kleiner Teich im Tegeler Forst in Höhe der Waldfriedenstraße. Früher trugen die NABU-Mitarbeiter die Kröten über die vielbefahrene Straße ins Tegeler Fließ, seit dem Frühjahr 2015 ist das Ersatzbiotop nördlich des „Todesstreifens“ die „Laichdestination“ für die angehenden Kröteneltern. Die Tiere haben die Angewohnheit, zum Ablaichen dorthin zurückzukehren, wo sie einst selbst das Licht der Welt erblickt hatten, das ist bei Kröten nicht anders als bei Schildkröten oder auch Lachsen. Auf Schildkröten warten dann Haie, auf Lachse Braunbären. Erdkröten in Hermsdorf haben „nur“ Autos zu fürchten. In ein paar Jahren wird der Hermsdorfer Damm im Kröten-Gedächtnis aber ausgelöscht sein, die Amphibien werden zum Laichen nur noch an das Ersatzlaichbiotop wandern. Nach vier Jahren sind die Jungkröten geschlechtsreif und suchen dann zum Ablaichen das Gewässer auf, dem sie selbst entstammen.

BernieRedakteur Bernd Karkossa in vollem Körpereinsatz auf der Suche nach Kröten. Foto: fle

Beim RAZ-Explorerteam macht sich langsam Enttäuschung breit. Die Eimer sind leer, jetzt am frühen Nachmittag des 11. April. Und auch sonst keine Kröte weit und breit. Auch am Laichgewässer regt sich nichts. Nicht ein Geräusch ist zu hören, kein Gequake, nichts. „Kröten quaken auch nicht, die machen andere Geräusche“, klärt Inge Jünemann vom Umwelt- und Naturschutzamt auf. Aber wir sind zu spät, ist die Krötenwanderung 2017 etwa schon Geschichte? „Das wird wohl so sein“, sagt Friedrich Vopel, der am Krötenzaun wohnt und damit so ein bisschen der Krötenbeauftragte im NABU Reinickendorf ist, „auch wenn ich kein ausgewiesener Experte bin. Aber Erdkröten gehören wie die Grasfrösche zu den so genannten Explosivlaichern. Das geht dann ganz schnell und die Laichzeit ist schon wieder vorbei. Bei Grünfröschen dauert sie wesentlich länger.“ Und dass wir im Teich keine Kröten sichten konnten, liegt auch daran, dass die Tiere nur kurz zum Laichen hier Station machen und sich dann wieder in ihr eigentliches Territorium, den Wald, zurückziehen.

Neben vielleicht 100 Grasfröschen haben die NABU-Helfer in den letzten Wochen rund 1.000 Erdkröten ins neue Gewässer gesetzt. „Nur 1.000“, sagt Vopel. „In den vergangenen Jahren waren das viel mehr, wir sind etwas enttäuscht über die Menge.“ Aber die Erdkröte gehört nicht zu den gefährdeten Arten. Und 1.000 Expemplare sind sowieso eine Menge zur Nullnummer, die der RAZ vors Foto-Objektiv gekrochen ist. Vielleicht klappt es im nächsten Jahr. bek

Letzte Änderung am Freitag, 05 Mai 2017 08:49

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Meldungen kurz & knapp

Verkehr | Mobilität | Umwelt

Fahrbahn Buddestraße

Bezirk – Vom 18. September bis zum 16. Oktober wird die Fahrbahnfläche der Brunowstraße zwischen Buddestraße und Berliner Straße instand gesetzt. Während der Baumaßnahmen ist eine Vollsperrung der Brunowstraße auf dem genannten Abschnitt erforderlich. Autofahrer sowie die Buslinie 133 werden über die Buddestraße und Veitstraße zur Berliner Straße erfolgen. Die Baukosten betragen 96.894 Euro.  

Gesunder Schlaf

Märkisches Viertel – Schlafprobleme können auf lange Dauer für den Betroffenen sehr belastend sein. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Sorgen über Stress bis zu den Lebensgewohnheiten. Am 17. Oktober hält die Pädagogin und Therapeutin Rike Schulz von 18 bis 20 Uhr einen Vortrag zu dem Thema im Selbsthilfe- und Stadtteilzentrum Reinickendorf, Günter-Zelma-Haus, Eichhorster Weg 32, bei dem den Teilnehmern Übungen nahgebracht werden. Die Kosten betragen 3 Euro (ermäßigt 2 Euro). Weitere Infos und Anmeldung unter Tel. (030) 416 4842.  

Teilnahme bei der Aktion „Du und Dein Verein“

Bezirk – 1.000 gemeinnützige Vereine haben sich unter www.ing-diba.de/verein bei der Aktion „Du und Dein Verein“ registriert. Auch der BFC Alemannia ist dabei, und die Vereinsmitglieder hoffen, dass bis zum 7. Oktober genügend Stimmen zusammenkamen, damit der Verein eine Spende von 1.000 Euro erhält. Diese soll für neues Sportequipment für die Jugendmannschaften eingesetzt werden. Weitere Infos unter www.ing-diba.de/verein oder https://bfc-alemannia-1890.de  

Schettig setzt ein Zeichen

Reinickendorf – Der Fehlstart in die Kegel-Oberliga ist ausgebügelt, die Kegler der SG Alemannia/SCC/Amicitia landeten im zweiten Saisonspiel den ersten Sieg. Gegen den Außenseiter Rot-Gold war der Erfolg mit 3:0 Punkten und 3534:3452 Holz eindeutig. Alemannias Jüngster Oliver Schettig setzte mit 927 Holz bei 120 Wurf gleich ein deutliches Zeichen und war mit 26 Neunen auch Bester dieser Begegnung. Ihm am nächsten kam mit 903 Holz Bernd Krüger. Hier bahnt sich ein Generationswechsel an, der Mittdreißiger Schettig ist nur halb so alt wie der in den letzten Jahren unerreichte Krüger.  

Drei kommen durch

Bezirk – Die Fußballer der Füchse Berlin, Frohnauer SC und 1. FC Lübars haben den Sprung in die 3. Hauptrunde im Berliner Pilsner-Pokal geschafft. Ausgeschieden ist dagegen der Nordberliner SC mit einem 0:3 bei Eintracht Mahlsdorf. Die Füchse gewannen am vergangenen Sonnabend 6:0 bei der VSG Rahnsdorf, Philipp Trampisch, Tugay Adigüzel (2) und der eingewechselte Martin Urbanski (2) erzielten bei einem Rahnsdorfer Eigentor die Treffer. Der Frohnauer SC setzte sich am Sonntag nach Toren von Adrian Domke, Dustin Gundlach (je 2), Sebastian Lemgau und Trevor Winkelmann mit 6:2 gegen den SV Schmöckwitz-Eichwalde durch. Und auch der 1. FC Lübars steht nach einem 3:1 bei Stern Kaulsdorf (Lukas Longardt, Andre Runau und Markus Ring trafen) in der Runde der letzten 32, die am 4./5. November ausgetragen wird.  

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