Die Thaiboxer von Tegel

Bergers ganzer Stolz: der Ultifighter, eine Trainingsmaschine für Thai- und Kickboxer. Bergers ganzer Stolz: der Ultifighter, eine Trainingsmaschine für Thai- und Kickboxer. Foto: bek

Tegel – An der Berliner Straße laufen Menschen mit Einkaufstüten über den Gehweg, das ist das gängige Bild, das man von der belebten Straße im Sinn hat. Im Haus Nummer 13 aber passieren andere Dinge, hier gehen keine Waren über einen Ladentisch, sondern fliegen die Fäuste. In der ersten und zweiten Etage wird Kampfsport geübt, gleich hinter einer Stahltür fällt der Blick auf einen kleinen Boxring, in dem schon um die Mittagszeit ein paar Jungs mit Boxhandschuhen trainieren.

Seit Anfang 2016 betreibt Thomas Berger hier das Sok Chai Gym Berlin, rund 200 Sportler gehen ein und aus. Trainiert wird Muaythai, das traditionelle Thai- Boxen, herkömmliches Boxen und MMA. MMA steht für Mixed Martial Arts, eine in Europa ziemlich neue Kampfsportrichtung, bei der die Kämpfer alle Kampfdistanzen, das Treten, Schlagen, Clinchen, Werfen und den Bodenkampf in einem Vollkontaktsport vereinen. Schlag- und Tritttechniken des Boxens, Kickboxens, Taekwondo, Muay Thai, Karate werden mit Bodenkampf- und Ringtechniken des Brazilian Jiu-Jitsu, Ringen, Judo und Techniken aus anderen Kampfkünsten kombiniert.

Der 49-Jährige Berger betrieb seine Kampfsportschule in Moabit, ehe er in der Berliner Straße seine neuen Räume bezog. Berger, der inzwischen auch in Tegel wohnt, spielte früher Fußball für den Moabiter Traditionsverein Minerva 93, aber ein Faible für Kampfsport hatte er schon immer. Seine Karriere als aktiver Sportler war eher überschaubar, das Trainerdasein lag ihm mehr. Er legte Prüfungen ab, die der Muaythai Bund Deutschland (M.T.B.D.) abnimmt. Mehrere Diplome hängen an der Wand. Seit einigen Jahren wird der bekennende Buddhist von Maureen Schmidt unterstützt, auch die 40-Jährige hat den Trainerschein und bietet unter anderem Muaythai-Kurse für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren an. Die Wittenauerin kommt vom Judo, lernte vor mehr als 20 Jahren Thomas Berger kennen, und seitdem machen sie gemeinsame Sache. Weitere Trainer sind Karataev Magomed (MMA) und Jude Morta (Boxen).

Raz November2017 1 Thaiboxen Eingangsbereich mit RingDas Kampfsportzentrum Sok Chai Gym Berlin in der Berliner Straße Foto: bek

Berger hat einige Talente zu sportlichen Erfolgen geführt. Daniel Tex etwa war mehrfacher Deutscher Meister und hat sogar einen Europameistertitel im Thai-Boxen geholt. Der inzwischen 26-Jährige hat seine Karriere aber beendet, „er ist beruflich bei der Polizei eingespannt“, so Berger. Michael Lorenz hat er ebenfalls zum Deutschen Meister gemacht. Er trainiert aber nicht mehr im Sok Chai, sondern ist in ein anderes Gym gewechselt.

Das Sok Chai Gym ist gut ausgerüstet und bietet auf rund 500 Quadratmetern eine Menge Platz. Es gibt einen Kampfsportkäfig, etliche Boxsäcke und dann zeigt Thomas Berger seinen ganzen Stolz: den Ultifighter, eine Trainingsmaschine für Thaiboxer. „Die hat 12.000 Euro gekostet“, sagt Berger. Wer nun glaubt, hier werden unkontrollierbare Kampfmaschinen gezüchtet, die dann draußen ihr Mütchen kühlen, der liegt daneben. „Wir legen auch Wert auf eine positive Persönlichkeitsentwicklung. Wer sich danebenbenimmt, und ich höre davon, der fliegt raus.“ bek

Letzte Änderung am Donnerstag, 09 November 2017 17:01

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Meldungen kurz & knapp

Sport | Vereine | Gesundheit

15- bis 25-Jährige für ein Tanzprojekt gesucht 

Märkisches Viertel – Die Faster-Than-Light-Dance-Company (FTL) bringt eine neue Tanzproduktion auf die Bühne. Für das Projekt „Frühlings Erwachen“ beginnen am 10. Februar die Proben. Mitmachen kann jeder, der Spaß an der Bewegung hat – ohne Aufnahmeprüfungen, Auditions oder Castings. Volker Eisenach, Choreograph und künstlerischer Leiter. „Die Choreographien sind für jeden erlernbar – egal ob Junge oder Mädchen, dick oder dünn, tanzerfahren oder Tanzneuling!“ Tänzer zwischen 15 und 25 Jahren sollten sich das nicht entgehen lassen. „Frühlings Erwachen“ wird am 23. und 24. März auf der Bühne des Fontane-Hauses zu sehen sein. Anmeldung und Infos unter Tel. (030) 50 91 44 48 oder per Mail an info@ftl-online.com

Niederlage zum Auftakt 

Hermsdorf – Der Start ins neue Jahr ging für die Basketballer des VfB Hermsdorf daneben. Im ersten Spiel 2017 unterlagen die Schützlinge von Trainer Christian Bathelt der BG 2000 mit 57:67 und belegen mit nur zwei Siegen aus 13 Partien weiter den vorletzten Platz in der Tabelle der 2. Regionalliga Ost. Die Hermsdorfer verschliefen das erste Viertel, lagen nach zehn Minuten 8:16 zurück. Zur Halbzeit (32:36) und auch nach dem dritten Viertel (48:52) waren sie bis auf vier Punkte dran, aber der Tabellendritte hatte das bessere Ende für sich. Beste Werfer für den VfB waren Justus Ramme (15), Jan-Eric Thie (11) und Felix Carels (10). Am kommenden Sonnabend steht für den VfB beim Tabellenvierten USV Halle die nächste schwierige Aufgabe an.

Austauschen und informieren 

Reinickendorf – Zu einem Jour Fixe, einem Austausch- und Informationstreffen, laden der Verein Selbstbestimmtes Wohnen im Alter (SWA e.V.) und die Kontaktstellen PflegeEngagement (KPE) am Mittwoch, 17. Januar, ein. Es werden Themen rund um ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz erörtert. Angehörige, Rechtsbetreuer, Interessierte und ehrenamtlich Engagierte sind eingeladen, an dieser kostenfreien Veranstaltung teilzunehmen. Sie dauert von 15 bis 17 Uhr und findet im Betreuungsverein des Humanistischen Verbandes Deutschland (HVD) Reinickendorf, Alt-Reinickendorf 7, statt. Besprochen werden dann unter anderem die Unterschiede zwischen einer Wohngemeinschaft, Betreutem Wohnen und Pflegeheimen, die Kosten und Finanzierung des Lebens in einer Wohngemeinschaft, der Alltag in einer Wohngemeinschaft und die Rolle der Angehörigen in einer Wohngemeinschaft. Weitere Informationen und Anmeldungen unter www.swa-berlin.de oder Tel. (030) 61 09 37 71.

Vortragsreihe 

Hermsdorf – Das Dominikus-Krankenhaus startet im Januar mit einer Veranstaltungsreihe zu medizinischen Themen. Ärzte, Pfleger und Therapeuten informieren über Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten. Anschließend können die Zuhörer mit den Referenten ins Gespräch kommen. Die kostenfreien Veranstaltungen finden im Dominikus-Saal, Kurhausstraße 30, statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Am Montag, 15. Januar, spricht Chefarzt Dr. Christian Nitzsche ab 17 Uhr zum Thema „Brauchen wir noch das Röntgen?“

Knie-Spezialist in China 

Hermsdorf – Dr. med. Dirk Flachsmeyer, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie des Dominikus-Krankenhauses besuchte im November für drei Tage China, um dort beim zweitgrößten Ortho-Unfall-Kongress der Welt in Zhuhai einen Vortrag über Knieendoprothetik zu halten. Deutschland war in diesem Jahr Gastland des Kongresses. Der Besuch in China ist allerdings keine Seltenheit für Dr. Flachsmeyer, denn er reist bereits seit Jahren regelmäßig dorthin, um Ärzte auf dem Gebiet der Endoprothetik anzuleiten und fortzubilden. Besuch aus Saudi-Arabien hingegen erhielt der Chefarzt am 8. November. Dr. Flachsmeyer empfing zwei Ärzte, die ihm bei zwei Operationen assistierten. Das Gesundheitssystem in Saudi-Arabien verfügt über modernste Technologien und Spezialisten. Austauschprogramme oder solche Hospitationen sind dort Teil der Ausbildung, dienen aber auch zum Erfahrungsaustausch.

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