Mehr Selbstbewusstsein

Dominik Krüger (l.) hat einst selbst bei Tanya Pieper die ersten Stunden in Selbstverteidigung absolviert. Mittlerweile ist der 28-Jährige Sport- und Fitnesskaufmann und Trainer. Obwohl der Mann den 2. Dan trägt, heizt ihm Trainingspartnerin Sharina ganz schön ein. Dominik Krüger (l.) hat einst selbst bei Tanya Pieper die ersten Stunden in Selbstverteidigung absolviert. Mittlerweile ist der 28-Jährige Sport- und Fitnesskaufmann und Trainer. Obwohl der Mann den 2. Dan trägt, heizt ihm Trainingspartnerin Sharina ganz schön ein. Foto: star

Lübars – Ihre Eltern hätten es gern gesehen, wenn Tanya Pieper als Kind zum Judo gegangen wäre. Sportlich war sie, „aber total schüchtern“. So entschied sie sich fürs Leistungsturnen und nach dem Abitur für ein Studium der Sportwissenschaften. Erst da – im Alter von 22 Jahren – hat sie ein Kommilitone mal zum Kampfsport mitgenommen. „Der war sich absolut sicher, dass das für mich der richtige Sport ist“, erzählt Tanya Pieper. Der Mann hatte Recht. Heute ist Pieper 48 Jahre alt und hat sich mit dem Kampfsport einen Lebenstraum erfüllt: Gemeinsam mit dem Studienkollegen von einst leitet sie heute die Sportschule Randori-Pro am Zabel-Krüger-Damm in Lübars.

Bis heute sei der Kampfsport eher eine Männerdomäne, sagt Pieper. Aber es kämen mehr und mehr Frauen, die sich für Kickboxen, Jiu Jitsu oder Karate interessierten. Und für Selbstverteidigung. Pieper deutet auf den Dojo, wie die Übungshalle bei den Kampfsportlern genannt wird. Obwohl das Thermometer an diesem Abend noch auf 25 Grad Celsius steht, ist der große Raum gut gefüllt: Um die 30 Teilnehmer sind zum Selbstverteidigungstraining gekommen. Männer verschiedenen Alters, aber ebenso eine ganze Reihe junger Mädchen. Selbstverteidigung liegt im Trend. „Weil hier verschiedene Kampfsportarten miteinander verknüpft werden“, sagt Tanya Pieper. In ihrer Schule sind es vornehmlich Elemente des Budo und des Jiu Jitsu. „Und beim Jiu Jitsu fließen ja auch Techniken aus dem Judo, dem Karate oder dem Aikido mit ein“, erklärt die Sportwissenschaftlerin.

Was aus ihrer Sicht die Selbstverteidigung so attraktiv macht? „Da werden alle motorischen Grundeigenschaften vermittelt – und darum geht es ja: Wir wollen die Leute fit machen.“ Ausdauer und Kraft, das sei es, was vornehmlich trainiert werde. „Wer körperlich fit ist, agiert auch selbstbewusst“, betont die 48-Jährige. Dadurch werde man fast automatisch weniger zum Ziel von Angriffen und Übergriffen, ist sie überzeugt. „Aber wir wollen unseren Schülern kein falsches, kein übersteigertes Selbstbewusstsein antrainieren“, unterstreicht die dynamische Sportlerin mit dem Kurzhaarschnitt. Denn ein Sportler könne noch so gut sein – eine absolute Sicherheit, sich in einer Gefahrensituation erfolgreich verteidigen zu können, gebe es nicht. „Das hängt von so vielen Faktoren ab.“ Wichtig sei aber, „dass die Schüler lernen, sich durchzubeißen“. Für viele Frauen sei es anfangs ungewohnt, beim Selbstverteidigungstraining zur Angreiferin zu werden. „Das weicht ab von der üblichen sozialen Rolle der Frau, wenn sie einem Mann zum Beispiel um den Hals fasst“, sagt Pieper. Wenn auch bei den Übungseinheiten vielleicht nicht mit letzter Härte zugepackt wird: Wenn sich da gegenseitig auf die Matte gelegt wird – das geht schon ganz schön zur Sache. Da ist es auch nicht ungewöhnlich, dass eine junge Frau einen kräftigen Mann mit gekonnten Bewegungen in die Knie zwingt. Welche körperlichen Voraussetzungen dafür nötig sind? Tanya Pieper lacht: „Spaß an der Bewegung – das ist das Wichtigste. Und gute Laune.“ star

Letzte Änderung am Freitag, 26 Mai 2017 10:13

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