Fußball-Devotionalien

Sascha Zäpernick mit dem Schal, der nie zum Tragen kam. Sascha Zäpernick mit dem Schal, der nie zum Tragen kam. Foto: Privat

Borsigwalde – Stolz hält Sascha Zäpernick einen Schal in die Höhe, schwarz-gelb, Borussia Dortmund also. „Und, fällt Dir was auf an diesem Schal?“, fragt der Borsigwalder mit leiser Hinterlist in der Stimme. „Nö wieso, was soll damit sein?“ Zäpernick triumphiert: „Hier steht: Borussia Dortmund, DFB-Pokalsieger 2015. Aber da hat der VfL Wolfsburg das Finale gegen Dortmund gewonnen.“ Ertappt, als Fußballfan sollte man das eigentlich parat haben. Ein Fanartikel-Hersteller hat eine Menge dieser Schals produzieren lassen, mit der Hoffnung auf finanziellen Reibach nach einem Dortmunder Sieg und war mit einem vollbeladenen LKW am 30. Mai 2015 zum Berliner Olympiastadion getuckert. Pech für ihn, dass Fußball bisweilen eben doch nicht vorhersagbar ist. Wolfsburg siegte 3:1, der Verkäufer blieb auf den Schals sitzen. Aber Sascha Zäpernick hatte einen Tipp bekommen über den Standort des LKW, er fragte an, ob er einen Posten haben könnte. Und gelangte so in den Besitz der Schals.

Sie sind nicht die einzigen Raritäten, die der 44-Jährige im Lauf der Jahre erworben hat. Rund 1.000 Schals, 5.000 Wimpel, 30.000 Pins und Nadeln, 500 Sportgläser, 200 Trikots und anderes mehr nennt er sein eigen. Inzwischen ist es so viel, dass der Inhaber der Security-Firma „planaus“ zusätzlich zu seinem kleinen Büro im großen Bürohaus in der Breitenbachstraße 10 einen weiteren Raum angemietet hat, um die Devotionalien unterzubringen. Viermal im Jahr veranstaltet Zäpernick dazu eine Sammlerbörse in Berlin mit Händlern aus ganz Deutschland und vereinzelt auch aus dem Ausland. Die nächste Börse in Reinickendorf findet am 3. Juni im Fontane-Haus im Märkischen Viertel statt, eine weitere am 9. September in den Tegeler Seeterrassen (jeweils von 9 bis 14 Uhr).

Dazu ist er bei Hallenturnieren in Berlin mit einem Stand vertreten. „Aber auch auf anderen Börsen in Deutschland, ich war schon in Frankfurt am Main, im Bremer Weserstadion, in Erftstadt auf der größten Fußball-Sammlerbörse Europas und in Leipzig.“ Zäpernick arbeitet mit verschiedenen Sportverbänden (Berliner Fußball Verband, Berlin-Liga-AG und Landesliga-AG) und Sportvereinen (Viktoria 89, SV Empor, 1. FC Wilmersdorf, BFC Preussen, Falkensee-Finkenkrug, Tennis Borussia und Füchse Berlin) zusammen. Bei den Füchsen ist der Fußballfan seit vielen Jahren Mitglied.

25.000 Panini-Klebebildchen hat er auch noch. Man muss schon eine kleine Macke haben, wenn man mit solchem Eifer seiner Sammelleidenschaft nachgeht, oder? „Nein, eine große“, lacht Zäpernick und greift in den nächsten Karton. Jetzt hat er einen Wimpel in der Hand. Von 1974, „zehn Stück sind damals für die Funktionäre gefertigt worden, die die WM nach Deutschland geholt haben.“ Schon mit 16 Jahren hat er beim damaligen Eishockey-Bundesligisten BSC Preussen Fanartikel verkauft, seit sieben, acht Jahren hat er seine Sammler-Aktivitäten intensiviert. Den BSC Preussen gibt es schon lange nicht mehr, ebenso wenig wie den SC Preußen Wilmersdorf, von dem der Borsigwalder natürlich auch einen Wimpel hat.

Inzwischen ist er in der Sammlerszene so bekannt, dass andere Sammler auf ihn zukommen. „Da bekomme ich viel angeboten, kürzlich rief einer an, der wollte seine Sammlung von rund 3.000 Devotionalen des FC Bayern München auflösen. Mal sehen, was ich davon gebrauchen kann.“

Seine Bekanntheit in Fußballfan-Kreisen rührt auch von seinem eigentlichen Broterwerb her. Seit mehr als 20 Jahren ist der frühere Verwaltungsbeamte („das war mir zu langweilig“) im Security-Bereich tätig, früher auch bei Hertha BSC. 1999 gründete er seine Firma „planaus“, die Objektschutz ebenso übernimmt wie „leichten Personenschutz“ (also ohne Waffen). Er hat den Modezar Gianni Versace bewacht, Harald Juhnke gehörte einst zu seinen Kunden, sogar Michael Jackson. Der frühere Kickbox-Weltmeister Michael Kuhr war einer seiner Kampfsportlehrer. Aber Zäpernicks großes Hobby sind die Fanartikel. Wer darüber noch mehr erfahren will, sollte mal im Internet auf die Seite www.fanartikel-sportboerse.de klicken. bek

Letzte Änderung am Freitag, 05 Mai 2017 08:55

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Meldungen kurz & knapp

Sport | Vereine | Gesundheit

Preisverleihung „Gold für Frauen“

Bezirk – Mitte November wurde der Ruder-Club Tegelort von Sportstadtrat Tobias Dollase mit dem „Gold für Frauen“-Preis ausgezeichnet. Die Wahl der Jury fiel einstimmig aus, da der Verein durch eine Vielzahl von Aktivitäten gezeigt hat, wie wichtig ihm die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern im Vorstand ist. Zur Jury gehörten neben Dollase auch Kirsten Ulrich, Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung im Landessportbund Berlin, die Reinickendorfer Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Kowas sowie der Vorsitzende des Sportausschusses Detlef Trappe.

Kurt-Belling-Flutlichtpokal

Heiligensee – Ende November traten auf der Sportanlage am Elchdamm beim Kurt-Belling-Flutlichtpokal junge Fußballer der F-, E- und D-Jugend gegeneinander an. Das Turnier wurde vom Nordberliner SC ausgerichtet. Sieger der F- und E-Jugend waren die Reinickendorfer Füchse. Bei der D-Jugend siegte der Frohnauer SC. Der CDU-Abgeordnete Stephan Schmidt, der die Pokale gestiftet hat, übergab diese zusammen mit dem Vorsitzenden des Reinickendorfer BVV-Sportausschusses Detlef Trappe.

Übungsleiter dringend gesucht

Wittenau – Der TSV Wittenau sucht aktuell verschiedene Übungsleiter für den Gesundheits- und Rehabilitationssport auf Honorarbasis, dauerhaft oder sporadisch als Vertretung. Interessenten können sich per E-Mail unter info@tsv-berlin-wittenau.de an den Verein wenden. Bitte Qualifikationen, Honorarvorstellungen sowie mögliche Einsatzzeiten mit angeben. Die Trainigsangebote des TSV Wittenau sind breit gefächtert, angeboten werden unter anderem Kurse bei Beschwerden im Bewegungsapparat, bei Herzbeschwerden sowie Orthopädische Gymnastik im Wasser.

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