Kuchen und Bier zum Finale

Mit vollem Einsatz: Der Hermsdorfer Jan-Eric Thie zieht zum Korb. Mit vollem Einsatz: Der Hermsdorfer Jan-Eric Thie zieht zum Korb. Foto: bek

Hermsdorf – Das Saisonfinale geriet zum echten Krimi. 17 Sekunden standen noch auf der Uhr in der Partie der 2. Basketball-Regionalliga Ost zwischen dem VfB Hermsdorf und den SBB Baskets Wolmirstedt, als Tobias Grauel zum Korb zog und gefoult wurde. 74:74 lautete der Spielstand, Grauel, der lange wegen einer Augenverletzung nicht dabei war und erst in den letzten Spielen wieder zum Einsatz kam, erhielt zwei Freiwürfe zugesprochen. Er traf den ersten, Hermsdorf ging 75:74 in Führung, der zweite sprang zurück ins Feld. Wolmirstedt kam an den Ball – und hatte die Chance, das Spiel noch zu gewinnen, aber der VfB eroberte das Spielgerät zurück. Drei Sekunden noch, die Gäste in der Halle an der Place Molière gingen in direkte Manndeckung über, aber Armin Willemsen schnappte sich den Ball und ließ ihn sich in der Kürze der Zeit nicht mehr abnehmen.

Der 75:74-Sieg machte die Hermsdorfer happy, sie stießen in der Endabrechnung noch auf den vierten Tabellenplatz vor – aber es ärgerte die Gäste. Die wären bei einem eigenen Sieg nämlich Vierter geworden und man hatte sich insgeheim noch Hoffnungen gemacht, durch die Hintertür in die 1. Regionalliga zu schlüpfen. Denn die drei Erstplatzierten (Tiergarten ISC, SSC Südwest und DBV Charlottenburg) hatten signalisiert, ihr Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen zu wollen. Auch Hermsdorf will nicht. „Vielleicht in zwei, drei Jahren“, sagte Spielertrainer Marius Huth, „aber zurzeit haben wir an der 1. Regionalliga kein Interesse.“ Zu teuer für den VfB.

Wolmirstedt würde schon gern, man hat einen finanzkräftigen Sponsor, doch als Fünftplatzierter haben sie keine Chance, da macht der Verband nicht mit, auch wenn die ersten Vier sich verweigern. „Aber in der nächsten Saison wollen wir hoch“, sagte deren Trainer Michael Opitz. Der 42-Jährige kommt aus Spandau, in seinen ersten Jahren als Trainer war er bei den Basketballern der Wasserfreunde 04 und Verbandscoach in Berlin. Seit einigen Jahren ist er in Sachsen-Anhalt engagiert, vor seinem Engagement in Wolmirstedt bei den Aschersleben Tigers. Hauptberuflich. „In Sachsen-Anhalt kann man vom Basketball leben.“ In Hermsdorf nicht, hier ist Basketball allenfalls ein abendfüllendes Hobby.

Aber seine beiden besten Spieler hatte Opitz nicht dabei, „die sind schon im Urlaub.“ Es war ein Spiel auf Messers Schneide, nicht immer schön anzusehen, aber immer eng. „Die Partie hat mehr von der Spannung gelebt als von spielerischen Highlights“, sagte auch Marius Huth. „Wir haben in den letzten Wochen schon besser gespielt.“ Am 1. April etwa, da setzte sich Hermsdorf überraschend mit 90:78 beim Meister Tiergarten ISC 99 durch – und das war kein Aprilscherz, sondern eine ganz starke Leistung. Gegen Wolmirstedt war Willemsen der Matchwinner, er erzielte 30 Punkte. Für Spaß in der Kabine sorgte dann ein anderer: Marcus Neitzke, der nach Brandenburg umzieht und sein letztes Spiel für den VfB machte. „Es gibt gleich Kuchen und Bier“, so Huth. Eine seltsame Kombination, aber Basketballer sind eben ein eigenes „Völkchen“. bek

Letzte Änderung am Donnerstag, 13 April 2017 09:51

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