Ein Ehepaar auf der Trainerbank

Anerkennung aus Dresden: Für die Ausrichtung des 2. Berlin-Cups Anfang Februar in  Glienicke wurden Katja und Rainer Lux mit einem Präsentkorb beschenkt. Anerkennung aus Dresden: Für die Ausrichtung des 2. Berlin-Cups Anfang Februar in Glienicke wurden Katja und Rainer Lux mit einem Präsentkorb beschenkt. Foto: bek

Lübars – Nicht immer sind Katja und Rainer Lux ein Herz und eine Seele. Etwa wenn die Vereine Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München spielt. Dann drückt Katja den Gelb-Schwarzen die Daumen, während Rainers Herz eher für die Roten von der Isar schlägt. Aber lange währen die Unstimmigkeiten nicht bei dem Ehepaar. Nach dem Schlusspfiff sind jedwede Animositäten vergessen. „Eigentlich liegen wir auf einer Wellenlänge, was den Fußball angeht“, sagt der 50-jährige Rainer Lux, der sieben Jahre älter ist als seine Ehefrau.

Aber ungewöhnlich ist das schon, was beide zusammen auf die Beine stellen. Gemeinsam trainieren sie die U15-Fußballerinnen des 1. FC Lübars. Gleichberechtigt, als Ehepaar. Eine solche Konstellation sieht man sicher nicht allzu oft – wenn es das überhaupt irgendwo ein zweites Mal gibt. Eher ist das unwahrscheinlich. Aber Katja und Rainer machen das schon länger und ergänzen sich hervorragend. „Wir haben unterschiedliche Meinungen, klar. Dann diskutieren wir über Aufstellungen, darüber, ob ein Mädchen, das unserem Verein beitreten will, auch charakterlich passt, und kommen zu einem Konsens“, sagt Katja.

Beide haben früher selbst erfolgreich gespielt, Katja wurde vier Mal Berliner Meisterin, zweimal in der Jugend mit dem MSV Normannia 08, zweimal im Erwachsenenbereich mit den Frauen des 1. FC Lübars. Rainers erste Station war Meteor 06 im Wedding, hier spielte er im Nachwuchs in einer Mannschaft mit Thomas Häßler zusammen. Der Weltmeister 1990 ist bekanntlich zurück in Berlin und trainiert nun den Achtligisten Club Italia, „aber seit damals als Thomas wegging, haben wir keinen Kontakt mehr.“

Rainer Lux reüssierte als Stürmer beim Weddinger FC, spielte dann für Viktoria 89, ehe er bei Normannia 08 im Märkischen Viertel seine Karriere als Spieler ausklingen ließ. Er übernahm als Coach Normannias B-Junioren, ging daraufhin als Jugendtrainer zu dem Verein Concordia Wittenau, wo seine spätere Frau schon als Trainerin tätig war. Zusammen waren sie hier erstmals für die D-Junioren zuständig. Es sollte nicht das letzte Mal sein.

Ihre gemeinsame Tochter Vanessa wechselte von Wittenau zum 1. FC Union. Rainer Lux folgte ihr, „ich wollte nicht, dass sie immer vom Training abends von Köpenick mit der S-Bahn zurück nach Reinickendorf fahren muss. Da habe ich den Taxidienst übernommen.“ Nicht nur den, nach einem Jahr coachte er das Team seiner Tochter, führte die Mannschaft zu Berliner Meisterschaft der C-Juniorinnen auf dem Feld und in der Halle, zur Futsal-Meisterschaft und zum Pokalsieg. Katja trainierte zu der Zeit die älteren B-Juniorinnen bei Union. Dann kehrten sie in den Norden zurück und übernahmen zusammen die C-Juniorinnen des 1. FC Lübars.

Mit durchschlagendem Erfolg. Seit anderthalb Jahren sind die Mädels ungeschlagen, sie stiegen von der Landesliga in die Verbandsliga auf, feierten hier die Herbstmeisterschaft und holten vor zehn Tagen auch den Meistertitel in der Halle. Im Finale setzten sie sich im Sechsmeterschießen mit 4:2 durch. Gegen wen? Natürlich gegen den 1. FC Union!

Familie Lux ist sportlich eben einfach gut drauf. Vanessa spielt inzwischen für Blau Weiß Hohen Neuendorf in der 2. Frauen-Bundesliga, der 17-jährige Sohn Patrick wechselt im kommenden Sommer von Viktoria 89 zum A-Jugend-Bundesligisten Eintracht Braunschweig. Nur der älteste Sohn Florian fällt etwas aus dem Rahmen. „Er hat schon zwei Kinder, aber mit Fußball hat Florian nichts am Hut“, sagt Rainer Lux. Seltsam, oder? Was genau da schiefgelaufen ist, das können die Eltern auch nicht sagen… bek

Letzte Änderung am Montag, 27 Februar 2017 15:43

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