Missstände in Krankenhäusern?

Stadtrat Uwe Brockhausen Stadtrat Uwe Brockhausen Foto: fle

Bezirk – Wie gut sind die Kranken im Bezirk versorgt? Wie geht es den Mitarbeitern der Kranken- und Pflegehäuser? Und in welchem Umfang treffen die Erkenntnisse des neuen Gesundheitsatlas des Dachverbandes der Betriebskrankenkassen auf Reinickendorfer Kliniken und deren Mitarbeiter zu? Diesen und weiteren Fragen stellte sich Gesundheitsstadtrat Uwe Brockhausen bei einer Großen Anfrage in der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung.

Der Gesundheitsatlas nimmt die ganze Bundesrepublik in den Fokus. „Dennoch kann man davon ausgehen, dass die Ergebnisse auch im Wesentlichen Gültigkeit für die Beschäftigten im Bezirk haben“, erklärt Brockhausen. Dabei weisen die Beschäftigten der Altenpflege und der Gesundheits und Krankenpflege hohe Anteile mit schlechter Arbeitsfähigkeit auf.

„Uns ist seit vielen Jahren bekannt, dass das Gesundheitswesen optimiert und Arbeitsbedingungen verbessert werden müssen“, sagt der Stadtrat. Probleme lägen in unzureichender Personalausstattung, Facharbeitermangel, Arbeitsbedingungen, in der Bezahlung und Wertschätzung.

Auf die Frage nach Missständen in Reinickendorfer Kliniken antwortete er: „Das Gesundheitsamt verzeichnet neben Beschwerden zur Reinigung und Hygienefehlern auch Kritik an mangelhafter Kommunikation.“

Ein großes Problem sei die Belastung der Rettungsstellen: Sowohl die Rettungsstelle im Humboldt-Klinikum als auch die des Dominikus-Krankenhauses arbeiten den Standards entsprechend nach dem System, bei dem für alle Patienten eine Einschätzung der Dringlichkeit festgelegt wird, wie schnell der Erstkontakt zu einem Arzt hergestellt sein muss. „Insbesondere die Belastung im Humboldt-Klinikum ist bereits mehrfach thematisiert worden“, erklärt Brockhausen.

Im Dominikus-Krankenhaus ist schon 2015 durch die neue Rettungsstelle und den Ambulanzneubau einiges verändert worden: Das Krankenhaus hat auf eine moderne Notfallversorgung und den intensivmedizinischen Schwerpunkt gesetzt. Allerdings seien die beiden Rettungsstellen im Hinblick auf das Patientenaufkommen nicht vergleichbar.

Zu Patientenverwechslungen: „Das Humboldt-Klinikum gibt an, dass es keine Statistiken führt und keine Auskunft geben kann“, sagt Brockhausen. „Das Dominikus-Krankenhaus hat umfangreiche Maßnahmen umgesetzt, um Verwechslungen zu vermeiden. Es gab keine Verwechslung, die zu einem Schaden geführt hat.“

In den letzten Jahren erhielt das Bezirksamt pro Jahr vier bis fünf Hinweise auf Mängel in beiden Kliniken – überwiegend in Bezug auf Hygiene. Brockhausen ergänzt: „Es erfolgt eine Begehung des betroffenen Bereiches durch die zuständigen Gesundheitsaufseherinnen oder ärztliches Personal.“ Je nach festgestellten Mängeln würden konkrete Handlungsanweisungen ausgesprochen; zudem erfolgen kurzfristige unangemeldete Nachkontrollen.

„Hier kann kein Bereich der Kliniken beispielhaft erwähnt werden, die Beschwerden verteilen sich zufällig“, erklärt Uwe Brockhausen. „Die Zusammenarbeit mit den Kliniken verläuft reibungslos, bemängelte Umstände sind oft Anlass für strukturelle Verbesserungen“, fügt er abschließend hinzu. fle

Letzte Änderung am Donnerstag, 09 November 2017 17:13

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Meldungen kurz & knapp

Politik | Wirtschaft | Recht

Neuer Biomarkt in Frohnau

Frohnau – Wer die Mitarbeiter vom Naturkostenladen Biotop Frohnau vermisst hat, kann sich auf ein Wiedersehen freuen. Das gesamte Team vom Biotop Frohnau, Teil des Integrationsbetriebs von Mosaik Services, ist von dem Unternehmen Alnatura übernommen worden. Unweit des alten Geschäftslokals im S-Bahnhof Frohnau hat Alnatura am 2. November am Ludolfinger Platz einen Bio-Supermarkt eröffnet. Auf einer Verkaufsfläche von rund 564 Quadratmetern wird ein umfang- und abwechslungsreiches Bio- Sortiment angeboten, darunter viele Produkte aus Berlin und Brandenburg. An der Café- Bar gibt es Heißgetränke und Bio-Snacks. Der Markt hat Montag bis Samstag von 8 bis 20 Uhr geöffnet.

Integrationspreis heißt ab 2018 Andreas-Höhne-Preis

Bezirk – Bürgerschaftliches Engagement im Bereich der Integration wird vom Bezirksamt alle zwei Jahre mit dem Integrationspreis geehrt. Im nächsten Jahr wird dieser Preis erstmalig als „Andreas-Höhne-Preis“ ausgelobt. Der 2015 mit 57 Jahren verstorbene ehemalige Stadtrat Andreas Höhne hatte sich besonders für die Teilhabe und Integration von Einwohnern mit Migrationshintergrund und von Menschen mit Fluchterfahrung eingesetzt. Mit der Umbenennung des Integrationspreises möchte der Bezirk dieses herausragende Engagement würdigen.

Bürgeraustausch mit Katina Schubert

Bezirk – Die Linke-Politikerin Katina Schubert bietet auch diesen Monat einige Bürgersprechstunden in ihrem Bürgerbüro Fuxxbau, Senftenberger Ring 44d, an. Die nächsten Termine finden am 22. und 29. November jeweils von 10 bis 11 Uhr, am 4. Dezember von 17.30 bis 18.30 Uhr sowie am 12. Dezember von 11 bis 12 Uhr statt. Interessierte Reinickendorfer können sich per Mail an wkb.schubert@linksfraktion.berlin für einen Sprechstundenbesuch anmelden.

Mit Alexander Ewers und Bettina König sprechen

Reinickendorf – Zusammen ist man weniger alleine. Das hat sich die SPD-Abgeordnete Bettina König gedacht und holt sich für ihre nächste Sprechstunde am 13. November von 16.30 bis 18.30 Uhr Verstärkung vom jugendpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion Reinickendorf, Alexander Ewers. Die Sprechstunde findet in ihrem Bürgerbüro in der Amendestraße 104 statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Emine Demirbüken-Wegner vor Ort in Reinickendorf-Ost

Reinickendorf – Am 18. November ist die CDU-Abgeordnete Emine Demirbüken-Wegner wieder in ihrem Wahlkreis unterwegs. Ab 10 Uhr steht sie interessierten Bürgerinnen und Bürgern in der Gotthardstraße vor dem Einkaufszentrum Rede und Antwort. Ab 11 Uhr können Themen oder Fragen im Mellerbogen vor Edeka besprochen werden und von 12 bis 13 Uhr wird sie in der Ollenhauer Straße vor Kaufland anzutreffen sein. Der Bezirksverordnete Harald Muschner wird von 10 bis 13 Uhr vor dem Einkaufszentrum Der Clou direkt am Kurt-Schumacher-Platz mit Reinickendorferinnen und Reinickendorfern ins Gespräch kommen.

Volksbegehren zur Videoüberwachung

Heiligensee – Gemeinsam mit dem SPD-Politiker Heinz Buschkowsky planen Berliner CDU-Politiker ein Gesetz für mehr Videoüberwachung im öffentlichen Raum. Wer mehr zu dem Aktionsbündnis erfahren möchte, kann sich bei einer Veranstaltung zu dem Thema am 20. November um 19 Uhr im „Heiligenseer Elch“, Elchdamm 171, über das Thema informieren.

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