115 Jahre Schmuck-Ideen

Zum Jubiläum versammelten sich Mitarbeiter und Familienangehörige des Unternehmens. Besonderer Gast war Maren Foryta (hinten r.), die den Meisterbrief überreichte. Zum Jubiläum versammelten sich Mitarbeiter und Familienangehörige des Unternehmens. Besonderer Gast war Maren Foryta (hinten r.), die den Meisterbrief überreichte. Foto: fle

Tegel – Hoher Besuch zur großen Feierstunde in der Goldschmiede Denner: Mit einem besonderen Geschenk unter dem Arm sprang Maren Foryta, Obermeisterin der Gold- und Silberschmuckinnung, die drei Treppenstufen des Geschäfts an der Brunowstraße 51 hinauf. Sie übergab Gerald Denner den Goldenen Meisterbrief zum 50. Jahrestag der Meisterprüfung im Goldschmiede-Handwerk. Im Anschluss daran wurde auch auf zwei weitere Highlights angestoßen: Die Fünf-Generationen-Goldschmiede feiert in diesem Jahr 115-jähriges Bestehen, und die Jüngste im Bunde, Andrea Nicola Grimm, kann auf das fünfte Meisterjubiläum zurückblicken.

Stolz und auch ein wenig gerührt, nahm Gerald Denner den Meisterbrief entgegen. „Ich freue mich sehr darüber, zumal mir der Beruf immer viel Spaß gemacht hat“, sagt der 84-Jährige. Er erlernte wie sein Großvater Georg und sein Vater Gustav in Erfurt das Handwerk des Goldschmieds. „Doch in Erfurt blieb er nicht. Der Liebe wegen zog es ihn dann nach Berlin. Hier eröffnete er nach Ablegen der Meisterprüfung sein eigenes Geschäft in Kreuzberg, übernahm 1981 das Schmuckfachgeschäft Kaspar in der Brunowstraße 51 und gab ihm einen neuen Namen: Goldschmiede Gerald Denner. Heute wird es von seiner Tochter Dagmar und Schwiegersohn Michael Grimm betrieben, und Enkeltochter Andrea Nicola ist ebenfalls in die Fußstapfen ihrer Vorfahren getreten. Sie hätte sich sicherlich auch entscheiden können, eine andere berufliche Richtung einzuschlagen, hat es aber nicht getan. Für ihren Großvater Gerald hingegen stellte sich die Frage damals gar nicht „Der Gedanke kam eigentlich gar nicht erst auf, denn mein Weg als ältester Sohn einer großen Goldschmied-Familie war mehr oder weniger vorgegeben. Es gab die Werkstatt und das Geschäft und den Satz meines Vaters ‚Du wirst Goldschmied’. Aber es gab auch keine Lehrstellen, und ich hatte keine andere Wahl.“

Bereut hat er diesen Weg aber nie: „Es ist ein toller Beruf, und mir gingen die Schmuck-Ideen auch nie aus. Allerdings setzen mir heute immer öfter meine Hände Grenzen, was die Umsetzung meiner kreativen Ideen betrifft – sie fangen an zu zittern, und filigrane Arbeiten kann ich nun nicht mehr ausführen.“

Doch auch die Zeiten haben sich geändert – das weiß auch Michael Grimm: „Der Beruf des Goldschmieds stirbt langsam aus und folgt damit den vielen anderen Handwerksberufen wie den Graveuren. Früher kannte man seine Kunden, viele haben von uns individuelle Schmuckstücke anfertigen lassen, Steine und Formen ausgewählt. Wir hatten einmal sogar 30 Beschäftigte. Doch in den vergangenen 20 Jahren wurden die Kunden, die Schmuck auf diese Weise kaufen, immer seltener“, weiß er. Einheitsbrei statt Individualität – das sei nun die Devise. „Außerdem können wir im Schaufenster unsere tollen Arbeiten nicht mehr zeigen, die Kriminalität ist einfach zu groß. So ist es schon häufiger vorgekommen, dass man versucht hat, die Scheiben einzuschlagen“, erinnert sich der 64-Jährige.

Ans Aufhören denken er und seine Frau Dagmar dennoch nicht: „Bis ich 70 bin und wir das 120. Firmenjubiläum feiern können, werden wir mit Sicherheit weitermachen. Denn der Beruf macht uns immer noch viel Freude“, sagt er und seine Augen blitzen mit den besonderen Tansanit-Schmuckstücken um die Wette. Unterstützt wird das Ehepaar von einer Golschmiedemeisterin, einem Uhrmacher und einer Reparaturgoldschmiedin.

JW9A2937Stadtrat Uwe Brockhausen (2.v.r.) gratulierte Gerald Denner und Andrea Grimm (l.). Foto: fle

Zum dreifachen Jubiläum gratulierte auch Stadtrat Uwe Brockhausen dem erfolgreichen Familienbetrieb: „Ein 115. Jubiläum eines Geschäfts in der fünften Generation ist etwas ganz Besonderes! Aber sie sind auch sonst im Bezirk sehr engagiert und haben vor allem Kunstprojekte jahrelang unterstützt. Dafür meinen herzlichen Dank“, erklärte er. fle

Letzte Änderung am Freitag, 26 Mai 2017 10:10

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Meldungen kurz & knapp

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Einladung ins Abgeordnetenhaus

Reinickendorf – Der CDU-Wahlkreisabgeordnete Stephan Schmidt (Waidmannslust, Konradshöhe, Tegelort und Tegel) lädt die Bürgerinnen und Bürger seines Wahlkreises am Donnerstag, 14. Dezember, zu einem Vormittag in den Preußischen Landtag ein. Auf dem Programm stehen: Teilnahme an einer Plenarsitzung, Führung durch das historische Gebäude und ein persönliches Gespräch mit dem Abgeordneten. Anmeldung mit Namen und persönlichen Daten unter (030)4039 5793 oder per Mail an buero@stephan-schmidt.berlin.de. Die Teilnahme ist begrenzt, Anmeldeschluss ist der 7. Dezember.

Bürgergespräch mit Tim- Christopher Zeelen

Borsigwalde – Am Samstag, 16. Dezember, wird der Abgeordnete für Borsigwalde Tegel, Waidmannslust und Wittenau, Tim-Christopher Zeelen von der CDU, um 10:30 Uhr an der Ernststraße/ Schubartstraße vor Ort sein. Dort steht er allen Reinickendorfer für ein Gespräch zur Verfügung. Wer keine Zeit hat, kann dem Abgeordneten auch eine E-Mail an kontakt@tim-zeelen.de senden oder ihn anrufen unter (030) 437 78648.

Weihnachts-Kieztour mit Emine Demirbüken-Wegner

Reinickendorf – Die Reinickendorfer Abgeordnete Emine Demirbüken-Wegner, kurz EDW, wird am 16., 21. und am 22. Dezember jeweils von 10 bis 14 Uhr mit ihrer Weihnachts-Kieztour in Reinickendorf-West unterwegs sein. Dabei wird sie mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmerinnen und Unternehmern sprechen.

Aus für sachgrundlos befristete Arbeitsverträge

Reinickendorf – Das Abgeordnetenhaus hat am 30. November einem Antrag zugestimmt, der die Abschaffung sachgrundloser Befristungen im öffentlichen Dienst von Berlin, in den landeseigenen Unternehmen und deren Tochtergesellschaften beschließt. Die Reinickendorfer SPD-Abgeordnete Bettina König: „Ich freue mich, dass meine Initiative aufgegriffen worden ist und die rot-rot-grüne Koalition zügig einen Schritt zu besseren Arbeitsbedingungen in Landesverantwortung geht. Das Ende der sachgrundlos befristeten Arbeitsverträge überall dort, wo das Land Berlin Verantwortung trägt, bedeutet eine deutliche Trendwende weg von prekärer Beschäftigung! Ich wünsche mir, dass dies Vorbildfunktion für den Bund hat und wir in ganz Deutschland wieder zum Normalarbeitsverhältnis zurückfinden.“ Sachgrundlose Befristungen von Mitarbeitern und die damit einhergehende Unsicherheit und Perspektivlosigkeit sind eine Belastung für die Betroffenen, für die es keine Rechtfertigung gibt, denn das Gesetz sieht bei Vorliegen entsprechender Gründe ausreichend Möglichkeiten für Befristung mit Sachgrund vor.

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