Literatur zum Nachdenken

Podiumsgespräch mit Martina Wildner (2.v.r.) in der Katholischen Schule Salvator Podiumsgespräch mit Martina Wildner (2.v.r.) in der Katholischen Schule Salvator Foto: at

Waidmannslust – Am 10. Juli wurden die 7. Reinickendorfer Sprach- und Lesetage um 18 Uhr offiziell in der Katholischen Schule Salvator eröffnet. Die ersten Veranstaltungen fanden allerdings schon am Vormittag in weiteren Reinickendorfer Schulen statt, denn ein Großteil des Programms besteht aus Lesungen in Grund- und Oberschulen. „Die Begegnungen und Gespräche mit Autoren sind immer ein starkes Erlebnis für Kinder und Jugendliche“, betonte Bildungsstadträtin Katrin Schultze-Berndt auch noch einmal in ihrer Eröffnungsrede.

Da seit Beginn die Sprach- und Leseförderung junger Menschen Schwerpunkt des Festivals ist, werden die Sprach- und Lesetage traditionell von Kinder- und Jugendbuchautoren eröffnet. Diesmal las die Berliner Autorin Martina Wildner aus ihrem neuen Jugendroman „Finsterer Sommer“. Dieser handelt von Konrad, der mit seinen Eltern und seiner Cousine in den Urlaub an die französische Atlantikküste fährt und dort auf geheimnisvolle Bunker aus dem zweiten Weltkrieg stößt. In ihrem Buch verwebt Martina Wildner geschickt die Ferienabenteuer eines dreizehnjährigen Jungen mit den geschichtlichen Fakten rund um die Bunker und beleuchtet so subtil die Zeit des Nationalsozialismus. Dieses Thema beschäftigte auch die drei Mädchen aus der 9. Klasse der Katholischen Schule Salvator, die nach der Lesung Martina Wildner in einer kleinen Podiumsrunde befragten. Aber nicht nur der geschichtliche Hintergrund interessierte die Schülerinnen, auch die Erzähl-Perspektive, die Themenfindung und der Alltag einer Schriftstellerin wurden hinterfragt. Martina Wildner erzählte, dass sie einen sehr strukturierten Arbeitstag habe und dass sie – anders als viele ihrer Kollegen – nie unter Zeitdruck leide. Mit ihren Buchcharakteren hat sie auch einen ganz eigenen Umgang: „Wenn mir eine Figur beim Schreiben immer mehr auf die Nerven geht, beseitige ich sie einfach aus der Handlung.“ So ist es in „Finsterer Sommer“ den Nebenfiguren Nick und seiner Mutter ergangen, sie mussten wieder nach Hause fahren. Nach der Lesung und dem Gespräch, die musikalisch von Schüler der Katholischen Schule Salvator umrahmt wurden, übergab Carsten Lobert von der Initiative Reinickendorf einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro an Katrin Schultze- Berndt und würdigte damit das Engagement des Bezirksamts für die Sprach- und Leseförderung. at 

Letzte Änderung am Mittwoch, 02 August 2017 07:16

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Meldungen kurz & knapp

Kunst | Kultur | Kreatives

Happy Disharmonists im LabSaal

Lübars – Die RAZ berichtete in der letzten Ausgabe über den fröhlichen und unkonventionellen A-cappella-Popchor aus Hermsdorf. Seit mehr als 30 Jahren präsentieren die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Carsten Gerlitz Pop und Jazz bis hin zu den edelsten Schlagerentstaubungen. Die nächste Vorstellung der Happy Disharmonists findet am Samstag, 24. Februar, um 19 Uhr im Labsaal, Alt-Lübars 8, in Lübars statt. Die Karten kosten zwischen 13 und 5 Euro.

Häkeln, stricken, nähen

Reinickendorf – Das Familien- und Stadtteilzentrum „Haus am See“, Stargardt­straße 9, ist eine Einrichtung des Bezirksamtes und bietet viele Gruppen und Kurse. So findet dienstags von 15 bis 18 Uhr eine offene Strick- und Häkelgruppe im Café statt. Die Nähgruppe für Frauen trifft sich mittwochs von 10 bis 12 Uhr und die Handarbeitsgruppe für Frauen donnerstags von 10 bis 12 Uhr. Wer gern zu einer Gruppe dazu kommen möchte, kann sich telefonisch unter (030) 43 72 28 22 melden.

Die 13 Monate

Märkisches Viertel – Zu einem literarisch-musikalischen Jahresausblick am 13. Januar, 17 Uhr, lädt das Blechbläserensemble Tegel+ in die Apostel-Johannes-Kirche, Dannenwalder Weg 167, ein. „Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt“, so heißt es in Erich Kästners Gedichtzyklus „Die 13 Monate“. Auf heiter-melancholische Art beschreibt er darin den Jahreslauf des Großstädters. Mit den Gedichtlesungen wird romantische und moderne Bläser- und Orgelmusik von Edvard Grieg, Sigfrid Karg-Elert, Dieter Wendel und Michael Schütz korrespondieren. Für dieses Projekt haben sich das Bläserensemble Tegel+ und der Bläserkreis der Apostel-Johannes-Gemeinde zusammengetan. Die Orgel wird gespielt von Heidemarie und Markus Fritz. Die Gedichte wird Heidemarie Fritz rezitieren. Der Eintritt ist frei.

Hausmusik

Tegel – Zur Hausmusik wird am Samstag, 27. Januar, in den Gemeindesaal der Ev. Hoffnungskirche Neu-Tegel, Tile-Brügge-Weg 49-53, eingeladen. Ab 15 Uhr, heißt es „Viva, viva la musica! – Es lebe die Musik!“. Wer ein Instrument spielt oder singt, kann etwas Musikalisches vorbereiten und während dieses Musiziernachmittags vortragen. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um die Freude am Musizieren; deshalb sind Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen willkommen. Zuhörer sind ebenfalls gern gesehen. Der Eintritt ist frei. Es wird um eine Anmeldung bis zum 17. Januar bei Markus Fritz, telefonisch unter (030) 50 56 56 44, gebeten.

Ausstellung im Schollen-Treff

Wittenau – „Inselland-schaften-Landschaftsinseln_Blütenträume“ lautet das Motto einer Ausstellung, die mit der Vernissage am Sonntag, 14. Januar, 15 Uhr, eröffnet wird. In der Exposition sind Gemälde von Rina Meinhold zu sehen. Die Ausstellung ist bis Sonntag, 11. Februar, jeden Sonntag in der Zeit von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Veranstaltungsort ist der Schollen-Treff-Wittenau in Alt-Wittenau 41b.

Konzert mit Chor in der Dorfkirche

Lübars – Ein „Nach-Weihnachtskonzert“ findet am Sonntag, 14. Januar, um 17 Uhr in der Dorfkirche Lübars, Alt-Lübars 24, statt. Gestaltet wird das Konzert vom sechsstimmigen Männerchor „Avid“, in dem auch ehemalige Sänger des Dresdner Kreuzchores singen. Vorgetragen werden alte und neue Weihnachtslieder, eingerahmt von kleinen Lesungen. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

„Kirschendiebin“ in Tegel

Tegel – Am Mittwoch, 31. Januar, um 19.30 Uhr liest Helga Schütz aus ihrem Roman „Die Kirschendiebin“ anlässlich der Reihe „Lesezeichen – Literatur live in Tegel“. Eine leichte Melancholie liegt über dieser Geschichte, die von einem Abschiednehmen in den Zeiten der Teilung erzählt, den Wendungen des Schicksals und der Liebe. Eintritt: 7, ermäßigt 4 Euro. Ort: Humboldt-Bibliothek, Karolinenstraße 19.

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