„Paul hat nicht überlebt“

Hier waren Rosi (l.) und Paul noch vereint. Hier waren Rosi (l.) und Paul noch vereint. Foto: privat

Hermsdorf – Es war ein ganz normaler Tag. Vormittags hatte Ulrike Kersjes die beiden Minischweine Paul und Rosi noch herausgelassen. Und dann standen die beiden zusammen und haben etwas gefressen. Und nur zwei Stunden später lag der kleine Eber mit Schaum vor dem Mund bereits im Beet und konnte nicht mehr aufstehen. Auf dem Weg zur Klinik für Klauentiere und während des Wartens auf den Nottierarzt ist Paul dann verstorben. „Wir waren unendlich traurig, aber viel Zeit zum Traurigsein blieb erst einmal nicht, denn als wir zurückkamen, lag Rosi dann am Boden“, erinnert sich die Hermsdorferin. Doch im Gegensatz zu Paul überlebte die Schweinedame. Nun ist sie einsam, denn sie und Paulchen waren unzertrennlich. Auch Freunde und Nachbarn sind entsetzt über den Tod des kleinen Ebers.

Denn Paul und Rosi waren bekannt und beliebt bei den Reinickendorfern. Vor allem Familien mit Kindern statteten den beiden Schweinchen bei Spaziergängen immer wieder einen Besuch ab. Vor allem im vergangenen Herbst waren die Schweinchen ein beliebtes Ziel, da die Minischweine vierfachen Nachwuchs hatten. Nun lagen Briefe von Eltern und Bilder von Kindern im Briefkasten. „Wir sind so betroffen und trauern mit ihnen. Die Tierchen haben uns immer erfreut“, heißt es da von einem Ehepaar. Und die Mädchen Miriam und Anna haben geschrieben: „Wir finden es schade, dass eines Ihrer süßen Schweinchen gestorben ist.“ Auch die Postboten, Paketzusteller und besonders die Männer der Müllabfuhr waren traurig und entsetzt.

Nun ist Rosi allein und unsagbar einsam. „Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass man Minischweine nicht einzeln halten darf, und so hatten wir schweren Herzens beschlossen, Rosi wegzugeben“, sagt Kersjes. „Da wir nicht genau wissen, ob der Eber tatsächlich vergiftet wurde, trauen wir uns nicht, wieder ein zweites Schwein anzuschaffen.“ Schließlich könne es der Tierhasser – sollte es tatsächlich einen geben – wieder versuchen.

Doch für das erste neue Zuhause bei einer Familie in der Niederlausitz kam eine Absage. Die zweite Adresse, ein Kinderbauernhof in 60 Kilometer Entfernung, entpuppte sich ebenfalls als „Niete“. Eine heruntergekommene Baracke wäre das neue Zuhause von Rosi geworden. Und so nahm Familie Kersjes das Schweinchen wieder mit nach Hause. „Mittlerweile sind wir nun am überlegen, Rosi doch zu behalten und wieder ein zweites Schweinchen anzuschaffen – schließlich gehört sie zur Familie!“ Die RAZ bleibt dran … fle

Letzte Änderung am Donnerstag, 13 April 2017 10:23

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