„Er hat Struktur und ist wild“

Apfelbäume säumen den Wegesrand zum Botanischen Volkspark. Apfelbäume säumen den Wegesrand zum Botanischen Volkspark. Foto: mfk

Blankenfelde – Ein Ausflug lohnt sich – und zwar vor allem jetzt im Herbst, wo alle sich wärmende Sonnenstrahlen wünschen, ist die größtenteils offene baumlose Landschaft ideal. Für Reinickendorfer ist die „Anreise“ zum Volkspark gut mit einem Spaziergang von Blankenfelde aus zu verbinden. Nach einer halben Stunde erreichen Fußgänger den nördlichen Nebeneingang, der direkt in einen mit Apfelbäumen gesäumten Weg mündet. Das Gelände des Volksparks ist 34 Hektar groß und hat einen Haupteingang an der Blankenfelder Chaussee, wo sich auch eine Haltestelle des 124er-Busses befindet. In die entgegengesetzte Richtung kann man eine Runde durch den Parkwald am Teich vorbei ansteuern. Oder doch lieber geradeaus gehen und über das mit Gründüngung bewachsene Feld schauen oder auf den zur Hälfte ausgebuddelten Kartoffelacker? Daneben leuchtet das Orange der abgeernteten Hokkaido-Kürbisse, die in einer Schlangenlinie auf dem Acker warten, bis sie eingesammelt werden. Und über den blauen Himmel ziehen weiße märkische Wolken. Jetzt passt vielleicht ein Abstecher zur geologischen Wand, die schon Ende des vorletzten Jahrhunderts entstanden ist und aus 123 Gesteinsarten gebaut wurde. „Nummer 33 ist Tonschiefer aus dem Harz“ buchstabiert ein Junge etwas mühselig und ruft es seinem Vater zu. Heute ist Samstag und es wimmelt von Kindern mit Vätern, Müttern, Großmüttern und Großvätern. Zwei Mitfünzigerinnen aus Schildow sind ohne Kinder unterwegs und erzählen, dass sie mehrmals im Jahr in den Park kommen, weil es „angenehm und entspannt“ sei. „Als Grundschülerin hatte ich hier immer Schulgartenunterricht“, erinnert sich eine der beiden. Der heutige Volkspark ist 1909 auf Anregung des Gartenbaudirektors Albert Brodersen auf einem stillgelegten Rieselfeldgelände entstanden. Er diente als zentraler Berliner Schulgarten. Seit 1995 ist er öffentlich zugänglich und außerdem zu einem Gartendenkmal geworden. Auf einer kreisrunden Ackerfläche links vom Haupteingang kann auch heute noch gegärtnert werden. Und zwar gärtnern „light“: Es werden dort bereits mit Gemüse bepflanzte Tortenstück-Parzellen zur Jahresmiete angeboten. Sozusagen ein bisschen pflegen und gießen und dann ernten. Die Herbstsonne bringt den gelb-braunen Kreis aus Sonnenblumen zum Leuchten, der an das grüne Kraut des Selleriekreises grenzt. „Schön, dass hier nicht alles so schnieke ist wie im Botanischen Garten in Dahlem!“, ist das Urteil eines Paares aus Pankow, dessen Kinder mit Laufrädern in Richtung der mächtigen Hochgewächshäuser steuern. Zwischen exotischen Pflanzen hat dort das englisch-irisch angehauchte Café Mint von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Die meisten Menschen genießen heute jedoch die Kürbis-Apfel-Suppe, die Scones mit Clotted Cream und Marmelade oder ein Stück Kuchen an den zum Café gehörenden Tischen im Freien. mfk

Letzte Änderung am Donnerstag, 09 November 2017 19:25
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