Zu wenig Frauen in der Politik

Ina, Emine Demirbüken-Wegner, Karl-Heinz Schulze, Luise und Arkadas Yildiz (v. l.) testen den neuen Sessel auf seine Vorlesetauglichkeit. Ina, Emine Demirbüken-Wegner, Karl-Heinz Schulze, Luise und Arkadas Yildiz (v. l.) testen den neuen Sessel auf seine Vorlesetauglichkeit. Foto: ima

Reinickendorf/Mitte – Pünktlich um 8.30 Uhr beginnt für Luise und Ina am 27. April der Arbeitstag im Abgeordnetenhaus. Die beiden Schülerinnen von der Max-Beckmann-Oberschule begleiten im Rahmen des Girls’Day die Wahlkreisabgeordnete von Reinickendorf-West Emine Demirbüken-Wegner. Der Tag startet nach der Begrüßung mit einer Einführung in die Pressearbeit. „Wir haben uns damit auseinandergesetzt, welchen Informationen man trauen kann und welchen nicht“, erzählt die 17-jährige Ina. Nun werden die Mädchen vom Präsidenten des Abgeordnetenhauses Ralf Wieland begrüßt und durch das oberste Berliner Verfassungsorgan geführt. Als nächstes steht die Sitzung des Fraktionsarbeitskreises Bildung, Jugend und Familie auf dem Programm, an die – durch ein kurzes Mittagessen unterbrochen – die Sitzung des Parlamentsausschusses Bildung, Familie und Jugend anschließt. „Ich habe mich dafür eingesetzt, dass die Mädchen, obwohl das nicht üblich ist, sich an der Sitzung mit Wortbeiträgen aktiv beteiligen“, sagt Demirbüken-Wegner.

Nach der Teilnahme an der Sprecherrunde geht es weiter nach Reinickendorf: Wahlkreisarbeit. „Politik ist kein Acht-Stunden-Job, das muss jede Frau bei der Entscheidung für diesen Beruf bedenken“, sagt die CDU-Politikerin und fügt hinzu: „Deswegen sind Frauen unter anderem immer noch unterrepräsentiert in der Politik.“

Die erste Station ist die Stadtteilbibliothek Reinickendorf-West. Hier wartet schon Arkadas Yildiz von der Sevim Fahrschule, der der Bibliothek einen Vorlesesessel gespendet hat. Der Leiter der Stadtteilbibliothek Karl-Heinz Schulze sagt: „Bisher stand hier ein abgenutzter und hässlicher Sessel. Emine hat nachgefragt, was uns fehlt, und die Spende vermittelt.“ Nun thront der Sessel im satten Rot in den hellen Räumen und lädt zum Vorlesen ein. Arkadas Yildiz fördert auch andere soziale Projekte, Mannschaften und Abibälle. „Ich habe selbst erlebt, was das mit einem macht, wenn man in einer sozial schwächeren Familie aufwächst und Ausgrenzung erlebt. Jetzt versuche ich mit kleinen Taten, Großes zu bewirken“, erklärt Yildiz. Dem Laiv Jugendcafé – die nächste Station – hat er auf die Vermittlung von Demirbüken-Wegner hin eine Couch gespendet.

Hier werden die Politikerin und Arkadas Yildiz von Ali Ucar empfangen. „Die neue Couch macht eine super Atmosphäre“, schwärmt er. Die Zielgruppe von Laiv sind Kinder und Jugendliche zwischen acht und 14 Jahren, aber auch bis zur Volljährigkeit kann man hierher kommen, sich austauschen und spielen. „Ohne solche Zentren geraten Jugendliche leicht auf die schiefe Bahn“, sagt Arkadas Yildiz.

Bei einem Kaffee neigt sich ein anstrengender Tag für Luise und Ina dem Ende zu. Können sie sich vorstellen, in diesem Beruf zu arbeiten? „Für junge Frauen wie uns ist es toll, so eine taffe Frau kennenzulernen“, sagt Ina und fügt hinzu: „Ich gehe heute ins Bett, nachdenken.“ ima

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Meldungen kurz & knapp

Familie | Bildung | Beruf

Indiens Botschafterin zu Besuch

Waidmannslust – Die Katholische Schule Salvator feierte Mitte September ein großes Sommerfest. Ein besonderes Highlight war der Besuch der indischen Botschafterin in Berlin, Mukta Dutta Tomar, deren Besuch der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel ermöglicht hatte. Seit sechs Jahren engagiert sich die Schule für Kinder und Jugendliche in Nordostindien. Im Rahmen des „German-Indian-Partnership-Programm“ wurde 90 Kindern eine Schulausbildung ermöglicht.

Klassik, Pop, Swing und Jazz

Waidmannslust – Am Sonntag den 8. Oktober um 17 Uhr, tritt der E.L.C.H. (Eltern-Lehrer-Chor-Humboldt) vom Humboldt-Gymnasium, in der Königin-Luise-Kirche, Bondickstraße 14, auf. Der Chor wird bekannte Popsongs, Klassiker, Swing- und Jazztitel singen. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Weitere Infos unter www.222evangelisch.de

Starke Eltern für starke Kinder

Konradshöhe – Am 10. Oktober startet im Kinder-und Jugendhilfezentrum Haus Conradshöhe, Eichelhäherstraße 19, der Elternkurs „Starke Eltern – starke Kinder“. Themen wie Kommunikation in der Familie, Gefühle, Wünsche, Bedürfnisse und Umgang mit Grenzen werden behandelt. Unter Leitung einer Sozialpädagogin und einer Psychologin werden die Eltern Anregungen zur Erziehung erhalten und sich mit anderen Eltern austauschen. Der Kurs findet jeden Mittwoch von 10 bis 13 Uhr statt, der Anmeldeschluss ist am 1. Oktober. Die Teilnahmegebühr für neun Termine beträgt 10 Euro. Weitere Infos unter Tel. (030) 4380050 oder per E-Mail an verwaltung@haus-conradshoehe.de

China in Reinickendorf

Bezirk – Anfang September besuchten Grundschüler aus Peking die Reinickendorfer Victor-Gollancz-Grundschule in Frohnau. Auch der Bezirksbürgermeister Frank Balzer begrüßte die chinesischen Gäste im Rathaus und zeigte ihnen den historischen Saal der Bezirksverordnetenversammlung. Seit 19 Jahren pflegt die Victor-Gollancz-Grundschule ihre partnerschaftlichen Kontakte nach China und bietet den Reinickendorfer Schülern eine Arbeitsgemeinschaft zu dem Land und seiner Sprache an. Außerdem findet in jedem Jahr ein Schüleraustausch statt. Im Oktober kommen die deutschen Schüler zum Gegenbesuch nach Peking. Die Schulpartnerschaft wird vom Netzwerk der Initiativen „Schulen: Partner der Zukunft“ unterstützt. Diese wurde im Jahr 2008 durch das Auswärtige Amt ins Leben gerufen. So können 1.800 Schulen im Ausland nach Deutschland vernetzt werden.

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