Frauenpower an der Seebadstraße

Fußball-Chefin mit langer Erfahrung: Manuela Weber Fußball-Chefin mit langer Erfahrung: Manuela Weber Foto: bek

Hermsdorf – Frauen und Fußball? Manch Ewiggestriger dürfte sich mit dem Gedanken schwer tun. Beim VfB Hermsdorf tut man das nicht, ganz im Gegenteil: Hier hat seit dem 22. Februar eine Frau das Sagen beim Landesligisten. Manuela Weber hat die Abteilungsleitung übernommen und die Nachfolge von Bernd Adam, der das Amt wegen beruflicher Verpflichtungen zur Verfügung gestellt hatte, angetreten. Die 53-Jährige erhielt bei der Jahreshauptversammlung vor zwei Wochen bei vier Enthaltungen 71 Ja-Stimmen von den 75 anwesenden Mitgliedern. Zwei Wochen vor dem Internationalen Frauentag am heutigen 8. März setzte der VfB damit ein weiteres Zeichen. Seit Jahren schon ist Regina Blachwitz 2. Vorsitzende des Gesamtvereins.

Die Mitglieder trafen eine prima Entscheidung. Manuela Weber kennt sich im Verein aus wie fast kein Zweiter. Sie stammt aus der Alt-Hermsdorfer Familie Herrmann, die seit dem 15. Jahrhundert hier heimisch ist. „Otto Herrmann, einer meiner Ahnen, hat die Fußball-Abteilung einst mitbegründet“, sagt sie. Manuela ist fest verwurzelt im Ortsteil, sie wuchs in der Hohefeldstraße in Hermsdorf auf. Später zog sie mal kurz in den Wedding, bereute das aber und kehrte schnell wieder zurück. „Rubbeldiekatz war ich wieder da, ich wollte wieder nach Hermsdorf.“ Sie war ja auch immer im VfB, der Vater spielte hier Fußball, der Schwiegervater Horst Weber war Jugendleiter. Und ihr Mann Kai-Uwe Weber, den sie 1991 heiratete und mit dem sie die beiden Kinder Oliver (27) und Clarissa (23) hat, war seit 1994 in verschiedenen Funktionen im Vorstand tätig, unter anderem auch als Abteilungsvorsitzender.

2005 wurde das Vereinscasino an der Seebadstraße eröffnet, die gelernte Gastronomin übernahm die Leitung und führt die Wirtschaft mit einer anderthalbjährigen Unterbrechung, als sie ihre Eltern pflegte, bis heute. Beinahe jeden Tag ist sie auf dem Vereinsgelände und in der Gaststätte. Die Vereinsmitglieder kommen gerne zu „Ela“, wie sie alle nennen. „Wenn mich jemand mit Manuela anspricht, dann denke ich sofort: ,Huch, habe ich was falsch gemacht?"

Der VfB ist eben ein etwas anderer Verein, das meint auch „Ela“. „Wir sind und bleiben eine große Familie.“ Sind in vielen anderen Klubs ständige Spielerwechsel an der Tagesordnung, so hält sich die Fluktuation bei den Rot-Weißen in engen Grenzen. „Die legendäre Mannschaft mit Trainer Jörg Schmidt, die fester Bestandteil der Berlin-Liga war und es bis ins Berliner Pokalfinale geschafft hat, die kannte ich ja schon, als sie noch Kinder und Jugendliche waren. Als sie ihre erste Freundin hatten oder die erste Trennung anstand, da habe ich mir auch ihre Sorgen und Nöte angehört. Heute bringen Tobias Röttgen und Co. ihre eigenen Kids mit an die Seebadstraße.“

Diese besonderen Beziehungen sind ihr wichtiger als sportlicher Erfolg, auch wenn sie den VfB gern wieder in der Berlin-Liga sehen würde. „Aber nicht um jeden Preis, wir wollen gesund wachsen. Wir haben ein junges Team mit Perspektive.“ Überhaupt sieht sich Manuela als Teamplayerin. Neben dem alten und neuen Kassenwart Peter Andres stehen ihr die gleichberechtigten Vertreter Bernd Polomka und ihr Ehemann Kai-Uwe zur Seite. Also ab in die Zukunft. Mit Frauenpower. bek

Letzte Änderung am Mittwoch, 07 März 2018 12:49

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Meldungen kurz & knapp

Sport | Vereine | Gesundheit

15- bis 25-Jährige für ein Tanzprojekt gesucht 

Märkisches Viertel – Die Faster-Than-Light-Dance-Company (FTL) bringt eine neue Tanzproduktion auf die Bühne. Für das Projekt „Frühlings Erwachen“ beginnen am 10. Februar die Proben. Mitmachen kann jeder, der Spaß an der Bewegung hat – ohne Aufnahmeprüfungen, Auditions oder Castings. Volker Eisenach, Choreograph und künstlerischer Leiter. „Die Choreographien sind für jeden erlernbar – egal ob Junge oder Mädchen, dick oder dünn, tanzerfahren oder Tanzneuling!“ Tänzer zwischen 15 und 25 Jahren sollten sich das nicht entgehen lassen. „Frühlings Erwachen“ wird am 23. und 24. März auf der Bühne des Fontane-Hauses zu sehen sein. Anmeldung und Infos unter Tel. (030) 50 91 44 48 oder per Mail an info@ftl-online.com

Niederlage zum Auftakt 

Hermsdorf – Der Start ins neue Jahr ging für die Basketballer des VfB Hermsdorf daneben. Im ersten Spiel 2017 unterlagen die Schützlinge von Trainer Christian Bathelt der BG 2000 mit 57:67 und belegen mit nur zwei Siegen aus 13 Partien weiter den vorletzten Platz in der Tabelle der 2. Regionalliga Ost. Die Hermsdorfer verschliefen das erste Viertel, lagen nach zehn Minuten 8:16 zurück. Zur Halbzeit (32:36) und auch nach dem dritten Viertel (48:52) waren sie bis auf vier Punkte dran, aber der Tabellendritte hatte das bessere Ende für sich. Beste Werfer für den VfB waren Justus Ramme (15), Jan-Eric Thie (11) und Felix Carels (10). Am kommenden Sonnabend steht für den VfB beim Tabellenvierten USV Halle die nächste schwierige Aufgabe an.

Austauschen und informieren 

Reinickendorf – Zu einem Jour Fixe, einem Austausch- und Informationstreffen, laden der Verein Selbstbestimmtes Wohnen im Alter (SWA e.V.) und die Kontaktstellen PflegeEngagement (KPE) am Mittwoch, 17. Januar, ein. Es werden Themen rund um ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz erörtert. Angehörige, Rechtsbetreuer, Interessierte und ehrenamtlich Engagierte sind eingeladen, an dieser kostenfreien Veranstaltung teilzunehmen. Sie dauert von 15 bis 17 Uhr und findet im Betreuungsverein des Humanistischen Verbandes Deutschland (HVD) Reinickendorf, Alt-Reinickendorf 7, statt. Besprochen werden dann unter anderem die Unterschiede zwischen einer Wohngemeinschaft, Betreutem Wohnen und Pflegeheimen, die Kosten und Finanzierung des Lebens in einer Wohngemeinschaft, der Alltag in einer Wohngemeinschaft und die Rolle der Angehörigen in einer Wohngemeinschaft. Weitere Informationen und Anmeldungen unter www.swa-berlin.de oder Tel. (030) 61 09 37 71.

Vortragsreihe 

Hermsdorf – Das Dominikus-Krankenhaus startet im Januar mit einer Veranstaltungsreihe zu medizinischen Themen. Ärzte, Pfleger und Therapeuten informieren über Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten. Anschließend können die Zuhörer mit den Referenten ins Gespräch kommen. Die kostenfreien Veranstaltungen finden im Dominikus-Saal, Kurhausstraße 30, statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Am Montag, 15. Januar, spricht Chefarzt Dr. Christian Nitzsche ab 17 Uhr zum Thema „Brauchen wir noch das Röntgen?“

Knie-Spezialist in China 

Hermsdorf – Dr. med. Dirk Flachsmeyer, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie des Dominikus-Krankenhauses besuchte im November für drei Tage China, um dort beim zweitgrößten Ortho-Unfall-Kongress der Welt in Zhuhai einen Vortrag über Knieendoprothetik zu halten. Deutschland war in diesem Jahr Gastland des Kongresses. Der Besuch in China ist allerdings keine Seltenheit für Dr. Flachsmeyer, denn er reist bereits seit Jahren regelmäßig dorthin, um Ärzte auf dem Gebiet der Endoprothetik anzuleiten und fortzubilden. Besuch aus Saudi-Arabien hingegen erhielt der Chefarzt am 8. November. Dr. Flachsmeyer empfing zwei Ärzte, die ihm bei zwei Operationen assistierten. Das Gesundheitssystem in Saudi-Arabien verfügt über modernste Technologien und Spezialisten. Austauschprogramme oder solche Hospitationen sind dort Teil der Ausbildung, dienen aber auch zum Erfahrungsaustausch.