Die Gold-Pilotin aus Reinickendorf

Golden Girls: Mariama Jamanka (l.) und Lisa Buckwitz bei der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang. Golden Girls: Mariama Jamanka (l.) und Lisa Buckwitz bei der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang. Foto: privat

Wittenau – Als Mariama Jamanka über die Ziellinie gerast war und die Nummer eins aufblinken sah, schlug sie die Hände vor ihren behelmten Kopf. In der Live-Reportage überschlug sich die Stimme des Reporters Eik Galley. Was die junge Bobpilotin im Eiskanal in Pyeongchang geleistet hatte, wird ihr für immer einen Sonderplatz in den Deutschen und den Reinickendorfer Sportannalen einbringen. Am 21. Februar 2018 bretterte die Wittenauerin mit ihrer Anschieberin Lisa Buckwitz aus Schöneiche im Zweierbob zu Olympischem Gold. Nur wenige Minuten später ging die Glückwunschmail von Bezirksbürgermeister Frank Balzer und Sportstadtrat Tobias Dollase hinaus in die Welt. Eine Reinickendorferin ist die schnellste Bobpilotin der Welt. Drei Minuten, 22,450 Sekunden hat das Berliner Duo für die vier Läufe gebraucht. Der anschließende Feier- und vor allem Medien-Marathon dauerte wesentlich länger. Am Montagabend der vergangenen Woche landeten Jamanka und Buckwitz in Tegel, am nächsten Morgen saßen sie schon auf der Couch im ZDF-Morgenmagazin, weitere Termine folgten. Empfang im Roten Rathaus im Mittwoch, zu dem allerdings nur Lisa erschien. Mariama war da schon in Oberhof, wo sie als Sportsoldatin bei der Bundeswehr beste Trainingsmöglichkeiten hat.
Schlimm, so vereinnahmt zu werden? „Nein überhaupt nicht, es macht eine Menge Spaß“, sagte Mariama der RAZ. Am vergangenen Wochenende war die 27-Jährige kurz zurück in Berlin, dann ging es gleich weiter. Ein Urlaub mit ihrer Mutter Andrea stand an. „Wir gehen auf Kreuzfahrt, mit Hurtigruten nach Norwegen. Mitte März bin ich wieder da.“

Ihrem Heimatbezirk fühlt sich die Tochter einer Deutschen und eines Gambiers eng verbunden. Mariama machte ihr Abitur am Friedrich-Engels-Gymnasium, sportlich wurde die LG Nord ihre Heimat. Hier betrieb sie Diskus- und Hammerwurf, „aber da kam ich über Mittelmaß nicht hinaus“, verriet sie in mehreren Interviews. Ihr Trainer Klaus Haffner riet ihr wegen ihres überragenden Antritts, es doch einmal mit Bobsport zu versuchen, stellte sie Bob-Trainern in Potsdam vor. Der Anfang war schmerzhaft, es gab Stürze und blaue Flecken. Aber Mariama wurde immer besser, vor drei Jahren startete sie erstmals im Weltcup. Und was manche vielleicht gar nicht registriert haben: Im Januar 2017 wurde sie Europameisterin, mit Annika Drazek als Anschieberin.

Die „Startrakete“ Drazek wurde von Bundestrainer René Spies vor Olympia in den Bob der Pilotin Stefanie Schneider gesetzt. Das vermeintlich beste deutsche Duo konnte seine Topleistung wegen Verletzungsproblemen aber nicht abrufen und wurde Vierte. In Mariamas Bob wurde Lisa Buckwitz „delegiert“. „Wir wollten allen zeigen, dass wir es drauf haben“, sagte Lisa der RAZ im Roten Rathaus. „Und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden“, sagt Mariama. Die beiden werden voraussichtlich aber nicht mehr zusammen auf Medaillenjagd gehen. Die 23-Jährige Lisa strebt selbst eine Karriere an den Steuerseilen an. „Mit wem ich im nächsten Winter fahre, wird in den nächsten Monaten geklärt“, sagt Mariama Jamanka. bek

Letzte Änderung am Mittwoch, 07 März 2018 13:02

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Meldungen kurz & knapp

Sport | Vereine | Gesundheit

15- bis 25-Jährige für ein Tanzprojekt gesucht 

Märkisches Viertel – Die Faster-Than-Light-Dance-Company (FTL) bringt eine neue Tanzproduktion auf die Bühne. Für das Projekt „Frühlings Erwachen“ beginnen am 10. Februar die Proben. Mitmachen kann jeder, der Spaß an der Bewegung hat – ohne Aufnahmeprüfungen, Auditions oder Castings. Volker Eisenach, Choreograph und künstlerischer Leiter. „Die Choreographien sind für jeden erlernbar – egal ob Junge oder Mädchen, dick oder dünn, tanzerfahren oder Tanzneuling!“ Tänzer zwischen 15 und 25 Jahren sollten sich das nicht entgehen lassen. „Frühlings Erwachen“ wird am 23. und 24. März auf der Bühne des Fontane-Hauses zu sehen sein. Anmeldung und Infos unter Tel. (030) 50 91 44 48 oder per Mail an info@ftl-online.com

Niederlage zum Auftakt 

Hermsdorf – Der Start ins neue Jahr ging für die Basketballer des VfB Hermsdorf daneben. Im ersten Spiel 2017 unterlagen die Schützlinge von Trainer Christian Bathelt der BG 2000 mit 57:67 und belegen mit nur zwei Siegen aus 13 Partien weiter den vorletzten Platz in der Tabelle der 2. Regionalliga Ost. Die Hermsdorfer verschliefen das erste Viertel, lagen nach zehn Minuten 8:16 zurück. Zur Halbzeit (32:36) und auch nach dem dritten Viertel (48:52) waren sie bis auf vier Punkte dran, aber der Tabellendritte hatte das bessere Ende für sich. Beste Werfer für den VfB waren Justus Ramme (15), Jan-Eric Thie (11) und Felix Carels (10). Am kommenden Sonnabend steht für den VfB beim Tabellenvierten USV Halle die nächste schwierige Aufgabe an.

Austauschen und informieren 

Reinickendorf – Zu einem Jour Fixe, einem Austausch- und Informationstreffen, laden der Verein Selbstbestimmtes Wohnen im Alter (SWA e.V.) und die Kontaktstellen PflegeEngagement (KPE) am Mittwoch, 17. Januar, ein. Es werden Themen rund um ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz erörtert. Angehörige, Rechtsbetreuer, Interessierte und ehrenamtlich Engagierte sind eingeladen, an dieser kostenfreien Veranstaltung teilzunehmen. Sie dauert von 15 bis 17 Uhr und findet im Betreuungsverein des Humanistischen Verbandes Deutschland (HVD) Reinickendorf, Alt-Reinickendorf 7, statt. Besprochen werden dann unter anderem die Unterschiede zwischen einer Wohngemeinschaft, Betreutem Wohnen und Pflegeheimen, die Kosten und Finanzierung des Lebens in einer Wohngemeinschaft, der Alltag in einer Wohngemeinschaft und die Rolle der Angehörigen in einer Wohngemeinschaft. Weitere Informationen und Anmeldungen unter www.swa-berlin.de oder Tel. (030) 61 09 37 71.

Vortragsreihe 

Hermsdorf – Das Dominikus-Krankenhaus startet im Januar mit einer Veranstaltungsreihe zu medizinischen Themen. Ärzte, Pfleger und Therapeuten informieren über Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten. Anschließend können die Zuhörer mit den Referenten ins Gespräch kommen. Die kostenfreien Veranstaltungen finden im Dominikus-Saal, Kurhausstraße 30, statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Am Montag, 15. Januar, spricht Chefarzt Dr. Christian Nitzsche ab 17 Uhr zum Thema „Brauchen wir noch das Röntgen?“

Knie-Spezialist in China 

Hermsdorf – Dr. med. Dirk Flachsmeyer, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie des Dominikus-Krankenhauses besuchte im November für drei Tage China, um dort beim zweitgrößten Ortho-Unfall-Kongress der Welt in Zhuhai einen Vortrag über Knieendoprothetik zu halten. Deutschland war in diesem Jahr Gastland des Kongresses. Der Besuch in China ist allerdings keine Seltenheit für Dr. Flachsmeyer, denn er reist bereits seit Jahren regelmäßig dorthin, um Ärzte auf dem Gebiet der Endoprothetik anzuleiten und fortzubilden. Besuch aus Saudi-Arabien hingegen erhielt der Chefarzt am 8. November. Dr. Flachsmeyer empfing zwei Ärzte, die ihm bei zwei Operationen assistierten. Das Gesundheitssystem in Saudi-Arabien verfügt über modernste Technologien und Spezialisten. Austauschprogramme oder solche Hospitationen sind dort Teil der Ausbildung, dienen aber auch zum Erfahrungsaustausch.