Kranke Daten für den Bezirk

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Bezirk – „Das ist Spitze“, hat der selige Hans Rosenthal in der Quizsendung „Dalli, Dalli“ seinerzeit luftspringend bei richtigen Antworten gerufen. Doch manchmal kann „Spitze“ das genaue Gegenteil bedeuten – so wie bei den Berlin-Brandenburgischen Krankheitsdaten: Denn laut aktuell vorgestellter Umfrage sind innerhalb Berlins die Reinickendorfer zusammen mit den Marzahn-Hellersdorfern besonders häufig krank. So vermeldet es jedenfalls der vierte länderübergreifende Gesundheitsbericht Berlin-Brandenburg 2017, der vom Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) angefertigt wurde.

Dieser Report dokumentiert den Krankenstand in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dazu wurden krankenkassenübergreifend die Krankschreibungen von 1,9 Millionen Beschäftigten aus der Region erfasst und zusätzlich die Daten der Deutschen Rentenversicherung und der gesetzlichen Unfallversicherung berücksichtigt. Demnach ist die Anzahl der Krankschreibungen in Berlin und Brandenburg im Durchschnitt von 5,3 Prozent 2014 auf 5,5 Prozent 2016 gestiegen, in Reinickendorf sogar auf „spitzenmäßige“ 6,2 Prozent. Hauptsächlich „Schuld“ an den Fehlzeiten sind Muskel- und Skelett-Erkrankungen, die Auslöser für jede fünfte Krankschreibung sind. Gleich auf liegen psychisch bedingte Störungen. Nach Berufen betrachtet, führen Abfallentsorgung und öffentliche Verwaltung die Statistik an. Signifikant vertreten sind Pflegekräfte mit doppelt so vielen Fehltagen als der Durchschnitt aller Berufsgruppen.

Mögliche Gründe und Ursachen
Über mögliche Gründe für den bezirklichen Negativ-Rekord kann spekuliert werden. Für Gesundheitsstadtrat Uwe Brockhausen ist „eine belastbare Auseinandersetzung allerdings angesichts der Methodik, Struktur und Datenerhebung des Berichtes nur eingeschränkt möglich. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass in Reinickendorf vergleichsweise viele ältere Menschen wohnen und  unser Bezirk hinsichtlich der sozialen Lage, Einkommens- und Bildungssituation sehr heterogen ist.“ Diese Erklärung führt auch Professor Ilsabe Sachs an, die in Konradshöhe lebende Dekanin des Fachbereiches Gesundheit, Pflege, Management an der Fachhochschule Neubrandenburg: „Um etwas zu den Ursachen der genannten Krankenstände sagen zu können, müsste man sehr viele Daten anschauen. Den erhöhten Krankenstand könnte man auf die Lebensbedingungen zurückführen wie zum Beispiel den Fluglärm durch den Flughafen Tegel. Einen wichtigen Einfluss könnte auch die Altersstruktur im Bezirk haben.“

Im Bezirk nimmt man sich durchaus dieses Problems an, wie Uwe Brockhausen erklärt: „Wir versuchen mit verschiedenen Beratungs- und Unterstützungsangeboten sowie Informations- und Fachveranstaltungen, die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger positiv zu beeinflussen. Wir legen insbesondere Wert auf Angebote zur Suchtprävention und haben allgemeine Angebote zur Erhaltung der psychischen Gesundheit. Psychische Erkrankungen führen ausweislich des Berichtes zu besonders langen Abwesenheiten vom Arbeitsplatz. Im Bezirksamt haben wir für Beschäftigte ein Gesundheitsmanagement eingerichtet.“ Nicht zu unterschätzen sind präventive Gesundheitsangebote von Vereinen, Volkshochschulen und Fitness-Studios, die einiges bewirken – sofern man sie denn wahrnimmt. du

Letzte Änderung am Donnerstag, 25 Januar 2018 13:22

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Meldungen kurz & knapp

Sport | Vereine | Gesundheit

15- bis 25-Jährige für ein Tanzprojekt gesucht 

Märkisches Viertel – Die Faster-Than-Light-Dance-Company (FTL) bringt eine neue Tanzproduktion auf die Bühne. Für das Projekt „Frühlings Erwachen“ beginnen am 10. Februar die Proben. Mitmachen kann jeder, der Spaß an der Bewegung hat – ohne Aufnahmeprüfungen, Auditions oder Castings. Volker Eisenach, Choreograph und künstlerischer Leiter. „Die Choreographien sind für jeden erlernbar – egal ob Junge oder Mädchen, dick oder dünn, tanzerfahren oder Tanzneuling!“ Tänzer zwischen 15 und 25 Jahren sollten sich das nicht entgehen lassen. „Frühlings Erwachen“ wird am 23. und 24. März auf der Bühne des Fontane-Hauses zu sehen sein. Anmeldung und Infos unter Tel. (030) 50 91 44 48 oder per Mail an info@ftl-online.com

Niederlage zum Auftakt 

Hermsdorf – Der Start ins neue Jahr ging für die Basketballer des VfB Hermsdorf daneben. Im ersten Spiel 2017 unterlagen die Schützlinge von Trainer Christian Bathelt der BG 2000 mit 57:67 und belegen mit nur zwei Siegen aus 13 Partien weiter den vorletzten Platz in der Tabelle der 2. Regionalliga Ost. Die Hermsdorfer verschliefen das erste Viertel, lagen nach zehn Minuten 8:16 zurück. Zur Halbzeit (32:36) und auch nach dem dritten Viertel (48:52) waren sie bis auf vier Punkte dran, aber der Tabellendritte hatte das bessere Ende für sich. Beste Werfer für den VfB waren Justus Ramme (15), Jan-Eric Thie (11) und Felix Carels (10). Am kommenden Sonnabend steht für den VfB beim Tabellenvierten USV Halle die nächste schwierige Aufgabe an.

Austauschen und informieren 

Reinickendorf – Zu einem Jour Fixe, einem Austausch- und Informationstreffen, laden der Verein Selbstbestimmtes Wohnen im Alter (SWA e.V.) und die Kontaktstellen PflegeEngagement (KPE) am Mittwoch, 17. Januar, ein. Es werden Themen rund um ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz erörtert. Angehörige, Rechtsbetreuer, Interessierte und ehrenamtlich Engagierte sind eingeladen, an dieser kostenfreien Veranstaltung teilzunehmen. Sie dauert von 15 bis 17 Uhr und findet im Betreuungsverein des Humanistischen Verbandes Deutschland (HVD) Reinickendorf, Alt-Reinickendorf 7, statt. Besprochen werden dann unter anderem die Unterschiede zwischen einer Wohngemeinschaft, Betreutem Wohnen und Pflegeheimen, die Kosten und Finanzierung des Lebens in einer Wohngemeinschaft, der Alltag in einer Wohngemeinschaft und die Rolle der Angehörigen in einer Wohngemeinschaft. Weitere Informationen und Anmeldungen unter www.swa-berlin.de oder Tel. (030) 61 09 37 71.

Vortragsreihe 

Hermsdorf – Das Dominikus-Krankenhaus startet im Januar mit einer Veranstaltungsreihe zu medizinischen Themen. Ärzte, Pfleger und Therapeuten informieren über Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten. Anschließend können die Zuhörer mit den Referenten ins Gespräch kommen. Die kostenfreien Veranstaltungen finden im Dominikus-Saal, Kurhausstraße 30, statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Am Montag, 15. Januar, spricht Chefarzt Dr. Christian Nitzsche ab 17 Uhr zum Thema „Brauchen wir noch das Röntgen?“

Knie-Spezialist in China 

Hermsdorf – Dr. med. Dirk Flachsmeyer, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie des Dominikus-Krankenhauses besuchte im November für drei Tage China, um dort beim zweitgrößten Ortho-Unfall-Kongress der Welt in Zhuhai einen Vortrag über Knieendoprothetik zu halten. Deutschland war in diesem Jahr Gastland des Kongresses. Der Besuch in China ist allerdings keine Seltenheit für Dr. Flachsmeyer, denn er reist bereits seit Jahren regelmäßig dorthin, um Ärzte auf dem Gebiet der Endoprothetik anzuleiten und fortzubilden. Besuch aus Saudi-Arabien hingegen erhielt der Chefarzt am 8. November. Dr. Flachsmeyer empfing zwei Ärzte, die ihm bei zwei Operationen assistierten. Das Gesundheitssystem in Saudi-Arabien verfügt über modernste Technologien und Spezialisten. Austauschprogramme oder solche Hospitationen sind dort Teil der Ausbildung, dienen aber auch zum Erfahrungsaustausch.