80 Quadratmeter für die Küche

Andrea Schwarz und Uwe Borkenhagen Andrea Schwarz und Uwe Borkenhagen Foto: mvo

Bezirk – Rund 50 neue Schulen sollen in den nächsten Jahren in Berlin entstehen. In Reinickendorf sind diverse Schulen in Planung. Auf dem Gelände des Karl-May-Spielplatzes in Reinickendorf-Ost soll eine vierzügige Grundschule entstehen, während das Gelände am Waidmannsluster Damm gegenüber des Fließtal-Friedhofs für eine Integrierte Sekundarschule im Gespräch ist. Einig ist man sich, dass die neuen Schulen den neuen pädagogischen Ansprüchen gerecht werden sollen. Keine klassischen „Flurschulen“, sondern ein gemeinsam genutztes Forum angeordnete Fach- und Stammgruppenräume sollen diese neuen Schulen prägen.

Innerhalb eines halben Jahres erstellte die vom Senat beauftragte Facharbeitsgruppe Schulraumqualität, in der Eltern, Lehrer, Schüler, Bezirke und Architekten repräsentiert sind, Empfehlungen für die Anforderungen an die neuen Schulen. Dafür schaute sich die Fachgruppe auch in der Nachbarschaft um: Die Regine-Hildebrandt-Gesamtschule in Birkenwerder wurde bereits vor einigen Jahren nach den neuen Erfordernissen gebaut, und die dortigen Erfahrungen finden Niederschlag in dem im Februar 2017 präsentierten Bericht.

Andrea Schwarz vom Verein „Essen macht Schule e. V.“ und Uwe Borkenhagen vom Bezirkselternausschuss (BEA) haben ebenfalls mitgearbeitet. Sie haben nun erfahren müssen, dass das neue und auch teurere Schulkonzept durch eine externe Beratungsfirma „optimiert“ wurde. So wurden die Flächen für die Mensa erheblich reduziert, so dass zu erwarten sei, dass der als Mehrzweckraum vorgesehene Bereich praktisch ständig für den Mittagstisch reserviert sei und nicht mehr anderen Zwecken zur Verfügung stehe. Besonders dramatisch jedoch, ergänzt Andrea Schwarz, seien die für alle Schulgrößen pauschal mit 80 Quadratmeter angesetzten Küchen. Damit wäre das Kochen frischer Speisen zukünftig nicht möglich und die Belieferung durch externe Dienstleister vorprogrammiert.

Nicht geprüft wurde die geplante Öffnung der Schulen als Bestandteil des Kiezes. So sollten die Schulräumlichkeiten auch für Volkshochschulen, Seniorengruppen, Kulturveranstaltungen und Stadtteilbibliotheken zur Verfügung stehen. Uwe Borkenhagen betont die Bedeutung der Öffnung: Gerade in den Zeiten wachsender Verdichtung und Verdrängung eher finanzschwacher Initiativen und Vereine als Mieter sollten Schulen ein Teil des sozialen Milieuschutzes werden. Damit rechtfertige sich auch der höhere Investitionsbetrag in die Schulen, denn diese Mittel spare man wieder an anderer Stelle. „Das wäre mutig in die Zukunft gedacht“, sagt Uwe Borkenhagen.

Melanie von Orlow

Letzte Änderung am Montag, 12 März 2018 13:26

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Meldungen kurz & knapp

Soziales | Senioren | Kirche

Familiencafé

Wittenau – Eltern, Kinder und Großeltern sind eingeladen, sich am Donnerstag, 15. Februar, von 15.30 bis 17.30 Uhr bei einer Tasse Tee oder Kaffee im Familiencafé zu treffen um beisammen zu sitzen und sich auszutauschen. Eine Anmeldung ist nicht nötig, wird aber gern im Büro der Evangelischen Familienbildung Reinickendorf entgegengenommen. Das Familiencafé ist kostenfrei, um eine kleine Spende für Kaffee und Kuchen wird gebeten. Ort: Familienbildungsstätte Pastor-Weise-Haus, Spießweg 7.

Improvisationen

Hermsdorf – Innerhalb derKonzertreihe „Music for a while“ wird am Samstag, 10. Februar, 17 Uhr, zum Konzert „Improvisationen über populäre Melodien“ in die Apostel-Paulus-Kirche Hermsdorf, Wachsmuthstraße 25, eingeladen. Maria Scharwieß spielt an der restaurierten Sauer-Orgel. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

Schulfähre Scharfenberg

Tegel – Seit 3. Januar hat die Fähre nach Scharfenberg wieder einen Fährmann. Das teilte Schulsenatorin Sandra Scheeres mit. Ungeklärt sei allerdings, wer ihn vertritt, wenn er krank oder verhindert ist. Ein Fährgehilfe wird erst am Jahresende anfangen, und die Einstellung eines zweiten Fährmanns ist nicht geplant.

Kurse für starke Familien

Konradshöhe – Am 21. Februar startet im Kinder-und Jugendhilfezentrum Haus Conradshöhe, Eichelhäherstrasse 19, der Elternkurs „Starke Eltern – starke Kinder“. Der Kurs möchte Eltern Anregungen zur Erziehung geben und gleichzeitig die Gelegenheit, mit anderen Eltern ins Gespräch zu kommen. Themen dabei werden unter anderem Kommunikation in der Familie, Gefühle, Wünsche, Bedürfnisse der Familie und Umgang mit Grenzen und Regeln sein. Unter Leitung einer Sozialpädagogin und einer Psychologin der Ambulanten Erziehungshilfe werden die Eltern Anregungen zur Erziehung erhalten und in den Austausch mit anderen Eltern treten können. Kursbeginn ist am 21. Februar, danach findet er jeden Mittwoch von 10 bis 13 Uhr statt. Anmeldeschluss ist der 9. Februar. Für die insgesamt neun Termine wird ein Teilnahmebeitrag in Höhe von 10 Euro erhoben. Nähere Informationen erhalten Sie telefonisch unter 0157/8860914 oder per E- Mail brigitte.hoerber@haus-conradshoehe.de