An Zeit fehlt es häufig

Hebamme Martina Parrish   Hebamme Martina Parrish Foto: as

Warum leidet Berlin unter einem Hebammenmangel? Liegt es an der Entlohnung?
Wer seinen Beruf unter dem Aspekt aussucht, viel Geld verdienen zu wollen, wird sicher nicht als erstes an den Beruf Hebamme denken. Ich befürchte, erschwerend kommen die Arbeitsbedingungen hinzu. Geburtshilfe zu betreiben, heißt im Schichtdienst zu arbeiten. Spätestens wenn man selbst Kinder hat, wird das sehr schwierig. Und als Beleghebamme oder Geburtshaus- und Hausgeburtshebamme zu arbeiten, erfordert eine noch viel stärkere Flexibilität. Da wiegt man dann doch rasch den Verdienst gegen den Aufwand auf.

Sie arbeiten nicht mehr in einer Klinik. War das Arbeitspensum zu hoch?
Ich denke, dass für viele junge Frauen, die in den Beruf Hebamme starten, die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern oft weit entfernt von dem sind, was sie sich unter einer guten Betreuung vorstellen. Auch die starke Medizinisierung der Geburtshilfe und die rasche Entscheidungen zugunsten medizinischer Eingriffe sind nicht unbedingt das, was sich Hebammen wünschen. Dabei zeigen Studien, dass aufmerksam und liebevoll betreute Geburten wesentlich komplikationsärmer verlaufen. Das heißt, eine Hebamme sollte wirklich Zeit haben, die Frauen echt zu begleiten, zu bestärken und zu ermutigen. An Zeit fehlt es in den Kliniken häufig. Das ist sehr schade, denn unser Beruf ist so wichtig für den weiteren Verlauf des Lebens des kleinen neuen Menschen.

Sie bieten Kurse für Schwangere und junge Mütter an. Warum sind diese Kurse wichtig?
Sowohl die Geburt als auch die Zeit danach sind für die Frauen und auch für die Männer aufregende und herausfordernde Zeiten, in denen sie sich mit einer Vielzahl an neuen Gefühlen, Fragestellungen und Unsicherheiten konfrontiert sehen. Und das in der Regel in einer Intensität, die ebenfalls neu für sie ist. In meinen Geburtsvorbereitungskursen verfolge ich das Ziel, den Schwangeren neben den reinen Informationen zum Ablauf einer Geburt und den Besonderheiten in den einzelnen Phasen viel Mut und Vertrauen in ihre Fähigkeiten als Frau und Mutter zu vermitteln. Ich wünsche mir, dass sie verstehen, dass sie einen Großteil der Geburt selbst gestalten dürfen und somit zu einem positiven Geburtserlebnis beitragen können. Das Stichwort „Selbstwirksamkeit“ spielt dabei für mich eine wesentliche Rolle.

Danke für das Gespräch.
Interview Andrei Schnell

Letzte Änderung am Mittwoch, 07 März 2018 09:41

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Meldungen kurz & knapp

Soziales | Senioren | Kirche

Familiencafé

Wittenau – Eltern, Kinder und Großeltern sind eingeladen, sich am Donnerstag, 15. Februar, von 15.30 bis 17.30 Uhr bei einer Tasse Tee oder Kaffee im Familiencafé zu treffen um beisammen zu sitzen und sich auszutauschen. Eine Anmeldung ist nicht nötig, wird aber gern im Büro der Evangelischen Familienbildung Reinickendorf entgegengenommen. Das Familiencafé ist kostenfrei, um eine kleine Spende für Kaffee und Kuchen wird gebeten. Ort: Familienbildungsstätte Pastor-Weise-Haus, Spießweg 7.

Improvisationen

Hermsdorf – Innerhalb derKonzertreihe „Music for a while“ wird am Samstag, 10. Februar, 17 Uhr, zum Konzert „Improvisationen über populäre Melodien“ in die Apostel-Paulus-Kirche Hermsdorf, Wachsmuthstraße 25, eingeladen. Maria Scharwieß spielt an der restaurierten Sauer-Orgel. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

Schulfähre Scharfenberg

Tegel – Seit 3. Januar hat die Fähre nach Scharfenberg wieder einen Fährmann. Das teilte Schulsenatorin Sandra Scheeres mit. Ungeklärt sei allerdings, wer ihn vertritt, wenn er krank oder verhindert ist. Ein Fährgehilfe wird erst am Jahresende anfangen, und die Einstellung eines zweiten Fährmanns ist nicht geplant.

Kurse für starke Familien

Konradshöhe – Am 21. Februar startet im Kinder-und Jugendhilfezentrum Haus Conradshöhe, Eichelhäherstrasse 19, der Elternkurs „Starke Eltern – starke Kinder“. Der Kurs möchte Eltern Anregungen zur Erziehung geben und gleichzeitig die Gelegenheit, mit anderen Eltern ins Gespräch zu kommen. Themen dabei werden unter anderem Kommunikation in der Familie, Gefühle, Wünsche, Bedürfnisse der Familie und Umgang mit Grenzen und Regeln sein. Unter Leitung einer Sozialpädagogin und einer Psychologin der Ambulanten Erziehungshilfe werden die Eltern Anregungen zur Erziehung erhalten und in den Austausch mit anderen Eltern treten können. Kursbeginn ist am 21. Februar, danach findet er jeden Mittwoch von 10 bis 13 Uhr statt. Anmeldeschluss ist der 9. Februar. Für die insgesamt neun Termine wird ein Teilnahmebeitrag in Höhe von 10 Euro erhoben. Nähere Informationen erhalten Sie telefonisch unter 0157/8860914 oder per E- Mail brigitte.hoerber@haus-conradshoehe.de