Eis mit Spaß für Erwachsene

Vier Tüftler aus Reinickendorf wollen durchstarten. Vier Tüftler aus Reinickendorf wollen durchstarten. Foto: ks

Borsigwalde – Das Einfamilienhaus mit Garten in ruhiger Borsigwalder Lage lässt kaum erahnen, was sich hinter Türen und Fenstern verbirgt. Im Klosterfelder Weg befindet sich der Firmensitz der Free Spirit GmbH. Vier Mittzwanziger haben hier 2016 ihr eigenes Unternehmen gegründet. Auch wenn die Geschäftsräume noch ein wenig improvisiert wirken, so können Luca Ohl, Robert Götz, Karl Hartmann und Yassin Ahmane erste Erfolge verbuchen. Die ehemaligen Studenten sind im vergangenen Jahr richtig durchgestartet, das Stipendium der Beuth-Hochschule liefert ihnen dabei eine hilfreiche Anschubfinanzierung.

Luca Ohl, der während seines Studiums in einer Eisdiele jobbt, hat eine Eingebung. Warum nicht ein Eis mit Alkohol auf den Markt bringen, überlegt er. Schließlich gibt es auch Speiseeis mit Prosecco-Geschmack. Schon bald entsteht aus der Schnaps­idee, wie der Wirtschaftsingenieur es selbst bezeichnet, ein konkretes Projekt. Es wird viel experimentiert, denn es muss ein physikalisches Gesetz, wonach Alkohol nicht gefriert, gelöst werden. Tatsächlich gelingt dies. Heraus kommt eine Mischung aus Cocktail und Wassereis, ähnlich einem Sorbet. Die Jungunternehmer nennen es einfach, aber prägnant Skadi. Die Markenbezeichnung bezieht sich auf die gleichnamige nordische Göttin des Winters, soll somit eine Assoziation zum Eis herstellen.

Das erfrischende Produkt gibt es zurzeit in sechs Geschmacksrichtungen, die sich weitestgehend an typischen Cocktails orientieren. Sie heißen „Sex on the Beach“, „Summer Passion“, „Moscow Mule“, “Whisky Sour“ sowie “Wodka Mate”. Im Winter, wird das Angebot um „Wilhelm Tell“ ergänzt, der nach Apfelstrudel mit Zimt und Vanille schmeckt. Ein Schuss Wodka darf nicht fehlen. Die gefrorenen Getränke sind in kleinen Päckchen à 50 Milliliter verpackt; Aus dem Eisfach nehmen, einfach aufreißen und lutschen. Ein Frozen Skadi entspricht in etwa dem Alkoholgehalt eines halben Cocktails an der Bar. „Eis mit Spaß“ so lautet die Devise, auch gut für das Partyvolk geeignet. Weitere Varianten befinden sich übrigens in Entstehung. Zudem sollen demnächst eisige Smoothies ohne Hochprozentiges auf den Markt kommen, sie dürfen dann auch von Kindern und Jugendlichen geschleckt werden.

Mittlerweile gelten die Eis-Tüftler als erfolgreiches Start-up. Sie sind schon viel unterwegs, werden beispielsweise gern für Events oder in Clubs gebucht. Viel passiert aber in den heimischen Räumen, wo alle Fäden zusammenlaufen. Dabei spielt die eigene Internetplattform eine große Rolle (skadi.berlin), auf Facebook und Instagram ist man ebenfalls präsent. Hier gehen die Bestellungen ein, viele davon auch aus Reinickendorf.

Die Zielgruppe wird mit „18 plus“ definiert, schließlich ist Alkohohl enthalten. Ansonsten gibt es keine Altersbeschränkung. „Neulich kam ein 85-Jähriger und holte sich mehrere Päckchen ab“, erzählt Ohl nicht ganz ohne Stolz. „Wir wollen den Berliner Eismarkt erobern“, erläutert er die Vision. Außerdem möchte man langfristig in den Supermärkten Fuß fassen. ks

Letzte Änderung am Montag, 12 März 2018 13:28
Mehr in dieser Kategorie: « Tanzen und Trommeln || Privates Benefizkonzert »

RAZePaperKombi Banner300x136 RAZ App Kombi Banner 300x136 iphone RAZ App Kombi Banner 300x136 B

Meldungen kurz & knapp

Kunst | Kultur | Kreatives

Debüt „Außer sich“

Tegel – Zu einer Lesung mit Sasha Marianna Salzmann lädt die Humboldt-Bibliothek in der Karolinenstraße 19 am Mittwoch, 14. Februar, um 19.30 Uhr ein. Die Autorin präsentiert ihr Romandebüt „Außer sich“, das zu den sechs Finalisten für den Deutschen Buchpreis 2017 gehörte. Es ist die Geschichte des Zwillingpaares Alissa und Anton, die in Moskau aufwachsen und mit den Eltern nach Westdeutschland gehen. Eines Tages verschwindet Anton und Alissa macht sich auf die Suche nach ihm. Sasha Marianna Salzmann, Hausautorin am Maxim-Gorki-Theater zeigt eine sehr eigene Sprache und ein virtuoses Spiel mit Raum und Zeit in der Schilderung des Geschehens. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf im Rahmen von „Lesezeichen – Literatur live in Tegel“ statt. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 4 Euro.

Philosophisches Café

Märkisches Viertel –  Märkisches Viertel – Im Philosophischen Café findet am 19. Februar, 15 bis 17 Uhr die Veranstaltung „Falsche Wertrealsierung“ statt. Kosten: 3 Euro. Ort: Selbsthilfe- und Stadtteilzentrum, Günter-Zemla-Haus, Eichhorster Weg 32.

Offenes Singen

Hermsdorf –  Am 16. Februar gibt es von 19.30 Uhr bis 21 Uhr ein „Offenes Singen“ im Gemeindesaal der Apostel-Paulus-KG in der Wachsmuthstraße 25. Eingeladen sind alle, die Freude am Singen haben. Gesungen werden Hits und Evergreens von damals bis heute Der Eintritt kostet 6 Euro.

Kino für den Knast

Tegel – Tegel – Im Rahmen der Reihe „Berlinale Goes Kiez“ wird am 23. Februar im Kultursaal der JVA für die Insassen der Film „Das schweigende Klassenzimmer“ von Lars Kraume gezeigt. Der Filmstoff beruht auf wahren Begebenheiten. Im Anschluss steht Regisseur für ein Gespräch zur Verfügung. Festivalchef Dieter Kosslick: „Mit der Sonderveranstaltung wird die Reihe noch mehr ihrem Anliegen gerecht, Barrieren abzubauen sowie kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.