Anke Maiberg zum Zweiten

Von Jura zur Literatur: Anke Maiberg Foto: mfk Von Jura zur Literatur: Anke Maiberg Foto: mfk

Heiligensee – Das zweite Buch der Autorin Anke Maiberg heißt „Vorübergehend verschossen“ und ist seit einer Woche druckfrisch im Buchhandel erhältlich. Anke Maiberg stammt aus Hamburg, hat in Passau Jura studiert und lebt mit ihrer Familie in Heiligensee. Die RAZ interviewte die Autorin bereits nach dem Erscheinen ihres ersten Buches „Ist das Liebe oder kann der weg?“ im Februar 2016.

Wie hat sich Ihr Leben durch den ersten Roman „Ist das Liebe oder kann der weg?“ verändert?
Anke Maiberg: Sicherlich ein bisschen. Das Autorendasein gliedert sich ja einerseits ins Schreiben im stillen Kämmerlein und dann, nach dem Erscheinen des Buches, andererseits ins „Rausgehen“ mit dem Buch. Das Schreiben war für mich sehr erfüllend, aber es war auch etwas ganz Besonderes, mit dem Buch auf Lesungen zu gehen. Nachdem ich anfangs ziemlich nervös war und sogar meine Freundinnen bei der ersten Lesung zwangsverpflichtet hatte (lacht), ist dieser direkte Kontakt nun etwas geworden, was mir wahnsinnige Freude macht. Meine eher lustigen Bücher eignen sich super für Lesungen. An einer „Mädelsabend“ benannten Lesung ins Publikum zu gucken und die Leute lachen zu sehen, macht total Spaß! Es ist ein Hochgefühl, mich in der Pause oder nach der Lesung mit den Zuhörerinnen zu unterhalten.

Wie sind die Reaktionen der wohl meist weiblichen Leserschaft?
Ich bekomme immer wieder gesagt, dass es sehr lustig ist, und das freut mich, weil es mein Hauptanliegen ist, gut zu unterhalten. Sie haben recht, mein erstes Buch hat eine weibliche Leserschaft. Außerhalb von meiner Familie weiß ich nur von zwei Männern, die „Ist das Liebe oder kann der weg“ gelesen haben! Und mein Mann musste sich quälen. Von ihm kamen immer so Sätze wie „Ich glaube, wenn man zum Zielpublikum gehört, dann ist das hier ganz gut…“ Meine Figuren haben auch einiges von mir selbst, vieles ist zwar übertrieben – aber irgendwo her muss ich ja schöpfen! Und gerade an den Reaktionen auf diese Szenen sehe ich, dass es andern Frauen auch so geht (lacht).

Wie lange haben Sie an Ihrem zweiten Buch gearbeitet? Und wie sind Sie zum Bücher Schreiben gekommen?
Eineinhalb Jahre. Ich schaue einfach, wie es neben meiner Familienarbeit mit dem Schreiben so passt. Es ist tatsächlich so, dass das Schreiben das ist, was ich am allerliebsten tue und ich muss mich nicht groß motivieren, mich an den Schreibtisch zu setzen, wenn ich Zeit habe. Früher hätte ich mir nie zugetraut, ein Buch zu schreiben, so viele Seiten! Dann musste ich beruflich eine sehr lange Arbeit schreiben und habe dabei festgestellt, dass, wenn ich es schaffe, mit diesem drögen Juristenkram 200 Seiten zu füllen, dann muss es doch auch gehen, 200 Seiten eine Geschichte zu schreiben!

Wie unterscheidet sich Ihr zweites von ihrem ersten Buch?
Das erste Buch war ein Genre-Mix, in dem zu gleichen Teilen Liebe und Krimi vorkamen. „Vorübergehend vorschossen“ ist nun ein reiner Liebesroman. Ein heiterer dazu. Das Genre nennt man auch „chick lit“. Ein Ausdruck, der aus dem Amerikanischen kommt, und witzige, mit Liebe gespickte Literatur für Frauen bezeichnet.

Wie sind Sie neben der Hauptperson Nelli auf die Zwillingsbrüder Tim und Felix gekommen?
Da ist ehrlich gesagt mein Mann drauf gekommen. Vielleicht weil unsere Mädchen immer in diese Hanni-und-Nanni-Filme rennen und dieses Thema Zwillingskomödie total präsent ist bei uns. Und dann meinte er noch so lapidar „Und dann lass sie heiraten, darauf steht ihr Frauen doch!“

Was lesen Sie gerne?
Ich lese schon auch gerne anspruchsvollere Literatur wie „1913“ von Florian Illies, das auf meinem Nachttisch liegt, aber mal ehrlich gesagt (lacht), verbringe ich die meiste Zeit mit Büchern von Sophie Kinsella oder Kerstin Gier, die auch chick lit schreiben.

Wo können wir Sie mit „Vorübergehend verschossen“ live erleben?
Meine ersten beiden Lesungen sind: Donnerstag, 14. September 2017, 19 Uhr, in Maja‘s Café, Hennigsdorfer Str. 77 in Heiligensee; Dienstag, 19. September 2017, 19.30 Uhr im Conrad‘s, Baummardersteig gegenüber 1c, Konradshöhe. 

Vielen Dank für das Gespräch.
Interview Margrith Frei Krause 

Maiberg VoruebergehendVerschossen

Letzte Änderung am Montag, 04 September 2017 15:01

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Meldungen kurz & knapp

Kunst | Kultur | Kreatives

Debüt „Außer sich“

Tegel – Zu einer Lesung mit Sasha Marianna Salzmann lädt die Humboldt-Bibliothek in der Karolinenstraße 19 am Mittwoch, 14. Februar, um 19.30 Uhr ein. Die Autorin präsentiert ihr Romandebüt „Außer sich“, das zu den sechs Finalisten für den Deutschen Buchpreis 2017 gehörte. Es ist die Geschichte des Zwillingpaares Alissa und Anton, die in Moskau aufwachsen und mit den Eltern nach Westdeutschland gehen. Eines Tages verschwindet Anton und Alissa macht sich auf die Suche nach ihm. Sasha Marianna Salzmann, Hausautorin am Maxim-Gorki-Theater zeigt eine sehr eigene Sprache und ein virtuoses Spiel mit Raum und Zeit in der Schilderung des Geschehens. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf im Rahmen von „Lesezeichen – Literatur live in Tegel“ statt. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 4 Euro.

Philosophisches Café

Märkisches Viertel –  Märkisches Viertel – Im Philosophischen Café findet am 19. Februar, 15 bis 17 Uhr die Veranstaltung „Falsche Wertrealsierung“ statt. Kosten: 3 Euro. Ort: Selbsthilfe- und Stadtteilzentrum, Günter-Zemla-Haus, Eichhorster Weg 32.

Offenes Singen

Hermsdorf –  Am 16. Februar gibt es von 19.30 Uhr bis 21 Uhr ein „Offenes Singen“ im Gemeindesaal der Apostel-Paulus-KG in der Wachsmuthstraße 25. Eingeladen sind alle, die Freude am Singen haben. Gesungen werden Hits und Evergreens von damals bis heute Der Eintritt kostet 6 Euro.

Kino für den Knast

Tegel – Tegel – Im Rahmen der Reihe „Berlinale Goes Kiez“ wird am 23. Februar im Kultursaal der JVA für die Insassen der Film „Das schweigende Klassenzimmer“ von Lars Kraume gezeigt. Der Filmstoff beruht auf wahren Begebenheiten. Im Anschluss steht Regisseur für ein Gespräch zur Verfügung. Festivalchef Dieter Kosslick: „Mit der Sonderveranstaltung wird die Reihe noch mehr ihrem Anliegen gerecht, Barrieren abzubauen sowie kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.