Der Bojolé-Stil

Medien

Der Tegel Tanz im Juli 2014 im Hofgarten Tegel. Video: Bojolé

Reinickendorf/Bezirk – Am 13. Oktober werden sich in der Residenzstraße anlässlich des Musikfestivals „Klangstraße“ Geschäfte und außerdem gastronomische Einrichtungen in kleine Konzertbühnen verwandeln – dabei sind wahrscheinlich ein Blumenladen, ein Hähnchengrill, ein Bestattungsunternehmen und viele mehr. Bereits zum dritten Mal stellen Kirschendieb und Perlensucher Kulturprojekte diese besondere Veranstaltung auf die Beine. Als Medienpartner des Festivals stellt die RAZ über den Sommer Bands und Musiker vor, die an der „Klangstraße“ mitwirken. Dieses Mal: Bojolé.

Stellen Sie sich kurz vor?
Die Gründungsmitglieder Christoph, Sven und Andreas sind „Tegel-Süd‘ler“. Kai und Angsgar sind relativ neu und stammen aus Hermsdorf. Unser Name „Bojolé“ ist an den weltweit bekannten französischen Wein „Beaujolais“ angelehnt – nur eben in einer für alle lesbaren Schreibweise.

Seit wann machen Sie gemeinsam Musik?
Zum ersten Mal traten wir bei einer musikalischen Adventsveranstaltung im Dezember 2005 einzeln auf. Wenig später musizierten wir – die Gründungsmitglieder – zu Dritt, und unsere Auftritte führten uns bis nach Rudolfstadt. So konnten wir unser Repertoire stetig erweitern. Im Oktober 2016 stieß Kai mit seinem Kontrabass zu uns, und seit kurzem komplettiert Ansgar mit seiner Fidel unsere Gruppe.

IMG 8233Andreas Wendt, Sven Beckers, Kai Strehlow, Ansgar Elfgen und Christoph Linke (v.l.) Foto: promo

Beschreiben Sie Ihren Musikstil.
Wir spielen vor allem Folkmusik – traditionelle französische Stücke aus dem BalFolk, aber auch irisches, schottisches, skandinavisches und deutsches Liedgut sowie auch eigene Kompositionen. Alte Arrangements brechen und frischen wir auf, so dass die Stücke ihren speziellen Charme und Charakter im Bojolé-Stil entfalten.

Wie sind Sie auf das Musikfestival Klangstraße aufmerksam geworden?
Unser „Trommler“ Sven hat das Festival seinerzeit der Presse entnommen und sich einfach mal für uns beworben. Es hat geklappt und wir haben uns sehr darüber gefreut.

Was macht das Festival besonders?
Das Festival hat eine bunte Mischung von Musikern und Musikstilrichtungen zu bieten. Zudem hat das Publikum hier die Möglichkeit, sich nach dem Programm zu orientieren und kann speziell die Aufführungen auf der Meile besuchen, die es auch wirklich hören/sehen möchte, und das an den unterschiedlichsten Orten wie Banken oder Seniorenresidenzen.

Sind Reinickendorfer ein dankbares Publikum?
Auf jeden Fall. Sie erscheinen zahlreich, klatschen, singen mit und stellen auch nach Ende der Veranstaltung noch vereinzelt Fragen. Besonders der Dudelsack interessiert die Reinickendorfer.

Wird die Residenzstraße unterschätzt?
Die Frage ist für uns schwer zu beantworten, da wir nicht direkt aus dem Kiez stammen. Es freute uns, dass in jüngster Zeit mit Werbung, Umgestaltungsmaßnahmen und weihnachtlichem Lichterglanz versucht wird, die Resi zu verbessern. Zudem wird die Residenzstraße durch das Lettefest, das Kiezfest an Schäfersee und durch das Festival „Klangstraße“ um einen weiteren künstlerischen „Edelstein“ bereichert, wie wir finden. Wir denken schon, dass sich in den nächsten Jahren hier einiges tun wird.

Vielen Dank für das Gespräch.
Interview Immanuel Ayx

Letzte Änderung am Samstag, 29 Juli 2017 05:59

RAZePaperKombi Banner300x136 RAZ App Kombi Banner 300x136 iphone RAZ App Kombi Banner 300x136 B

Meldungen kurz & knapp

Kunst | Kultur | Kreatives

Debüt „Außer sich“

Tegel – Zu einer Lesung mit Sasha Marianna Salzmann lädt die Humboldt-Bibliothek in der Karolinenstraße 19 am Mittwoch, 14. Februar, um 19.30 Uhr ein. Die Autorin präsentiert ihr Romandebüt „Außer sich“, das zu den sechs Finalisten für den Deutschen Buchpreis 2017 gehörte. Es ist die Geschichte des Zwillingpaares Alissa und Anton, die in Moskau aufwachsen und mit den Eltern nach Westdeutschland gehen. Eines Tages verschwindet Anton und Alissa macht sich auf die Suche nach ihm. Sasha Marianna Salzmann, Hausautorin am Maxim-Gorki-Theater zeigt eine sehr eigene Sprache und ein virtuoses Spiel mit Raum und Zeit in der Schilderung des Geschehens. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf im Rahmen von „Lesezeichen – Literatur live in Tegel“ statt. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 4 Euro.

Philosophisches Café

Märkisches Viertel –  Märkisches Viertel – Im Philosophischen Café findet am 19. Februar, 15 bis 17 Uhr die Veranstaltung „Falsche Wertrealsierung“ statt. Kosten: 3 Euro. Ort: Selbsthilfe- und Stadtteilzentrum, Günter-Zemla-Haus, Eichhorster Weg 32.

Offenes Singen

Hermsdorf –  Am 16. Februar gibt es von 19.30 Uhr bis 21 Uhr ein „Offenes Singen“ im Gemeindesaal der Apostel-Paulus-KG in der Wachsmuthstraße 25. Eingeladen sind alle, die Freude am Singen haben. Gesungen werden Hits und Evergreens von damals bis heute Der Eintritt kostet 6 Euro.

Kino für den Knast

Tegel – Tegel – Im Rahmen der Reihe „Berlinale Goes Kiez“ wird am 23. Februar im Kultursaal der JVA für die Insassen der Film „Das schweigende Klassenzimmer“ von Lars Kraume gezeigt. Der Filmstoff beruht auf wahren Begebenheiten. Im Anschluss steht Regisseur für ein Gespräch zur Verfügung. Festivalchef Dieter Kosslick: „Mit der Sonderveranstaltung wird die Reihe noch mehr ihrem Anliegen gerecht, Barrieren abzubauen sowie kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.