Kunstprojekt lässt MV erstrahlen

Die Künstler Sofia Camargo und Thomas EJ Klasen betreuen das Projekt. Die Künstler Sofia Camargo und Thomas EJ Klasen betreuen das Projekt. Foto: ks

Märkisches Viertel – „Geh’ nicht aus mein Licht, denn ich will es sehn, dein Angesicht“, heißt es in der dritten Strophe des bekannten Kinderliedes Laterne, Laterne. Getreu diesem Motto veranstaltet die Wohnungsbaugesellschaft Gesobau in Kooperation mit dem Diakonischen Werk, der Evangelischen Apostel-Petrus-Gemeinde und dem Integrationsbeauftragten des Bezirksamtes ein Mitmach-Kunstprojekt, welches das Märkische Viertel zum Leuchten bringen soll. Es nennt sich einfach und prägnant „Lichtergalerie“.

Alle Anwohner des Viertels, aber auch alle anderen Reinickendorfer sind noch den ganzen Juli über aufgerufen, sich in einem offenen Workshop kreativ zu betätigen. Es gilt, Laternen zu gestalten. Hierfür stehen mit Glasfaser bespannte Würfel und ähnliche Objekte in unterschiedlichen Größen zur Verfügung, sie erhalten mittels wetterfester Acrylfarben einen bunten, ganz individuellen Anstrich. Jeder soll malen. was er will, lautet bewusst die Devise. „Jede Laterne erzählt eine Geschichte, zeigt die Seele des Bewohners“, erklärt die aus Brasilien stammende Künstlerin Sofia Camargo. Zusammen mit Thomas EJ Klasen, ebenfalls Kunstschaffender, gibt sie den Hobbykünstlern gerne Hilfestellung, verrät Tipps und Tricks. Wer will, der kann sich auch Anregungen aus Bildbänden von Pablo Picasso oder Jackson Pollock holen.

Das Projekt, das aus Mitteln des Berliner Masterplans Integration und Sicherheit gefördert wird, hat neben dem kreativen Gestalten noch einen zweiten Aspekt. „Wir möchten Menschen aller Kulturen, jedweder Herkunft, jeden Alters und jeden Geschlechts zusammenbringen“, definiert Sofia Camargo den gesellschaftlichen Zweck. „Dialogplattform“ nennt sie es auch. Ähnlich sieht es Oliver Rabitsch, der Integrationsbeauftragte des Bezirks. Man wolle nachbarschaftliche Verbundenheit und kulturelle Vielfalt im Kiez schützen und weiter fördern, heißt es aus dem Rathaus. So kommt es nicht von ungefähr, dass die Lichtergalerie mit dem ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse einen prominenten Schirmherrn hat.

Die ersten drei Wochen der Aktion zeigen eine gute Akzeptanz in der Bevölkerung. Es kommen Jugendliche und Senioren, Mütter und Väter mit Kindern, ganze Familien oder Menschen mit Behinderung, zudem Kita- oder Schülergruppen. Alle zusammen haben bereits 450 Kunstwerke erschaffen, bis zu 700 könnten es insgesamt noch werden. Bis Ende Juli kann jeder Interessierte das offene Atelier am Marktplatz des Märkisches Zentrums besuchen und sich zum Malen inspirieren lassen. Geöffnet ist von Mittwoch bis Samstag in der Zeit von 13 bis 18 Uhr. Die durch Glühbirnen oder Lichterketten illuminierten Laternen werden ab Mitte August für einen Zeitraum von zwei Monaten entlang des Wilhelmsruher Damms aufgehängt. Sie sollen in den Abendstunden eine stimmungsvolle Atmosphäre schaffen. ks

Letzte Änderung am Donnerstag, 13 Juli 2017 14:18

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Meldungen kurz & knapp

Kunst | Kultur | Kreatives

Debüt „Außer sich“

Tegel – Zu einer Lesung mit Sasha Marianna Salzmann lädt die Humboldt-Bibliothek in der Karolinenstraße 19 am Mittwoch, 14. Februar, um 19.30 Uhr ein. Die Autorin präsentiert ihr Romandebüt „Außer sich“, das zu den sechs Finalisten für den Deutschen Buchpreis 2017 gehörte. Es ist die Geschichte des Zwillingpaares Alissa und Anton, die in Moskau aufwachsen und mit den Eltern nach Westdeutschland gehen. Eines Tages verschwindet Anton und Alissa macht sich auf die Suche nach ihm. Sasha Marianna Salzmann, Hausautorin am Maxim-Gorki-Theater zeigt eine sehr eigene Sprache und ein virtuoses Spiel mit Raum und Zeit in der Schilderung des Geschehens. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf im Rahmen von „Lesezeichen – Literatur live in Tegel“ statt. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 4 Euro.

Philosophisches Café

Märkisches Viertel –  Märkisches Viertel – Im Philosophischen Café findet am 19. Februar, 15 bis 17 Uhr die Veranstaltung „Falsche Wertrealsierung“ statt. Kosten: 3 Euro. Ort: Selbsthilfe- und Stadtteilzentrum, Günter-Zemla-Haus, Eichhorster Weg 32.

Offenes Singen

Hermsdorf –  Am 16. Februar gibt es von 19.30 Uhr bis 21 Uhr ein „Offenes Singen“ im Gemeindesaal der Apostel-Paulus-KG in der Wachsmuthstraße 25. Eingeladen sind alle, die Freude am Singen haben. Gesungen werden Hits und Evergreens von damals bis heute Der Eintritt kostet 6 Euro.

Kino für den Knast

Tegel – Tegel – Im Rahmen der Reihe „Berlinale Goes Kiez“ wird am 23. Februar im Kultursaal der JVA für die Insassen der Film „Das schweigende Klassenzimmer“ von Lars Kraume gezeigt. Der Filmstoff beruht auf wahren Begebenheiten. Im Anschluss steht Regisseur für ein Gespräch zur Verfügung. Festivalchef Dieter Kosslick: „Mit der Sonderveranstaltung wird die Reihe noch mehr ihrem Anliegen gerecht, Barrieren abzubauen sowie kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.