Geschichte und Kunst

Die Vernissage von „Beate Wassermann – Flügelschläge“ war gut besucht. Die Vernissage von „Beate Wassermann – Flügelschläge“ war gut besucht. Foto: BA

Hermsdorf/Märkisches Viertel – In Reinickendorf ist künstlerisch mehr los, als man denkt, und so sind immer wieder lohnende Ausstellungen im Bezirk zu sehen. Insbesondere die bezirklichen Kunstinstitutionen locken Besucher nach Reinickendorf.

Zurzeit läuft die Ausstellung „Ludwig Gebhard. Perspektiven“ in der Graphothek im Fontane-Haus, Könighorster Straße 6. Diese ist noch bis zum 31. August zu sehen und zeigt Graphiken aus dem Nachlass des Künstlers Ludwig Gebhard, dessen Werke auf unterschiedlichste Weise rezipiert worden sind – einerseits intellektualisierend und andererseits gefühlsorientiert. Die Graphothek ist montags sowie donnerstags von 15 bis 19 Uhr, dienstags von 13 bis 17 Uhr und freitags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Eine weitere Ausstellung – „Beate Wassermann – Flügelschläge“ – ist noch bis zum 23. Juli zu sehen. Diese entstand in enger Zusammenarbeit mit der Hamburger Künstlerin für die GalerieEtage, Alt-Hermsdorf 35.

„Beate Wassermanns Aquarelle beschränken sich auf reduzierte, einzeln ins Blatt gesetzte Formen und leuchten aus dem Weiß des Bildgrundes in Rot, Gelb oder Grün“, beschreibt Dr. Cornelia Gerner, Leiterin des Fachbereichs Kunst und Geschichte, die Werke. Die GalerieEtage ist unter der Woche und sonntags von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Am 16. Juli findet um 15 Uhr eine kostenfreie Führung durch das Museum Reinickendorf, Alt-Hermsdorf 35, statt. Ein Handwerkerraum, eine Försterstube, der Raum „Raus ins Grüne“ und eine Arbeiterküche aus der Zeit um 1920 illustrieren die Entwicklung des Ortes im Norden Berlins vom ländlich geprägten Dorf über ein Ausflugsziel für Städter bis zur Industrialisierung und Eingemeindung nach Berlin. Ein 2013 neu hinzugekommener Raum geht auf die Rolle Reinickendorfs für die Rüstungsproduktion der Nationalsozialisten, die französische Besatzung und die Folgen der deutschen Teilung ein. Auch die ältere Geschichte der Region wird anschaulich. Im Raum für Vor- und Frühgeschichte ist etwa das Profil einer altsteinzeitlichen Vorratsgrube aus dem Tegeler Fließ zu sehen, im „Sechs-Dörfer-Raum“ wird die Entwicklung des Bezirks aus den mittelalterlichen Dörfern Tegel, Hermsdorf, Lübars, Heiligensee, Wittenau und Reinickendorf erklärt. Auf dem Freigelände hinter dem Museum wurde ein germanisches Gehöft rekonstruiert, das aus dem begehbaren Langhaus, dem Webhaus und einem Speicher besteht. red

Letzte Änderung am Donnerstag, 13 Juli 2017 14:14

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Meldungen kurz & knapp

Kunst | Kultur | Kreatives

Debüt „Außer sich“

Tegel – Zu einer Lesung mit Sasha Marianna Salzmann lädt die Humboldt-Bibliothek in der Karolinenstraße 19 am Mittwoch, 14. Februar, um 19.30 Uhr ein. Die Autorin präsentiert ihr Romandebüt „Außer sich“, das zu den sechs Finalisten für den Deutschen Buchpreis 2017 gehörte. Es ist die Geschichte des Zwillingpaares Alissa und Anton, die in Moskau aufwachsen und mit den Eltern nach Westdeutschland gehen. Eines Tages verschwindet Anton und Alissa macht sich auf die Suche nach ihm. Sasha Marianna Salzmann, Hausautorin am Maxim-Gorki-Theater zeigt eine sehr eigene Sprache und ein virtuoses Spiel mit Raum und Zeit in der Schilderung des Geschehens. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der VHS Reinickendorf im Rahmen von „Lesezeichen – Literatur live in Tegel“ statt. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 4 Euro.

Philosophisches Café

Märkisches Viertel –  Märkisches Viertel – Im Philosophischen Café findet am 19. Februar, 15 bis 17 Uhr die Veranstaltung „Falsche Wertrealsierung“ statt. Kosten: 3 Euro. Ort: Selbsthilfe- und Stadtteilzentrum, Günter-Zemla-Haus, Eichhorster Weg 32.

Offenes Singen

Hermsdorf –  Am 16. Februar gibt es von 19.30 Uhr bis 21 Uhr ein „Offenes Singen“ im Gemeindesaal der Apostel-Paulus-KG in der Wachsmuthstraße 25. Eingeladen sind alle, die Freude am Singen haben. Gesungen werden Hits und Evergreens von damals bis heute Der Eintritt kostet 6 Euro.

Kino für den Knast

Tegel – Tegel – Im Rahmen der Reihe „Berlinale Goes Kiez“ wird am 23. Februar im Kultursaal der JVA für die Insassen der Film „Das schweigende Klassenzimmer“ von Lars Kraume gezeigt. Der Filmstoff beruht auf wahren Begebenheiten. Im Anschluss steht Regisseur für ein Gespräch zur Verfügung. Festivalchef Dieter Kosslick: „Mit der Sonderveranstaltung wird die Reihe noch mehr ihrem Anliegen gerecht, Barrieren abzubauen sowie kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.