Motorsägen kreischen wieder im Bezirk

Baumfällarbeiten am Borsigdamm in Tegel. Baumfällarbeiten am Borsigdamm in Tegel. Foto: mvo

Reinickendorf – Aktuell kreischen in Berlin noch die Motorsägen, wie beispielsweise am Borsigdamm in Tegel – Hochsaison für die Baumfäller. Während auf Grünflächen und entlang der Straßen vornehmlich aus Gründen der Standsicherheit Bäume fallen müssen, sind in Privatgärten oft andere Gründe ausschlaggebend. Zu starke Beschattung, der herbstliche Laubfall und das Heben von Pflasterbelägen und Fundamenten sind Ärgernisse, die oft sogar Nachbarschaftsstreitigkeiten auslösen. Dabei können viele Konflikte schon durch die gesetzeskonforme Pflanzung vermieden werden. Das Berliner Nachbarschaftsgesetz sieht für Bäume je nach Art einen Abstand von mindestens ein bis drei Metern von der Besitzgrenze vor. Auch Hecken sind mit mindestens 50 cm Abstand zum Zaun zu pflanzen und wer das einhält, schafft Rechtssicherheit auch für die zukünftigen Bewohner des Hauses. Wer jetzt noch Bäume aus Gründen der Belästigung fällen lassen möchte, muss sich beeilen, denn das Bundesnaturschutzgesetz untersagt Fällungen zwischen dem 1. März bis zum 30. September um den Bruterfolg von Vögeln zu sichern. Nur absolut notwendige Fällungen aus z. B. Gründen der Standsicherheit und öffentlichen Gefährdung sind dann noch gestattet. Selbst bei Fällungen aufgrund von Bauprojekten wird eine Berücksichtigung dieser Schutzzeit erwartet. Baumfällungen oder Schnittmaßnahmen an Ästen mit mehr als 15 cm Umfang können außerhalb dieses Zeitfensters nur bei nicht geschützten Baumarten genehmigungsfrei durchgeführt werden. Diese geschützten Arten werden in der Berliner Baumschutzverordnung benannt. Demnach sind aktuell alle Laubbäume, die Walnuss, Türkische Baumhasel und die Waldkiefer geschützt, sobald sie in 1,30 m Höhe einen Umfang von mehr als 80 cm erreichen. Vom Schutz ausgenommen sind alle anderen Nadelbäume sowie Obstbäume und Bäume auf Dachgärten und in Pflanzcontainern. Wer an geschützte Bäume Hand anlegen will oder im Wurzelbereich (Baumkronendurchmesser zzgl. 1,50 m) Grabungen vornehmen möchte, muss zuvor eine entsprechende Ausnahmegenehmigung beim Umwelt- und Naturschutzamt des Bezirks beantragen. Leider können Gutachterkosten, wie sie zur Feststellung der Verkehrssicherheit von Bäumen auch aus versicherungsrechtlichen Gründen empfohlen werden, nicht wie „haushaltsnahe Dienstleistungen“ von der Steuer abgesetzt werden. So fehlen Anreize für die Besitzer großer Bäume, diese erhaltend zu pflegen auch wenn die Baumschutzverordnung solche Maßnahmen verpflichtend vorschreibt. So verliert Berlin allmählich sein Grün – allein im öffentlichen Straßenland verlor Reinickendorf 2014 über 300 Straßenbäume. mvo

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Meldungen kurz & knapp

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Jazz Lounge in Hohen Neuendorf

Hohen Neuendorf – Der Kulturkreis Hohen Neuendorf lädt am 3. Dezember ab 16 Uhr gemeinsam mit der Collins Lounge, Schönfließer Straße 17, zur dritten Jazz Lounge, bei der das Premier Swingtett auftreten wird. Die Tickets kosten 12 Euro (9 Euro ermäßigt) und können beim Kulturkreis Hohen Neuendorf, der Buchhandlung Behm, der Collins Loung oder online unter https://ticket.kulturkreis-hn.de erworben werden.