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Unmut wegen Umleitung

Der große Sitzungssaal platzte aus allen Nähten. Der große Sitzungssaal platzte aus allen Nähten. Foto: bek

Heiligensee – So voll war der BVV-Saal selten, die anstehende Baumaßnahme in der Hennigsdorfer Straße und die daraus resultierenden Einschränkungen für die Anwohner schienen halb Heiligensee mobilisiert zu haben. Die Baustadträtin Katrin Schultze-Berndt lud am 19. Februar zur Informationsveranstaltung, und anderthalb Stunden lang redete man sich die Köpfe heiß.

Auf 1.835 Metern wird die Hennigsdorfer Straße zwischen der Ruppiner Chaussee und der Heiligenseestraße grundhaft erneuert, parallel dazu werden umfangreiche Kanalbauarbeiten der Berliner Wasserbetriebe realisiert. Die Straße erhält eine Breite von acht Metern, also je vier Meter pro Fahrtrichtung, integriert wird ein 1,25 m breiter Schutzstreifen für Radfahrer. Bleiben also 2,75 Meter für den motorisierten Verkehr. Die gesamte Maßnahme kostet mehr als sieben Millionen Euro, 3,75 Millionen schlagen für den Straßenbau zu Buche.

Ursprünglich sollte die Maßnahme bereits 2014 beginnen, wurde aber immer wieder verschoben. Nun soll es in wenigen Wochen losgehen, Mitte 2021 will man fertig sein. In neun Bauphasen soll der Neubau über die Bühne gehen, den Zuschlag dafür haben die Strabag AG und die Firma Witte Spezialtiefbau erhalten. Es wird halbseitig gebaut, während der Arbeiten bleibt die Straße also jeweils in eine Richtung geöffnet. Und den Anwohnern wurde versichert, dass sie während der drei Jahre ihre Grundstücke permanent erreichen können. Wo Zufahrten neu gebaut werden, erhalten die Eigentümer nach Fertigstellung eine Rechnung. Die Anwohner befürchten massive Änderungen in ihrem gewohnten Rhythmus, das wurde auf der Versammlung deutlich. Jörg Schneegass vom Straßenbauamt Reinickendorf musste sich vielen kritischen Fragen stellen.

Vor allem die geplante Umleitung während der Baumaßnahmen über die Schulzendorfer Straße und die Ruppiner Chaussee weckte den Unmut bei vielen Anwohnern. „Da wackeln schon jetzt die Häuser, und in den Schränken klirrt das Geschirr“, meinte eine Heiligenseerin. Mit gesteigertem Verkehrsaufkommen durch die Umleitung würde sich das noch steigern. Eine Mutter beklagte den ohnehin schlechten Zustand der Schulzendorfer Straße samt „Gehwegen“. Kinder auf dem Weg zur Otfried-Preußler-Grundschule seien gezwungen, auf die Straße auszuweichen. Wenn der Verkehr hier zunehme, drohe eine Katastrophe. Auf die Frage, welche Maßnahmen das Bauamt ergreifen könnte, um die Situation zu entschärfen, konnte Schneegass keine konkrete Antwort geben. Überhaupt wollte man wissen, was mit der Schulzendorfer Straße nach der Sanierung der Hennigsdorfer weiter passieren soll. Eine andere Anwohnerin wollte wissen, warum die Umleitung nicht über die Straße Am Dachsbau führen würde, „das wäre doch viel kürzer“. Antwort Schneegass: „Das entscheidet die Berliner Verkehrslenkung.“ Und überhaupt: „In Berlin gibt es viele marode Straßen, die gemacht werden müssen. Sie sollten auch bedenken, dass Sie danach 30 Jahre Ruhe haben.“ Details zur Planung finden Sie im Internet unter: www.berlin.de/ba-reinickendorf/politik-und-verwaltung/aemter/strassen-und-gruenflaechenamt/strassenbau/artikel.129680.php bek

Letzte Änderung am Montag, 12 März 2018 11:29