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SPD-Urgestein wird 75

Detlef Dzembritzki wird am 23. März 75 Jahre alt. Detlef Dzembritzki wird am 23. März 75 Jahre alt. Foto: as

Bezirk – Er ist für die Reinickendorfer SPD, was Helmut Schmidt für die Bundes-SPD ist: die Erinnerung an die gute alte Zeit des Erfolgs. Nun feiert Detlef Dzembritzki am 23. März seinen 75. Geburtstag. Er war Stadtrat, Bezirksbürgermeister, persönlicher Referent der Senatorin für Familie, Abgeordneter im Bundestag und fünf Jahre lang der Landesvorsitzende der Berliner SPD. Diese beeindruckende Karriere sei ihm nicht in die Wiege gelegt worden, sagt er. Aktiv war er ursprünglich bei den Pfadfindern. Auch dort machte er Karriere. 1966 wurde er Bundessekretär. Dem gelernten Erzieher war auch als Politiker die politische Jugendbildung immer ein Anliegen.

„Wir haben die reformpädagogischen Ansätze der Pfadfinder nach Selbstbestimmung auf die Politik übertragen“, sagt er heute. Bereits mit 19 Jahren trat der in der Holländerstraße geborene und in Tegel-Süd aufgewachsene wasch­echte Reinickendorfer in die SPD ein. „Aber nicht wegen Willy Brandt“, der damals populärer Berliner Regierender Bürgermeister war. Politisches Vorbild war ihm die Stadträtin Ilse Reichel-Koß, die später Senatorin wurde.

Die schönste Station seiner Karriere kann Detlef Dzembritzki nicht benennen. „Alles hat seine Zeit“, sagt er diplomatisch. Er gibt jedoch zu, dass er „ein klein wenig traurig war“, als seine Zeit als Stadtrat für Volksbildung (1975 bis 1981) endete.

In allen Ämtern handelte er pragmatisch. „Wir müssen nicht prüfen, wie wir etwas ablehnen können, sondern wie wir etwas ermöglichen können.“ Das war sein Motto. Politische „Glücksmomente“ habe ihm der Fall der Mauer 1989 beschert. Bürgermeister von Reinickendorf war er während dieses historischen Moments. Unbürokratisch packte er an und ermöglichte ohne Hilfe des Senats drei Grenzübergänge. Eine Rüge des Rechnungshofes für sein Handeln nahm er in Kauf, weil Wiedervereinigungen eben nicht so häufig vorkämen.

Den jungen Mitgliedern gibt der alte Mann der Traditionspartei einen Ratschlag mit: „Stellt die Probleme der Menschen in den Mittelpunkt. Und arbeitet mehr außerhalb der Partei als innerhalb.“
Andrei Schnell

Letzte Änderung am Montag, 05 März 2018 11:05