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Überfälle auf Juweliere

Der Inhaber des Juweliergeschäfts wehrte sich beim Überfall. Der Inhaber des Juweliergeschäfts wehrte sich beim Überfall. Foto: fle

Tegel – Mehrere Polizeiautos vor dem Juwelier Künkel in der Berliner Straße, ein Rettungswagen vor der Schloss-Apotheke ein paar Häuser weiter: So sah es am 8. Januar gegen 17.45 Uhr in der Berliner Straße in Tegel aus. Und Passanten fragten sich, was da wohl geschehen sei und wussten noch nicht, dass Polizei und Rettungswagen im selben Fall vor Ort waren.
Tegel wird derzeit von Einbrüchen bei Juwelieren und Schmuckgeschäften heimgesucht. Gleich zweimal innerhalb weniger Wochen wurden in Tegel Schmuck- und Juwelierläden überfallen. Am 20. Dezember 2017 wurde ein Juweliergeschäft in der Berliner Straße ausgeraubt. Der Täter erbeutete Geld und Schmuck.

Jüngster Fall: Am besagten 8. Januar bei Juwelier Künkel in der Berliner Straße. Doch hier kam der 27-jährige Dieb, ausgestattet mit einer Schreckschusswaffe, Messer und Kleidung für eine Maskierung, nicht mit seiner geplanten glänzenden Beute, sondern mit mehreren Schussverletzungen davon. Der 38-jährige Inhaber des Juweliergeschäfts wehrte sich mit einer Schusswaffe gegen den Täter und schoss ihn mehrfach in den Oberkörper. Der Täter flüchtete daraufhin in die Schloss-Apotheke und brach dort verletzt zusammen. Nach einer Erstversorgung durch den Rettungsdienst wurde er in einem Krankenhaus notoperiert, war dann aber außer Lebensgefahr. Auch der Geschäftsinhaber wurde von Einsatzkräften des Polizeiabschnitts 11 in Tegel vorläufig festgenommen und einem Fachkommissariat der Kriminalpolizei überstellt – aufgrund der gefährlichen Körperverletzung. Zudem hatte der 38-Jährige keinen Waffenschein. Auch gegen den Vater des Mannes wird ermittelt. Hierbei geht es um Strafvereitlung, da der 58-Jährige die Tatwaffe zunächst versteckt hatte und zum Tathergang widersprüchliche Angaben gemacht haben soll. Weitere Informationen wurden bis Redaktionsschluss nicht bekannt.

Die Juweliere schützen sich, indem sie mittlerweile – vor allem nachts – in ihren Auslagen keine wertvollen Schmuckstücke mehr präsentieren, aber auch durch eine gute Versicherung. „Allerdings muss man diese ‚Sicherheit’ teuer bezahlen“, erklärt Michael Grimm von der Goldschmiede Denner in der Brunowstraße. Auch die Grimms zeigen im Schaufenster keinen hochwertigen Schmuck mehr. „Da bleibt nur das virtuelle Schaufenster über die Homepage, auch so wird der Einzelhandel Stück für Stück in die virtuellen Verkaufswelten verlagert“, beschreibt er die Situation. An Selbstschutz denkt der Tegeler nicht, obwohl er durch Ablegen des Jagdscheines durchaus eine Waffe beantragen könnte. „Aber in unserer Gesellschaft wird der Täter schnell zum Opfer“, fügt er abschließend hinzu. fle

Letzte Änderung am Mittwoch, 31 Januar 2018 14:16