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Fünf MUFs und ein Containerdorf in Reinickendorf

So könnten die Container zur Unterbringung von Flüchtlingen aussehen. So könnten die Container zur Unterbringung von Flüchtlingen aussehen. Foto: pixabay

Reinickendorf - Am 23. Februar wurde von der Senatsverwaltung für Finanzen eine Liste veröffentlicht, in der Standorte für Flüchtlingsunterkünfte pro Bezirk aufgeführt wurden. In der Liste wurden 68 Unterkünfte ausgewiesen – 26 Containerstandorte, zwei davon als Doppelstandorte, und 42 Modularbauten, sogenannte MUFs (Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge). Insgesamt sollen laut Haushaltsgesetz für die Jahre 2016 und 2017 bis zu 90 Unterkünfte – 60 Modularbauten und 30 Containerdörfer – für etwa 40.000 Flüchtlinge errichtet werden. Dafür sind knapp 680 Millionen Euro eingeplant. Pro Bezirk werden mindestens fünf, maximal neun Grundstücke als Standorte für die Containerdörfer oder MUFs festgesetzt. Bezirke, die im Vergleich zu anderen Bezirken bisher weniger Unterbringungsverantwortung wahrgenommen haben, werden prioritär herangezogen. Die meisten Flüchtlinge leben derzeit in Lichtenberg, die wenigsten in Neukölln. Reinickendorf liegt mit knapp 3.000 Flüchtlingen im Mittelfeld. Die MUF-Standorte sind in der Regel im Eigentum von landeseigenen Unternehmen, zwölf von ihnen von landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften. Insgesamt sollen dort rund 19.000 Menschen untergebracht werden. Containerdörfer sollen beispielsweise im ehemaligen Familienbad im Olympiapark in Charlottenburg- Wilmersdorf, in der Cité Pasteur in Reinickendorf oder auf dem Gelände des Containerbahnhofs Frankfurter Allee entstehen und Unterkunft für ca. 15.000 Menschen bieten. Die kurzfristig aufstellbaren Containerdörfer sollen die Notunterkünfte in Turnhallen ersetzen. Zurzeit sind ca. 10.000 Flüchtlinge in rund 30 Turnhallen untergebracht. Die Containeranlagen sind eine auf drei Jahre befristete Zwischenlösung bis zur Umsetzung konventioneller Bauten. Durch die zeitliche Beschränkung können auch Flächen genutzt werden, für die kein Baurecht besteht. Für ein Containerdorf für etwa 500 Menschen sind 270 Container geplant, 54 davon als Neben- und Gemeinschaftsflächen. MUFs dagegen, deren Bauzeit schon etwa sechs Monate beträgt, sind für die Nutzung von etwa 50 Jahren vorgesehen. In ihnen können ebenfalls bis zu 500 Menschen untergebracht werden. In Reinickendorf wird es insgesamt sechs Standorte geben, fünf MUFs und einen Containerstandort, der in der Liste als tempohome (kurz für „temporary home“) bezeichnet ist. Von den fünf MUFs sind zwei sogenannte WBGMUF. Das sind modulare Unterkünfte der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Gewobag und GESOBAU, die in Reinickendorf über Grundstücke verfügen. Eine WBG-MUF soll auf dem Gewobag-Gelände Am Springebruch 69 entstehen, eine weitere auf dem Gelände der GESOBAU in der Treuenbrietzener Straße 36. Darüber hinaus sind modulare Unterkünfte auf dem Gelände des Evangelischen Friedhofsverbands Berlin Stadtmitte in der Holländerstraße 36 und 90 geplant sowie auf dem Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, die jetzt Eigentum von Vivantes ist. Als Standort für ein tempohome, also für ein Containerdorf, ist die schon erwähnte Cité Pasteur vorgesehen. Hier sollen Containerbauten in der Rue Ambroise Paré 3/3 bzw. 5/5a entstehen. Geliefert werden sollen die Container voraussichtlich im Mai, die Aufstellung sei für den Juni geplant. In der Liste ist auch vermerkt, in welcher Form die Bezirke zugestimmt haben. Allerdings sind die meisten Standorte – nicht nur im Bezirk Reinickendorf – im Eigentum des Bundes, der Wohnungsbaugesellschaften und anderer landeseigener Einrichtungen bzw. der Kirche. Eine Zustimmung ist daher von den Eigentümern und nicht vom Bezirk erforderlich. Die Bezirke können jedoch anmerken, wenn die vorgeschlagenen Standorte aus baurechtlichen, -planerischen oder sonstigen Gründen nicht in Frage kommen bzw. ungeeignet sind. In Reinickendorf wird beispielsweise der Standort Am Springebruch 69 noch einmal geprüft, nachdem das Bezirksamt planerische Bedenken geäußert hat. An der Gesamtzahl der Unterkünfte wird sich nichts ändern, auch wenn dieser Standort wegfällt. Dann wird ein alternativer Ort auf die Liste gesetzt. Am 3. März soll im Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses über die Bereitstellung der Mittel entschieden werden, für den Bau der Containerdörfer laufe zudem die Ausschreibung bereits. Etwa die Hälfte der Unterkünfte wird zunächst durch SIWA-Mittel (Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt) finanziert, die übrigen durch Wohnungsbaugesellschaften. at

Letzte Änderung am Freitag, 23 September 2016 18:11