Keine Angst vorm bösen Wolf

Vielleicht schon bald kein seltener Anblick: Wölfe im Tegeler Forst Vielleicht schon bald kein seltener Anblick: Wölfe im Tegeler Forst Foto: Sebastian Koerner

Tegel – Der Wolf geht um: Brandenburg ist das mit Abstand wolfreichste Bundesland – seit nunmehr 20 Jahren gehört der Wolf wieder zur heimischen Fauna. So lange wurde und wird um ihn gestritten: Bauern beklagen Verluste an Kälbern und Schafen, und Jäger fordern die „Kontrolle“ über diese streng geschützte Art. Nachdem es erste Kollisionen zwischen Autos und Wölfen innerhalb des Berliner Autobahnringes gab, soll nun der vom Verein der Waldfreunde e.V. geladener Wolfsexperte Helge John erklären, was Berliner Waldspaziergänger zu erwarten haüben.

„Nichts!“, sagt der Berliner Wolfsbeauftragte und erste Vorsitzende des Naturschutzbundes NABU, Rainer Altenkamp. „Die Leute sollen froh sein, wenn sie jemals einen zu sehen bekommen!“ Auch für Hunde sieht der Experte keine Gefahr, da sich die Tiere normalerweise gegenseitig aus dem Weg gingen.

Nach seinen Erfahrungen bekommen selbst Experten, die den Tieren in ihren Revieren nachspüren, kaum jemals einen zu Gesicht. Die Tiere seien extrem scheu und mieden die Nähe zu Großstädten. Ein Wolfsrudel inmitten der Jungfernheide hält er für extrem unwahrscheinlich.

Rainer Altenkamp bekommt jedes Jahr vier bis sechs Meldungen über angebliche Wolfssichtungen in Berlin, doch bisher hätten sich keine der Meldungen bestätigen lassen. Den von Kritikern des Wolfsschutzes oft als Argument vorgebrachten, sprunghaften Anstieg der Nutztierrisse in Brandenburg in den Jahren 2016/2017 sieht er eher als ungeeignetes Merkmal für die angebliche Gefährlichkeit der Tiere: Häufig seien verwilderte Hunde die Täter, oder es sei nicht mehr viel vom Tierkadaver übrig, um die tierischen Täter zu ermitteln.

Dennoch erstatte Brandenburg selbst ungeklärte Verlustmeldungen vergleichsweise großzügig als „Wolfsschaden“. Zudem liege beim Herdenschutz noch vieles im Argen. Hier seien Schulungen und Aufklärung notwendig. Schließlich lässt auch der Wolf Federn: seit 1990 wurden allein in Brandenburg 93 tote Wölfe gefunden, die zum größten Teil dem Autoverkehr und der illegalen Jagd zum Opfer fielen. Melanie von Orlow

Letzte Änderung am Freitag, 09 Februar 2018 13:44

RAZ App Kombi Banner 300x136 A RAZ App Kombi Banner 300x136 iphone RAZ App Kombi Banner 300x136 B

Meldungen kurz & knapp

Verkehr | Mobilität | Umwelt

Auf der Berliner Straße wird gebaut

Hermsdorf – An der Kreuzung Berliner Straße/Veltheim- und Burgfrauenstraße wird bis voraussichtlich Ende Januar 2018 gebaut. Es wird eine Linksabbiegespur sowie eine Schutzstreifen für den Radweg eingerichtet. Während der Baumaßnahme wird die Veltheimstraße im Kreuzungsbereich der Berliner Straße voll gesperrt.

Skyscraperbanner