Gekippter Gänseflügel

Kanadagänse am Tegeler See Kanadagänse am Tegeler See Foto: mvo

Bezirk – Irgendetwas stimmt nicht mit der Kanadagans, die an der Greenwich- Promenade unterwegs ist. Ihr rechter Flügel hängt, und auf dem Rücken sieht sie zerzaust aus. Zwar trägt die Gans eine Nummer an einem Fuß, doch wem „gehört“ sie eigentlich und wer muss sich kümmern? Formaljuristisch sind Wildtiere grundsätzlich „herrenlos“ und damit ohne Eigentümer, der sich für den nach dem Tierschutzgesetz verpflichtenden Schutz von Leben und Wohlbefinden einsetzt. Grundsätzlich darf man jedes augenscheinlich verletzte Wildtier aufnehmen, gesundpflegen und wieder am Fundort entlassen. Doch allein das schonende Einfangen einer so großen und wehrhaften Gans dürfte die meisten überfordern. Zudem müssen vor allem die nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Arten wie Greifvögel und Fledermäuse nur von fachkundigen Personen gepflegt werden. Ihren Fund sollte man daher umgehend den Naturschutzbehörden melden, die bei der Vermittlung an solche Experten helfen.

Im Falle der Gans handelt es sich jedoch um eine nach der Berliner „Verordnung über jagdbare Tierarten und Jagdzeiten“ dem Jagdrecht unterliegende Art, die eigentlich in den Aufgabenbereich der Jäger fallen. Während man in den Waldgebieten Förster und Jagdpächter ansprechen kann, ist das im Stadtgebiet schon schwieriger. Die sogenannten „Stadtjäger“ werden nur im Ausnahmefall hinzugezogen, wenn es zum Beispiel darum geht, ein angefahrenes Reh von seinem Leid zu erlösen. Daher hat der Berliner Senat für solche jagdbaren Arten, zu denen auch Wildschweine, Waschbären und sogar Schwäne gehören, das Wildtiertelefon beim Naturschutzbund (NABU) ins Leben gerufen. Dort erhält man Tipps und Adressen, wie man mit solchen Wildtieren verfahren sollte. Oft vermittelte Anlaufstellen sind die Kleintierklinik Düppel oder die Wildvogelstation des NABU. Für die Gans mit dem Kippflügel kann man jedoch nicht mehr viel tun. Die Ursachen dieser vor allem bei Gänsen zu beobachtenden Missbildung sind nicht sicher geklärt – verdächtigt werden ungesunde Fütterung mit Brot bis zu Infektionen. Behandelbar ist diese Fehlstellung nur bei Jungtieren. Durch Bandagieren mit Klebeband oder Entfernen der äußeren Schwungfedern kann sich das weiche Flügelgelenk korrekt ausbilden. Unbehandelt ist das erwachsene Tier durch den verdrehten Flügel flugunfähig. Hier kümmert sich meist „Mutter Natur“ auf „unmenschliche“ Weise: Diese Gänse fallen häufig dem Fuchs zum Opfer. mvo

Wildtiertelefon Berlin unter Tel. (030) 54 71 28 91, Mo. bis Do. von 9 bis 17 Uhr, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Letzte Änderung am Montag, 04 Dezember 2017 15:00

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