Wenn Wurstbrote den Tod bringen

Noch dürfen sich Wildschweine vergleichsweise sicher fühlen. Noch dürfen sich Wildschweine vergleichsweise sicher fühlen. Foto: mvo

Tegel – Noch wühlen die Wildschweine im Wildgatter der Revierförsterei Tegelsee und warten auf Passanten, die sie mit Nudeln und anderen Leckereien versorgen. Doch mit ihrem unberschwerten Leben kann es bald vorbei sein, und ihren freilebenden Artgenossen soll es nach dem Willen des Bauernverbandes bereits jetzt an den Kragen gehen. Deren Sorge ist groß vor der Afrikanischen Schweinepest, die sich allmählich von Osten kommend den Weg zum Schweineexportweltmeister Deutschland bahnt. Die tückische Seuche, für die es bisher weder Heilung noch einen Impfstoff gibt, ist für Menschen harmlos, doch für Schweine binnen weniger Tage tödlich.

Viel schlimmer aus Sicht der Schweinezüchter ist die vorgeschriebene Keulung aller Tiere eines Bestandes bei nur einem einzigen, positiven Fund. Zudem belegen viele Länder die für die Krankheit positiv befundeten Länder mit einem Einfuhrverbot. Das würde Deutschland den Titel kosten und viele der industriellen Produktionsstätten in Bedrängnis bringen. Dabei müssen zunächst die Bio-Bauern die Krankheit fürchten, denn ihre Schweine haben im Gegensatz zu denen in der Intensivmast Freigang, und nur die wenigsten Betriebe sind in der Lage, eine dauerhafte und weiterhin artgerechte Stallhaltung zu betreiben.

Auch der deutsche Agrarminister Christian Schmidt sieht nur in der massiven Tötung der Wildschweine eine Chance, die Verbreitung zu stoppen. Erste Bundesländer haben bereits begonnen, Abschussprämien auszuloben und die Jagd zu erleichtern. Für Rainer Altenkamp, dem ersten Vorsitzenden des Naturschutzbundes NABU und Mitglied im Berliner Jagdbeirat, liegt die Lösung des Problems an ganz anderer Stelle. „200 Kilometer links und rechts der Grenzen den Verzehr von Mettbrötchen verbieten – das wäre ein echter Beitrag zum Schutz der deutschen Schweine!“, sagt er. Denn die Verbreitung der Seuche erfolgte bisher entlang von Autobahnen und zeigt das wahre Problem auf: weggeworfene Wurstbrote und Fleischabfälle aus infiziertem Schweinefleisch, die als Infektionsherde dienen. Die daran schnell erkrankenden Wildschweine wandern dahingegen nicht mehr nennenswert. Diese Erkenntnis habe bereits in Osteuropa dazu geführt, dass Rastplätze eingezäunt und erklärend beschildert würden. Die vergleichsweise hohe und aus anderen Gründen zu kritisierende Wildschweindichte in Deutschland sei in erster Linie ein Ergebnis der Wildschweinhege durch die Jäger. Die Jagdpächter hätten die eigentlich als „Bejagungshilfe“ gedachte Kirrung, also das Anlocken der Tiere mit Futtermitteln wie Mais, zu einer massiven Auffütterung der Wildschweinbestände genutzt, um ihren Jagderfolg dauerhaft zu sichern. Diese unzulässige Praxis zu beenden, würde den Wildschweinbestand ganz natürlich senken. mvo

Letzte Änderung am Donnerstag, 25 Januar 2018 13:25

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Meldungen kurz & knapp

Sport | Vereine | Gesundheit

15- bis 25-Jährige für ein Tanzprojekt gesucht 

Märkisches Viertel – Die Faster-Than-Light-Dance-Company (FTL) bringt eine neue Tanzproduktion auf die Bühne. Für das Projekt „Frühlings Erwachen“ beginnen am 10. Februar die Proben. Mitmachen kann jeder, der Spaß an der Bewegung hat – ohne Aufnahmeprüfungen, Auditions oder Castings. Volker Eisenach, Choreograph und künstlerischer Leiter. „Die Choreographien sind für jeden erlernbar – egal ob Junge oder Mädchen, dick oder dünn, tanzerfahren oder Tanzneuling!“ Tänzer zwischen 15 und 25 Jahren sollten sich das nicht entgehen lassen. „Frühlings Erwachen“ wird am 23. und 24. März auf der Bühne des Fontane-Hauses zu sehen sein. Anmeldung und Infos unter Tel. (030) 50 91 44 48 oder per Mail an info@ftl-online.com

Niederlage zum Auftakt 

Hermsdorf – Der Start ins neue Jahr ging für die Basketballer des VfB Hermsdorf daneben. Im ersten Spiel 2017 unterlagen die Schützlinge von Trainer Christian Bathelt der BG 2000 mit 57:67 und belegen mit nur zwei Siegen aus 13 Partien weiter den vorletzten Platz in der Tabelle der 2. Regionalliga Ost. Die Hermsdorfer verschliefen das erste Viertel, lagen nach zehn Minuten 8:16 zurück. Zur Halbzeit (32:36) und auch nach dem dritten Viertel (48:52) waren sie bis auf vier Punkte dran, aber der Tabellendritte hatte das bessere Ende für sich. Beste Werfer für den VfB waren Justus Ramme (15), Jan-Eric Thie (11) und Felix Carels (10). Am kommenden Sonnabend steht für den VfB beim Tabellenvierten USV Halle die nächste schwierige Aufgabe an.

Austauschen und informieren 

Reinickendorf – Zu einem Jour Fixe, einem Austausch- und Informationstreffen, laden der Verein Selbstbestimmtes Wohnen im Alter (SWA e.V.) und die Kontaktstellen PflegeEngagement (KPE) am Mittwoch, 17. Januar, ein. Es werden Themen rund um ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz erörtert. Angehörige, Rechtsbetreuer, Interessierte und ehrenamtlich Engagierte sind eingeladen, an dieser kostenfreien Veranstaltung teilzunehmen. Sie dauert von 15 bis 17 Uhr und findet im Betreuungsverein des Humanistischen Verbandes Deutschland (HVD) Reinickendorf, Alt-Reinickendorf 7, statt. Besprochen werden dann unter anderem die Unterschiede zwischen einer Wohngemeinschaft, Betreutem Wohnen und Pflegeheimen, die Kosten und Finanzierung des Lebens in einer Wohngemeinschaft, der Alltag in einer Wohngemeinschaft und die Rolle der Angehörigen in einer Wohngemeinschaft. Weitere Informationen und Anmeldungen unter www.swa-berlin.de oder Tel. (030) 61 09 37 71.

Vortragsreihe 

Hermsdorf – Das Dominikus-Krankenhaus startet im Januar mit einer Veranstaltungsreihe zu medizinischen Themen. Ärzte, Pfleger und Therapeuten informieren über Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten. Anschließend können die Zuhörer mit den Referenten ins Gespräch kommen. Die kostenfreien Veranstaltungen finden im Dominikus-Saal, Kurhausstraße 30, statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Am Montag, 15. Januar, spricht Chefarzt Dr. Christian Nitzsche ab 17 Uhr zum Thema „Brauchen wir noch das Röntgen?“

Knie-Spezialist in China 

Hermsdorf – Dr. med. Dirk Flachsmeyer, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie des Dominikus-Krankenhauses besuchte im November für drei Tage China, um dort beim zweitgrößten Ortho-Unfall-Kongress der Welt in Zhuhai einen Vortrag über Knieendoprothetik zu halten. Deutschland war in diesem Jahr Gastland des Kongresses. Der Besuch in China ist allerdings keine Seltenheit für Dr. Flachsmeyer, denn er reist bereits seit Jahren regelmäßig dorthin, um Ärzte auf dem Gebiet der Endoprothetik anzuleiten und fortzubilden. Besuch aus Saudi-Arabien hingegen erhielt der Chefarzt am 8. November. Dr. Flachsmeyer empfing zwei Ärzte, die ihm bei zwei Operationen assistierten. Das Gesundheitssystem in Saudi-Arabien verfügt über modernste Technologien und Spezialisten. Austauschprogramme oder solche Hospitationen sind dort Teil der Ausbildung, dienen aber auch zum Erfahrungsaustausch.

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