Sport bedeutet „Lebensglück“

Der olympische Geist hat die Hammerwurf-Weltmeisterin 2007 Betty Heidler und auch Tobias Dollase schon immer beseelt. Foto: bek Der olympische Geist hat die Hammerwurf-Weltmeisterin 2007 Betty Heidler und auch Tobias Dollase schon immer beseelt. Foto: bek Foto: bek

Bezirk/Tiergarten – Rampenlicht außerhalb des Hammerwurfrings ist ihr offenbar auch heute noch nicht ganz geheuer. Als Betty Heidler im Jugendgästehaus der Berliner Stadtmission an der Lehrter Straße unweit des Hauptbahnhofes für ein kleines Interview nach vorn gebeten wurde, changierte ihre Gesichtsfarbe kurz leicht ins Rötliche, sie war schlicht verlegen vor so vielen Gästen mit dem Mikrophon in der Hand. Die leichte Unsicherheit verflog aber schnell, als sie über ihre sportliche Karriere ins Plaudern kam. Die Hammerwurf-Weltmeisterin 2007 und Silbermedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen 2012 in London erzählte von hartem Training ohne Discobesuch, über unterschiedliche Ernährung in der Trainings- und Wettkampfphase, von zittrigen Beinen bei großen Meisterschaften kurz vor dem ersten Wurf oder vom „Schlabberlook“ deutscher Olympioniken und Wollmützen bei Spitzensportlern aus der südlichen Hemisphäre beim gemeinsamen Essen im Olympischen Dorf.

„Der Sport hat meiner eigenen persönlichen Entwicklung total gut getan, hat meinen Blick geöffnet für die Welt und andere Kulturen“, erzählte die inzwischen 34-jährige Marzahnerin, die nach einem vierten Platz bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 den Hammer an den berühmten Nagel hing und nun voll ihrem Beruf bei der Bundespolizei nachgeht.

Betty war der Stargast bei der Veranstaltung „Olympia ruft: Mach mit!“-Kick-Off am 30. November. Das Bewegungs- und Lernprogramm für Schulen & Kitas transportiert olympische Werte in möglichst viele Einrichtungen und soll dabei gezielt die Gesundheit der Kinder – aber auch von Erziehern und Lehrern – fördern. Das von der Techniker Krankenkasse (TK) finanziell unterstützte Programm ist inzwischen in mehr als 720 Schulen und Kitas bundesweit aktiv. Mit der Veranstaltung wollte man weitere Einrichtungen auf das interessante Angebot aufmerksam machen.

Auf teilnehmende Schulen und Klassen warten verschiedene, frei wählbare Programmbausteine. Die Teilnehmer erhalten zudem die kostenfreie „Olympia ruft: Mach mit!“-Box mit allen notwendigen Arbeitsmaterialien (Infos unter www.symbioun.de). Das Friedrich-Engels-Gymnasium in Reinickendorf hatte für sein besonderes Engagement im Juli dieses Jahres ein komplettes Sportfest „spendiert“ bekommen. Und an der Bertha-von-Suttner- Schule gab es am 16. November einen Gesundheitstag für die Lehrer.

Raz Dezember2017 1 Olympia Marjam KadyrbekowMarjam Kadyrbekow, Projektleiterin und Coach beim Verein symbioun Foto: bek

 

„Wir freuen uns, dass wir sogar Vertreter aus der Politik überzeugen konnten“, sagt Marjam Kadyrbekow, Projektleiterin und Coach beim in Gotha/Thüringen ansässigen Verein symbioun, neben der DOA Träger des Projekts „Olympia ruft: Mach mit!“. Mit „Vertreter aus der Politik“ war der Reinickendorfer Bezirksstadtrat Tobias Dollase gemeint, der sich von Beginn an für das Projekt stark gemacht hat und der auch zu Gast im Jugendgästehaus war. „Sport bedeutet Lebensglück“, sagte der aus der Leichtathletik kommende Dollase, der nach wie vor Trainer bei der LG Nord ist. „Es geht um Teamgeist, und man lernt, auch mit Niederlagen umzugehen.“

Begeistert machte er das Aufwärmprogramm des Moderators Andi Schulze mit, der mit damit Lockerheit in die zunächst etwas eingeschüchtert wirkende Runde brachte. „Das hat uns doch einen positiven Drive gegeben, ich habe gesehen, wie man Bewegung in eine Sitzung bringen kann.“ Fast hatte es den Anschein, als wolle er das Aufwärmprogramm auch mal im Rathaus ausprobieren. Vielleicht sollten die Bezirksverordneten zur nächsten BVV ein trockenes Hemd zum Wechseln mitbringen. bek

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Meldungen kurz & knapp

Sport | Vereine | Gesundheit

15- bis 25-Jährige für ein Tanzprojekt gesucht 

Märkisches Viertel – Die Faster-Than-Light-Dance-Company (FTL) bringt eine neue Tanzproduktion auf die Bühne. Für das Projekt „Frühlings Erwachen“ beginnen am 10. Februar die Proben. Mitmachen kann jeder, der Spaß an der Bewegung hat – ohne Aufnahmeprüfungen, Auditions oder Castings. Volker Eisenach, Choreograph und künstlerischer Leiter. „Die Choreographien sind für jeden erlernbar – egal ob Junge oder Mädchen, dick oder dünn, tanzerfahren oder Tanzneuling!“ Tänzer zwischen 15 und 25 Jahren sollten sich das nicht entgehen lassen. „Frühlings Erwachen“ wird am 23. und 24. März auf der Bühne des Fontane-Hauses zu sehen sein. Anmeldung und Infos unter Tel. (030) 50 91 44 48 oder per Mail an info@ftl-online.com

Niederlage zum Auftakt 

Hermsdorf – Der Start ins neue Jahr ging für die Basketballer des VfB Hermsdorf daneben. Im ersten Spiel 2017 unterlagen die Schützlinge von Trainer Christian Bathelt der BG 2000 mit 57:67 und belegen mit nur zwei Siegen aus 13 Partien weiter den vorletzten Platz in der Tabelle der 2. Regionalliga Ost. Die Hermsdorfer verschliefen das erste Viertel, lagen nach zehn Minuten 8:16 zurück. Zur Halbzeit (32:36) und auch nach dem dritten Viertel (48:52) waren sie bis auf vier Punkte dran, aber der Tabellendritte hatte das bessere Ende für sich. Beste Werfer für den VfB waren Justus Ramme (15), Jan-Eric Thie (11) und Felix Carels (10). Am kommenden Sonnabend steht für den VfB beim Tabellenvierten USV Halle die nächste schwierige Aufgabe an.

Austauschen und informieren 

Reinickendorf – Zu einem Jour Fixe, einem Austausch- und Informationstreffen, laden der Verein Selbstbestimmtes Wohnen im Alter (SWA e.V.) und die Kontaktstellen PflegeEngagement (KPE) am Mittwoch, 17. Januar, ein. Es werden Themen rund um ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz erörtert. Angehörige, Rechtsbetreuer, Interessierte und ehrenamtlich Engagierte sind eingeladen, an dieser kostenfreien Veranstaltung teilzunehmen. Sie dauert von 15 bis 17 Uhr und findet im Betreuungsverein des Humanistischen Verbandes Deutschland (HVD) Reinickendorf, Alt-Reinickendorf 7, statt. Besprochen werden dann unter anderem die Unterschiede zwischen einer Wohngemeinschaft, Betreutem Wohnen und Pflegeheimen, die Kosten und Finanzierung des Lebens in einer Wohngemeinschaft, der Alltag in einer Wohngemeinschaft und die Rolle der Angehörigen in einer Wohngemeinschaft. Weitere Informationen und Anmeldungen unter www.swa-berlin.de oder Tel. (030) 61 09 37 71.

Vortragsreihe 

Hermsdorf – Das Dominikus-Krankenhaus startet im Januar mit einer Veranstaltungsreihe zu medizinischen Themen. Ärzte, Pfleger und Therapeuten informieren über Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten. Anschließend können die Zuhörer mit den Referenten ins Gespräch kommen. Die kostenfreien Veranstaltungen finden im Dominikus-Saal, Kurhausstraße 30, statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Am Montag, 15. Januar, spricht Chefarzt Dr. Christian Nitzsche ab 17 Uhr zum Thema „Brauchen wir noch das Röntgen?“

Knie-Spezialist in China 

Hermsdorf – Dr. med. Dirk Flachsmeyer, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie des Dominikus-Krankenhauses besuchte im November für drei Tage China, um dort beim zweitgrößten Ortho-Unfall-Kongress der Welt in Zhuhai einen Vortrag über Knieendoprothetik zu halten. Deutschland war in diesem Jahr Gastland des Kongresses. Der Besuch in China ist allerdings keine Seltenheit für Dr. Flachsmeyer, denn er reist bereits seit Jahren regelmäßig dorthin, um Ärzte auf dem Gebiet der Endoprothetik anzuleiten und fortzubilden. Besuch aus Saudi-Arabien hingegen erhielt der Chefarzt am 8. November. Dr. Flachsmeyer empfing zwei Ärzte, die ihm bei zwei Operationen assistierten. Das Gesundheitssystem in Saudi-Arabien verfügt über modernste Technologien und Spezialisten. Austauschprogramme oder solche Hospitationen sind dort Teil der Ausbildung, dienen aber auch zum Erfahrungsaustausch.

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