Usain Bolt des Brennballs

Mit vollem Einsatz bei der Sache: Ein Läufer der Schilling-Schule aus Neukölln. Mit vollem Einsatz bei der Sache: Ein Läufer der Schilling-Schule aus Neukölln. Foto: bek

Borsigwalde – Der Junge von der Spandauer Schule am Stadtrand mit der Nummer 11 auf dem Rücken ist unglaublich schnell. Die aufgestellten Hütchen in der Turnhalle der Toulouse- Lautrec-Schule an der Miraustraße in Borsigwalde fliegen nur so an ihm vorbei, er überholt die anderen locker, Läufer wie Rollstuhlfahrer. Aber plötzlich muss er stehenbleiben, wie alle anderen auf der Runde auch. Der Brennmeister touchiert mit dem Ball den Brennpunkt. Das ist das Stoppzeichen für alle Läufer und Rollis. Der Toulouse-Lautrec-Brennball- Cup 2017 der Berliner Förderzentren „Körperliche und motorische Entwicklung“ ist in vollem Gange, und der Spandauer Junge ist der „Usain Bolt des Brennballs“.

Bereits zum siebten Mal wurde das unter der Schirmherrschaft von ALBA Berlin und des Behindertensportverbandes Berlin stehende Turnier ausgerichtet, und wie immer waren die Teilnehmer am 23. November mit Begeisterung dabei. Beim ersten Hinsehen scheint es sich um eine komplizierte Geschichte zu handeln, aber das Regelwerk erschließt sich schnell.

Gespielt wird auf einem Volleyballfeld, an beiden Längsseiten sind fünf Hütchen an der Stirnseite ein Hütchen aufgestellt. Jede Mannschaft besteht aus acht Spielern, wovon mindestens zwei mit dem Rollstuhl unterwegs sein müssen. Jede Mannschaft hat 16 Würfe, also zwei je Spieler. Ein Spieler wirft, läuft oder rollt dann sofort los, die andere Mannschaft hat mehrere Spieler im Inneren des Feldes aufgebaut und versucht den Ball so schnell wie möglich zum Brennmeister zu bringen. Wenn der den Ball auf dem Brennpunkt, einem kleinen Kasten, ablegt, müssen die auf der Laufrunde befindlichen Werfer stehen bleiben. Wer die Runde beendet, erhält einen Punkt, wer es schafft, in einem Rutsch durchzulaufen, bekommt zwei Punkte. Das ist dann ein Homerun, die Regeln sind an das amerikanische Baseball-Spiel angelehnt. Nach den 16 Würfen wechselt das Wurfrecht auf die andere Mannschaft über, die nun ebenfalls 16 Würfe hat und nun punkten kann. Am Ende wird dann zusammengezählt, wer mehr Punkte hat, gewinnt.

Raz Dezember2017 1 Brennball2Der Brennmeister der Biesalski-Schule legt den Ball ab. Foto: bek

 

Sechs Schulen nahmen am Turnier in Borsigwalde teil, als Sieger ging die Marianne-Buggenhagen-Schule aus Buch hervor. Rang zwei ging an die Toulouse-Lautrec-Schule vor der Schule am Stadtrand und der Schilling- Schule aus Neukölln. Weitere Teilnehmer waren die Biesalski-Schule aus Zehlendorf und die Katholische Schule St. Hildegard aus Marienfelde. Henry John, Sportlehrer an der Toulouse-Lautrec-Schule, moderierte das Turnier zusammen mit Felix Eichstädt, der hier sein Freiwilliges Soziales Jahr ableistet. Aufmerksame Beobachterin war die Schulleiterin Uta Eling, die dann auch den 20:18-Sieg der Lehrer gegen die besten Schüler im Allstar-Spiel verfolgte. Red Frister, Sektionsleiter Rollstuhlbasketball bei ALBA Berlin, setzte sich für die Begegnung in einen Rolli und machte für das Lehrer-Team mit.

„Das Tolle an diesem Sport ist, dass jeder mitmachen kann“, sagt Henry John. „Da sind dann eben auch Übergewichtige neben Rollis und eher sportlichen Jungs und Mädchen in einem Team.“ Und man feiert gemeinsam Erfolgserlebnisse. Das ist gelebte Inklusion – im nächsten Jahr wieder in der Toulouse-Lautrec-Schule in Borsigwalde. bek

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Meldungen kurz & knapp

Sport | Vereine | Gesundheit

15- bis 25-Jährige für ein Tanzprojekt gesucht 

Märkisches Viertel – Die Faster-Than-Light-Dance-Company (FTL) bringt eine neue Tanzproduktion auf die Bühne. Für das Projekt „Frühlings Erwachen“ beginnen am 10. Februar die Proben. Mitmachen kann jeder, der Spaß an der Bewegung hat – ohne Aufnahmeprüfungen, Auditions oder Castings. Volker Eisenach, Choreograph und künstlerischer Leiter. „Die Choreographien sind für jeden erlernbar – egal ob Junge oder Mädchen, dick oder dünn, tanzerfahren oder Tanzneuling!“ Tänzer zwischen 15 und 25 Jahren sollten sich das nicht entgehen lassen. „Frühlings Erwachen“ wird am 23. und 24. März auf der Bühne des Fontane-Hauses zu sehen sein. Anmeldung und Infos unter Tel. (030) 50 91 44 48 oder per Mail an info@ftl-online.com

Niederlage zum Auftakt 

Hermsdorf – Der Start ins neue Jahr ging für die Basketballer des VfB Hermsdorf daneben. Im ersten Spiel 2017 unterlagen die Schützlinge von Trainer Christian Bathelt der BG 2000 mit 57:67 und belegen mit nur zwei Siegen aus 13 Partien weiter den vorletzten Platz in der Tabelle der 2. Regionalliga Ost. Die Hermsdorfer verschliefen das erste Viertel, lagen nach zehn Minuten 8:16 zurück. Zur Halbzeit (32:36) und auch nach dem dritten Viertel (48:52) waren sie bis auf vier Punkte dran, aber der Tabellendritte hatte das bessere Ende für sich. Beste Werfer für den VfB waren Justus Ramme (15), Jan-Eric Thie (11) und Felix Carels (10). Am kommenden Sonnabend steht für den VfB beim Tabellenvierten USV Halle die nächste schwierige Aufgabe an.

Austauschen und informieren 

Reinickendorf – Zu einem Jour Fixe, einem Austausch- und Informationstreffen, laden der Verein Selbstbestimmtes Wohnen im Alter (SWA e.V.) und die Kontaktstellen PflegeEngagement (KPE) am Mittwoch, 17. Januar, ein. Es werden Themen rund um ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz erörtert. Angehörige, Rechtsbetreuer, Interessierte und ehrenamtlich Engagierte sind eingeladen, an dieser kostenfreien Veranstaltung teilzunehmen. Sie dauert von 15 bis 17 Uhr und findet im Betreuungsverein des Humanistischen Verbandes Deutschland (HVD) Reinickendorf, Alt-Reinickendorf 7, statt. Besprochen werden dann unter anderem die Unterschiede zwischen einer Wohngemeinschaft, Betreutem Wohnen und Pflegeheimen, die Kosten und Finanzierung des Lebens in einer Wohngemeinschaft, der Alltag in einer Wohngemeinschaft und die Rolle der Angehörigen in einer Wohngemeinschaft. Weitere Informationen und Anmeldungen unter www.swa-berlin.de oder Tel. (030) 61 09 37 71.

Vortragsreihe 

Hermsdorf – Das Dominikus-Krankenhaus startet im Januar mit einer Veranstaltungsreihe zu medizinischen Themen. Ärzte, Pfleger und Therapeuten informieren über Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten. Anschließend können die Zuhörer mit den Referenten ins Gespräch kommen. Die kostenfreien Veranstaltungen finden im Dominikus-Saal, Kurhausstraße 30, statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Am Montag, 15. Januar, spricht Chefarzt Dr. Christian Nitzsche ab 17 Uhr zum Thema „Brauchen wir noch das Röntgen?“

Knie-Spezialist in China 

Hermsdorf – Dr. med. Dirk Flachsmeyer, Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie des Dominikus-Krankenhauses besuchte im November für drei Tage China, um dort beim zweitgrößten Ortho-Unfall-Kongress der Welt in Zhuhai einen Vortrag über Knieendoprothetik zu halten. Deutschland war in diesem Jahr Gastland des Kongresses. Der Besuch in China ist allerdings keine Seltenheit für Dr. Flachsmeyer, denn er reist bereits seit Jahren regelmäßig dorthin, um Ärzte auf dem Gebiet der Endoprothetik anzuleiten und fortzubilden. Besuch aus Saudi-Arabien hingegen erhielt der Chefarzt am 8. November. Dr. Flachsmeyer empfing zwei Ärzte, die ihm bei zwei Operationen assistierten. Das Gesundheitssystem in Saudi-Arabien verfügt über modernste Technologien und Spezialisten. Austauschprogramme oder solche Hospitationen sind dort Teil der Ausbildung, dienen aber auch zum Erfahrungsaustausch.

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