Ein anständiges Leben

Schüler in der neu eröffneten Schule „Ecole Fondamentale de Bagandou". Schüler in der neu eröffneten Schule „Ecole Fondamentale de Bagandou". Foto: privat

Reinickendorf – Die RAZ berichtete vor einiger Zeit über den kleinen Verein Bagandou e.V., den der Reinickendorfer Mathias Monzebe im Jahr 2015 gründete. Er besteht lediglich aus 17 Mitgliedern und unterstützt die Heimatregion Monzebes in Zentralafrika. In der kleinen ländlichen Gemeinde Bagandou im Südwesten des Landes mangelt es an vielem – die Bildung der Kinder allerdings liegt dem 44-jährigen dreifachen Vater besonders am Herzen: „Ein Schulbesuch ist Voraussetzung für eine Ausbildung oder ein Studium und somit eine große Chance für ein besseres Leben im eigenen Land.“ Deshalb hilft sein Verein mit Geld und Schulmaterialien, mit Ideen und Koordination, um die Schulinfrastruktur von Bagandou zu verbessern. So gelang es, die einzige Grundschule der Region mit Schulmaterialien und Bänken auszustatten sowie Lehrer zu gewinnen. Im Jahr 2006 unterrichtete ein einziger Lehrer in einem Klassenraum 180 Schüler, die keine Stifte oder Hefte zur Verfügung hatten und teilweise auf dem Boden saßen, weil die Schulbänke kaputt waren.

Bei seinem letzten Besuch im Januar brachte Mathias Monzebe den Kindern Schulmaterialien wie Stifte und Zirkel mit, die er in sechs Koffern mit dem Flugzeug transportierte – eine andere Transportmöglichkeit kann sich der Verein nicht leisten. Außerdem unterrichten nun in dieser Grundschule neun Lehrer, die teilweise vom Verein bezahlt werden.

Ein weiterer Erfolg krönte die Bemühungen des Vereins im September: Eine zweite Grundschule konnte wiedereröffnet werden. Vor vier Jahren wurde sie geschlossen, weil es kein Geld für die Lehrer gab. Nun finanziert der Bagandou e.V. drei Lehrer, zwei weitere werden durch die „Frauenförderation für Weltfrieden“ unterstützt.

282 Kinder können jetzt einigermaßen anständig unterrichtet werden. Allerdings fehlen auch hier noch einige Schulmaterialien. Wer die Kinder unterstützen möchte, kann Mathias Monzebe Stifte, Füller, Kugelschreiber, Spitzer, Radiergummis, gefüllte Federmäppchen, Zirkel und Lineale auf seinen nächsten Flug im Februar mitgeben – oder Geld spenden, damit vor Ort Hefte, Blöcke und Schulbücher gekauft werden können.

Des Weiteren unterstützt der Bagandou e.V. auch die örtliche Krankenstation, in der katastrophale Zuständen herrschen. Es fehlt an allem: Verbandsmaterial, OP-Besteck, Matratzen, Bettwäsche. Die Firma „Rausch und Lohmann“ spendete bereits 120 Kilogramm Verbandmaterial, die Mathias Monzebe bei seinem nächsten Flug im Februar 2018 mitnimmt.
Die Sach- oder Geldspenden bewirken, dass sich die Lebensbedingungen der Menschen in Bagandou in Zukunft ein wenig verbessern und ihnen ein anständiges Leben im eigenen Land ermöglicht wird. hb

Wer mit Sachspenden wie Schul- und Verbandsmaterial oder Geldspenden den Bagandou e.V. unterstützen möchte, kann sich per E-Mail bei Mathias Monzebe unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 0176/ 81 32 68 66 melden. Weitere Informationen finden sich unter www.bagandou.de

Letzte Änderung am Freitag, 05 Januar 2018 09:58

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Meldungen kurz & knapp

Soziales | Senioren | Kirche

Tegeler Ehrenamtspreis an Reitverein

Tegel – Der Tegeler Ehrenamtspreis geht in diesem Jahr an den Ländlichen Reitverein Tegel am Waidmannsluster Damm 10. Ausgelobt wird er vom Tegeler CDU-Abgeordneten Tim-Christopher Zeelen. Zur Begründung der Vergabe an den diesjährigen Preisträger sagt er: „Beim Reitsport lernen die Kinder Verantwortung für ein anderes Lebewesen zu übernehmen. Dazu gehören neben dem Reiten vor allem die Versorgung und die Pflege der Pferde.“ Der Ländliche Reitverein Tegel engagiert sich seit 33 Jahren insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit. Da vor wenigen Wochen beim Reitverein eingebrochen wurde und der finanzielle Schaden erheblich ist, kam das Preisgeld in Höhe von 200 Euro gerade zur richtigen Zeit.

Senioren lernen Umgang mit Tablet

Märkisches Viertel – Die Gesobau unterstützt ältere Menschen bei der Teilhabe an der digitalen Gesellschaft. So stellen Infoveranstaltungen „Digital mobil im Alter“ beispielsweise Tablet-PC-Kurse im Ribbeck-Haus, Senftenberger Ring 54, vor. Sie finden am Dienstag, 16. Januar, 14 Uhr, und am Montag, 22. Januar, 14 Uhr, statt. Wer sich für einen Kurs interessiert, kann sich nach der Infoveranstaltung dafür anmelden.

Kurs für ehrenamtliche Sterbebegleiter

Märkisches Viertel – Der Hospizdienst vom Unionhilfswerk hat noch freie Plätze im kostenlosen Vorbereitungskurs zum ehrenamtlichen Lebens- und Sterbebegleiter. Der Kurs startet am 12. Januar 2018 beim Unionshilfswerk, Wilhelmsruher Damm 116. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Ziel ist, Menschen in schwierigen Situationen oder an ihrem Lebensende beizustehen – ob zu Hause oder im Pflegewohnheim. Die Ehrenamtlichen treffen sich auch zur Supervision und zum regelmäßigen Austausch. Weitere Informationen unter Tel. (030) 644 97 60 66.

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