Auf den Weg begeben

Werner Rathgeber auf Reisen Werner Rathgeber auf Reisen Foto: privat

Lübars – Werner Rathgeber kann viele Geschichten erzählen. Der 76-jährige Senior aus Lübars wandert durch Deutschland – nicht auf den üblichen Wanderwegen, sondern entlang der Pilgerwege. Über hundert gibt es; gut 20 ist er bereits gegangen. „Ich übernachte dann schon mal im Doppelstockbett im Kinderzimmer, aber das ist völlig in Ordnung, denn ich habe keine großen Ansprüche, wenn ich unterwegs bin. Ich übe mich auf meinen Wanderungen – in dieser Auszeit vom Alltag – in Demut und Zufriedenheit.“ Pilgern ist mehr als Wandern. „Man öffnet sich der Natur und der Kultur am Wegesrand. Ich schaue mir jede Kirche an und unterhalte mich mit den Menschen, die mir begegnen. Deswegen sind mir die Pilgerwege in Deutschland am liebsten, denn ich schätze besonders die Begegnungen mit den Menschen“, sagt Rathgeber.

Der gelernte Schriftsetzer wandert am liebsten allein und hat nur seinen Wanderstock und einen Rucksack mit dem Nötigsten dabei. Das Handy wird nur in absoluten Notfällen benutzt – der Pilgerer orientiert sich an der Wegbezeichnung, der Pilgermuschel, den Gezeiten und der Wanderkarte, denn die Pilgerwege waren und sind eine Wegstrecke, auf der der Wanderer innere Ruhe und neue Lebenskraft finden möchte. Dabei ist nicht der Ort am Ende des Pilgerpfads das eigentliche Ziel, sondern der Weg dorthin. 

Auch den ältesten Pilgerweg Deutschlands ist Werner Rathgeber bereits gegangen. Er führt 130 Kilometer von der Marienkirche in Mitte über Heiligensee und Hennigsdorf nach Bad Wilsnack. Seine nächste Tour, die 24. wird ihn im Mai von Weimar in seinen Geburtsort Freiburg führen. Doch zuvor organisiert er – wie jedes Jahr – das Neujahrspilgern. Es führt von Blankenburg aus am Nordgraben entlang nach Tegel. Diesen Weg geht Werner Rathgeber ausnahmsweise in Gemeinschaft. Gemeindemitgliedern der Lübarser Kirchengemeinde und anderen Interessierten begleiten ihn auf der elf Kilometer langen Strecke. „Wir werden reden, singen, beten und natürlich auch in Stille gehen. Ich freue mich über jeden, der mitkommt, um das neue Jahr auf diese Weise zu beginnen.“

Wer am Neujahrspilgern teilnehmen möchte, meldet sich bei Werner Rathgeber unter Telefon (030) 402 83 37 oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an. Der Treffpunkt ist am 1. Januar um 10 Uhr am S-Bahnhof Waidmannslust. hb

Letzte Änderung am Dienstag, 19 Dezember 2017 14:22

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Meldungen kurz & knapp

Soziales | Senioren | Kirche

Tegeler Ehrenamtspreis an Reitverein

Tegel – Der Tegeler Ehrenamtspreis geht in diesem Jahr an den Ländlichen Reitverein Tegel am Waidmannsluster Damm 10. Ausgelobt wird er vom Tegeler CDU-Abgeordneten Tim-Christopher Zeelen. Zur Begründung der Vergabe an den diesjährigen Preisträger sagt er: „Beim Reitsport lernen die Kinder Verantwortung für ein anderes Lebewesen zu übernehmen. Dazu gehören neben dem Reiten vor allem die Versorgung und die Pflege der Pferde.“ Der Ländliche Reitverein Tegel engagiert sich seit 33 Jahren insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit. Da vor wenigen Wochen beim Reitverein eingebrochen wurde und der finanzielle Schaden erheblich ist, kam das Preisgeld in Höhe von 200 Euro gerade zur richtigen Zeit.

Senioren lernen Umgang mit Tablet

Märkisches Viertel – Die Gesobau unterstützt ältere Menschen bei der Teilhabe an der digitalen Gesellschaft. So stellen Infoveranstaltungen „Digital mobil im Alter“ beispielsweise Tablet-PC-Kurse im Ribbeck-Haus, Senftenberger Ring 54, vor. Sie finden am Dienstag, 16. Januar, 14 Uhr, und am Montag, 22. Januar, 14 Uhr, statt. Wer sich für einen Kurs interessiert, kann sich nach der Infoveranstaltung dafür anmelden.

Kurs für ehrenamtliche Sterbebegleiter

Märkisches Viertel – Der Hospizdienst vom Unionhilfswerk hat noch freie Plätze im kostenlosen Vorbereitungskurs zum ehrenamtlichen Lebens- und Sterbebegleiter. Der Kurs startet am 12. Januar 2018 beim Unionshilfswerk, Wilhelmsruher Damm 116. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Ziel ist, Menschen in schwierigen Situationen oder an ihrem Lebensende beizustehen – ob zu Hause oder im Pflegewohnheim. Die Ehrenamtlichen treffen sich auch zur Supervision und zum regelmäßigen Austausch. Weitere Informationen unter Tel. (030) 644 97 60 66.

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