Hand in Hand für Akzeptanz

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Märkisches Viertel/Bezirk – Seit gut zehn Jahren engagiert sich die Arbeitsgemeinschaft Demenzfreundliche Kommune Reinickendorf für demente Menschen. RAZ-Redakteur Harald Dudel sprach mit Uta Reiberg.

 

Frau Reiberg, Sie sind als Leiterin des Pflegestützpunkts im Märkischen Viertel ein Mitglied der demenzfreundlichen Kommune. Was darf ich mir darunter vorstellen? Ist das eine Art Wohngemeinschaft?
Nein, wir sind ein Zusammenschluss von Institutionen, die Beratung, Betreuung und Unterstützung für Menschen mit Demenz und ihren Bezugspersonen anbieten.

Wer beteiligt sich daran?
Vor allem Dienstleister in der Altenhilfe wie Pflegeheime, Pflegedienste, ein Betreuungsverein sowie ein Kirchenkreis, das Bezirksamt, die Kontaktstelle Pflege-Engagement sowie unser Pflegestützpunkt – um nur einige zu nennen.

Wie definieren Sie Ihr Ziel?
Wir erleben, dass Menschen mit Demenz und Angehörige sich aus Hemmungen, Ängsten und Schamgefühlen zurückziehen. Beispielsweise keine Restaurants, Einkaufsläden oder Freizeitstätten mehr besuchen. Wir wollen ihnen hingegen eine verstärkte und selbstverständliche Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.

Wie wollen Sie diese Akzeptanz erreichen?
Es geht darum, niedrigschwellige Aufklärungsarbeit für eine breite Zielgruppe zu leisten. Über Lesungen, Ausstellungen und Kino-Nachmittage wollen wir an das Thema Demenz heranzuführen und Ängste abbauen. Dazu treffen wir uns einmal im Monat. Derzeit planen wir für 2018.

Und was wollen Sie 2018 anbieten?
Wir wollen auf unsere bisherigen Angebote aufbauen und planen ergänzende Schulungen für pflegende Angehörige.

Wo klaffen die größten Informationslücken?
Viele helfende Angehörige kennen nicht die unterstützenden Angebote wie Pflegedienste, Gesprächskreise und Betreuungs-Möglichkeiten.

Wie sollte man im Umgang mit Demenzkranken reagieren?
Man sollte sich auf jeden Fall mit dem Krankheitsbild auseinandersetzen. Man muss sich immer wieder vergegenwärtigen, dass dieser Mensch krank ist und viele Dinge, die er früher konnte, nicht mehr kann.

Und wenn jemand den Eindruck hat, dass die eigene Oma dement wird…
… sollte er sich frühzeitig an einen Pflegestützpunkt wenden. Davon gibt es in Berlin 36. Und man muss die Diagnose abklären. Wir erleben immer wieder, dass Menschen nicht wissen, warum ihr Gedächtnis nachlässt und welche Form der Behandlung sinnvoll ist.

Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Interview Harald Dudel

Weitere Informationen über das Thema Demenz unter Tel. (030) 498 72 404 oder im Internet unter www.demenz-in-reinickendorf.de/index.php?id=17 
Letzte Änderung am Mittwoch, 06 Dezember 2017 08:33

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Meldungen kurz & knapp

Soziales | Senioren | Kirche

Hatun-Sürücü-Preis ausgelobt

Bezirk/Berlin – Bereits zum sechsten Mal hat die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus den mit 1.000 Euro dotierten Hatun-Sürücü-Preis ausgelobt. Dieser zeichnet Menschen aus, die sich tatkräftig und mit viel Herz für Mädchen und junge Frauen einsetzen und ihre Selbstbestimmung fördern. Kandidatinnen können sich bis zum 31. Dezember selbst bewerben oder vorgeschlagen werden. Die Preisverleihung findet im Februar im Berliner Abgeordnetenhaus statt. Weitere Infos und Bewerbungsunterlagen unter www.gruene-fraktion-berlin.de/hsp 

Senioren erwandern 3.446,84 Euro

Bezirk – Bei der diesjährigen Sternwanderung im Sommer wanderten etwa 700 Seniorinnen und Senioren zum Seniorenfreizeitzentrum in der Adelheidallee in Tegel. Insgesamt kamen dabei aus Startgebühren sowie Speise- und Getränkeeinnahmen 3.446,84 Euro zusammen, die dem Weißen Ring zugute kommen, der Opfer von Kriminalität und Gewalt sowie deren Angehörige unterstützt.

Kurs für ehrenamtliche Sterbebegleiter

Märkisches Viertel – Der Hospizdienst vom Unionhilfswerk hat noch freie Plätze im kostenlosen Vorbereitungskurs zum ehrenamtlichen Lebens- und Sterbebegleiter. Der Kurs startet am 12. Januar 2018 beim Unionshilfswerk, Wilhelmsruher Damm 116. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Ziel ist, Menschen in schwierigen Situationen oder an ihrem Lebensende beizustehen – ob zu Hause oder im Pflegewohnheim. Die Ehrenamtlichen treffen sich auch zur Supervision und zum regelmäßigen Austausch. Weitere Informationen unter Tel. (030) 644 97 60 66.

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