Bebauung Trettachzeile

Sollte das Werkstattgebäude abgerissen werden, würde Heinz-Jürgen Korte seine Existenz verlieren. Sollte das Werkstattgebäude abgerissen werden, würde Heinz-Jürgen Korte seine Existenz verlieren. Foto: fle

Borsigwalde – Extrembebauung statt grünes Kleinod? Die Bürgerinitiative „Altes Wasserwerk Tegel“ wehrt sich weiter gegen die Bebauungspläne der Project Immobilien Berlin auf dem Gelände des ehemaligen Wasserwerkes in der Trettachzeile 15. In der jüngsten BVV-Sitzung wurde das Thema in Form von Einwohnerfragen behandelt.

Früher befand sich hier das Alte Wasserwerk Tegel (siehe auch Historisches Seite 30). Nach seiner Schließung entwickelte sich das Gelände zu einem besonders idyllischen Wohnort für 15 Anwohner. Sie haben sich auf dem 13.600 Quadratmeter großen Gelände, auf dem sich neben den denkmalgeschützten Gebäuden noch das Pförtnerhäuschen und ein alter Wald befinden, ein Paradies geschaffen. Doch nun bangen die Bewohner darum, denn das Grundstück wurde verkauft und soll dicht bebaut werden. War erst von 50 Wohnungen die Rede, sollen nun insgesamt 91 Wohnungen in acht Wohnhäusern entstehen. „Von den vier Baudenkmälern sollen drei erhalten werden. Lediglich die östlich der Zufahrtsstraße befindliche Werkstatt soll zugunsten eines Wohngebäudes abgerissen werden“, heißt es im Bebauungsplan. „Dass es sich dabei um meine Motorradwerkstatt und meine Existenz dreht, scheint nicht von Belang zu sein“, sagt Anwohner Heinz-Jürgen Korte.

Eine Einwohneranfrage während der BVV kam von Regina Schönfeld: Beschlüsse, die in der BVV am 14. September 2016 getroffen wurden – unter anderem der Erhalt kleiner wohnverträglicher Gewerbebetriebe sowie die Sicherung der sozialen Struktur der Bewohner, das Festschreiben eines Anteils an preiswertem Wohnraum, den Erhalt der denkmalgeschützten Struktur und des hohen Grünanteils – würden sich in den jetzigen Planungen nicht wiederfinden. Das sehen auch die Verordneten Felix Lederle von den Linken, Angela Budweg von der SPD und Andreas Rietz von Bündnis 90/Die Grünen so. Budweg erklärt: „Es sind auch Arbeitsplätze betroffen, die Bebauungspläne stellen eine dramatische Bedrohung von Existenzen dar.“ Der Charakter des Geländes würde grundlegend verändert. Rietz kritisierte: „Der Entwurf des Bebauungsplan geht jetzt in die Beratung und Beteiligung, aber es wäre schön gewesen, wenn hier schon einiges, was in der BVV einvernehmlich als Leitlinien beschlossen wurde, umgesetzt worden wäre. Warum müssen wir jetzt mit einem Entwurf in die Beratung gehen, der lediglich einen Teil dessen berücksichtigt? Ein Bebauungsplan sollte die Interessen des Bezirks und nicht die Interessen des Investors darlegen.“

Dabei haben die Anwohner eigene Pläne mit dem Grundstück und wollen es selbst kaufen: „Wir wollen hier ein soziales Wohnbauprojekt realisieren. Und wir würden sogar deutlich mehr für dieses Grundstück bezahlen. Die Project Immobilien Berlin hat lediglich 2,35 Millionen Euro gezahlt, das sind 173 Euro pro Quadratmeter – ein absoluter Witz“, erklärt Korte.
Der Bebauungsplan Trettachzeile wird im März im Stadtplanungsamt ausgelegt werden. fle

Letzte Änderung am Dienstag, 23 Januar 2018 16:04

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Meldungen kurz & knapp

Politik | Wirtschaft | Recht

Infos zur Hennigsdorfer

Heiligensee – Bezirksstadträtin Katrin Schultze-Berndt möchte mit den Anwohnern über die Straßenbaumaßnahme Hennigsdorfer Straße am Montag, 19. Februar, 17 Uhr, im BVV-Saal, Eichborndamm 215, ins Gespräch kommen. Voraussichtlicher Baubeginn: Frühjahr 2018.

Gegen Verkehrschaos

Bezirk – Die A111 soll 2021 grundsaniert werden. Die U6 in dem selben Jahr. Ebenso die S25. Drei wichtige Verkehrs­träger werden somit 2021 gleichzeitig lahmgelegt. Dagegen hat die CDU-Fraktion ein Paket mit Anträgen in die BVV eingebracht, das alternative Verkehrsrouten durch und um Reinickendorf benennt.

Pro und Contra

Reinickendorf – Der soziale Flügel der CDU, die Christliche Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA), diskutiert im Rahmen ihres Stammtisches über die Vor- und Nachteile der Bürgerversicherung und deren Folgen. Die CDA vertritt die Arbeitnehmer zu sozialen und gesundheitspolitischen Themen innerhalb und außerhalb der CDU. Am Freitag, 26. Januar, können Interessierte an der CDA-Gesprächsrunde zur Bürgerversicherung teilnehmen. Der CDA-Stammtisch findet in dem Altberliner Restaurant „Latichte“, Alt-Reinickendorf 29A, um 18 Uhr statt. Die Veranstaltung ist öffentlich.

Aktiv gegen rechts

Bezirk Bildungsprojekte und Initiativen in Reinickendorf können im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ Anträge auf Förderung stellen. Gefördert werden Projekte und Workshops, die der positiven Entwicklung der Willkommenskultur dienen. Weitere Infos erteilt die Albatros gGmbH, Auguste-Viktoria-Allee 17, R.Palm@albatrosggmbh.de

VMehr berlinpass-Anspruchsberechtigte

Bezirk – Bezirk – Seit Februar können auch Empfänger von Wohngeld sowie Bürger, die eine DDR-Opferrente erhalten, den berlinpass beantragen. Neben dem Sozialticket können sie zahlreiche Vergünstigungen nutzen. Die Ausgabestelle für den Berlinpass befindet sich im Bürgeramt, Teichstraße 65, Haus 1.

SPD-Klausurtagung

Bezirk – Bezirk – Die SPD-Fraktion in der BVV-Reinickendorf hat ein Arbeitsprogramm für 2018 erarbeitet. Themenkomplexe sind u.a. Verkehrspolitik, Jugendpolitik, Stadtentwicklung (vor allem in Reinickendorf-Ost und im MV) und die Sozialstruktur für die Siedlungen in den Rollbergen, im Märkischen Viertel und in Tegel-Süd.

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