Nachwuchs wird verzweifelt gesucht

Das Bezirksamt sucht noch Auszubildende.    Das Bezirksamt sucht noch Auszubildende. Foto: hb

Bezirk – Man kennt sie – die langen Schlangen bei Behörden, wartend auf einen Termin. Das könnte sich in Zukunft noch verschärfen, in den nächsten Jahren scheiden zahlreiche Mitarbeiter des Bezirksamtes aus Altersgründen aus. Die Personalentwicklung war Gegenstand einer Großen Anfrage der AfD-Fraktion bei der 15. Bezirksverordnetenversammlung im Dezember.

In den nächsten zehn Jahren hören 532 auf, was 36,59 Prozent der aktuellen Belegschaft entspricht. Diese Mitarbeiter gehen in Rente, weitere werden hinzukommen, „Das ist nicht planbar, aber wir werden in zehn Jahren etwa die Hälfte unserer jetzigen Mitarbeiter verlieren“, so der Bürgermeister. Das Problem hat Reinickendorf nicht exklusiv, das ist in anderen Bezirken genauso.

Um dem entgegenzuwirken, muss man für Nachwuchs sorgen. Die Stellenausschreibungen hätten sich berlinweit in den vergangenen fünf Jahren verdreifacht. „Wir werden alles dafür unternehmen, dass es keine negativen Auswirkungen für die Bürger gibt“, sagt Balzer. Derzeit bilde das Bezirksamt 60 Azubis in sechs verschiedenen Berufsgruppen aus, darunter drei Gärtner. Eigentlich sollten hier vier Stellen besetzt werden, aber es fehlte an geeigneten Bewerbern. Balzer sagte auch, dass das Land Berlin im Vergleich zu anderen Wettbewerbern attraktiver werden muss, auch im finanziellen Bereich. Aber wer soll das bezahlen?

In der letzten Legislaturperiode hatte sich ein temporärer Ausschuss zur Personalbedarfsplanung konstituiert. 27 Vorschläge wurden von 2013 bis 2015 erarbeitet, die in einem Abschlussbericht festgehalten sind. „Viele davon haben nach wie vor eine hohe Relevanz“, sagt der Grüne Klaus-Hinrich Westerkamp. „Die Konkurrenz ist problematisch, wir müssen attraktive Arbeitsbedingungen bieten und zielgerichtet ausbilden.“

Eine solche Debatte blieb nicht ohne parteipolitisches Geplänkel: Gordon Huhn von der CDU schob den Schwarzen Peter für die heutige angespannte Situation dem Rot-Roten Senat zu, der zahlreiche Stellen gestrichen hatte. Mieke Senftleben von der FDP hielt dem entgegen: „Der Stellenabbau war vor 16 Jahren nötig, wir haben auch dafür gestimmt.“ Nun müsse sich das Bezirksamt als attraktiver Arbeitgeber darstellen, dazu auch mehr Internetforen nutzen. Der Linke Felix Lederle sagte zum schlechten Service: „Alle Anträge im Abgeordnetenhaus wurden von der damaligen Regierung abgelehnt.“ Er kritisierte die „krasse Fehlentscheidung des alten rot-schwarzen Senats, die Zielvereinbarungen zum Personalabbau-Prozess weiterlaufen zu lassen. Trotz Überschüssen bei den Finanzen war man nicht bereit, in die Personalausstattung der Bezirke zu investieren. “

Im aktuellen Doppelhaushalt des Senats werden 2018 den Bezirken 60 zusätzliche Millionen Euro, 2019 70 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, was rund 900 Stellen entspräche. Thorsten Koch von der SPD riet angesichts der bezirklichen Möglichkeiten, kleinere Brötchen zu backen. Rolf Wiedenhaupt von der AfD setzte vor allem auf die Flexibilisierung von Arbeitszeiten. Das Thema wurde einstimmig an den Hauptausschuss überwiesen. bek

Letzte Änderung am Dienstag, 09 Januar 2018 13:45
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Meldungen kurz & knapp

Politik | Wirtschaft | Recht

Diskussionsrunde zu Sicherheit 

Reinickendorf – Die Abgeordnete Bettina König lädt am 12. Januar von 17 bis 18.30 Uhr zur Diskussionsveranstaltung zum Thema „Videoüberwachung im öffentlichen Raum“ ins Café „Maya & Callas“, Markstraße 5, ein. Podiumsgäste sind Innensenator Andreas Geisel und Bernd Mastaleck von der Polizeigewerkschaft Berlin. Angefragt ist ebenfalls die Bürgerrechtsinitiative #wastun. Es wird um folgende Fragen gehen: Wie wird Berlin sicherer? Wie ist die Situation am Franz-Neumann-Platz? Verhindern Videokameras Straftaten? Was macht Video-Überwachung mit unserer Freiheit? Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Schönebeck in der BVV

Bezirk – Der 28-jährige Reinickendorfer Felix Schönebeck ist seit dem 1. Januar Bezirksverordneter in der Bezirksverordnetenversammlung im Rathaus Reinickendorf. Er ist für den Mediziner Marcel Gewies (CDU) nachgerückt, der aus beruflichen Gründen sein Mandat niedergelegt hat. Die Reinickendorfer kennen den engagierten Jurastudenten bereits. Denn im Bezirk hat sich Felix Schönebeck durch seine 2014 gegründete Initiative „I love Tegel“ schon einen Namen gemacht. Der Verein hat schon viele Projekte zur Verbesserung des Ortsteils durchgesetzt. Frank Steffel, Bundestagsabgeordneter für Reinickendorf und Kreisvorsitzender der CDU Reinickendorf, freut sich über den Newcomer: „Felix Schönebeck kennt die Themen und Probleme unseres Bezirks – vor allem aber interessiert er sich für die Anliegen der Menschen in Reinickendorf. Und so wird aus „I love Tegel“ sicher sehr schnell ein „I love Reinickendorf“.

Pro und Contra

Reinickendorf – Der soziale Flügel der CDU, die Christliche Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA), diskutiert im Rahmen ihres Stammtisches über die Vor- und Nachteile der Bürgerversicherung und deren Folgen. Die CDA vertritt die Arbeitnehmer zu sozialen und gesundheitspolitischen Themen innerhalb und außerhalb der CDU. Am Freitag, 26. Januar, können Interessierte an der CDA-Gesprächsrunde zur Bürgerversicherung teilnehmen. Der CDA-Stammtisch findet in dem Altberliner Restaurant „Latichte“, Alt-Reinickendorf 29A, um 18 Uhr statt. Die Veranstaltung ist öffentlich.

Neuer Linken-Vorstand

Bezirk Die Linken Reinickendorf haben einen neuen Bezirksvorstand, der im Dezember von der Mitgliederversammlung gewählt wurde. Neue Bezirksvorsitzende ist Deniz Seyhun, zu ihrer Stellvertreterin wurde die Bezirksvorsitzende Dilay Dagdelen gewählt. Weitere Mitglieder des Bezirksvorstands sind Christina Lemcke, Hana Saky, Bünyamin Cikan, Said Ali Hossin, Robert Irmscher und Marion Kheir. Seyhun, Kheir und Irmscher gehörten auch dem alten Bezirksvorstand an. Aufgrund der wachsenden Mitgliederzahl hat Reinickendorf seit 2018 ein weiteres Mitglied neben der Bezirksvorsitzenden im Landesauschuss der Berliner Linken. In diese Funktion wählte die Mitgliederversammlung Nikolaus Mock.

Keine Zirkusse mit Wildtieren

Bezirk – Bereits im November wurde das Bezirksamt Reinickendorf mit dem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung aufgefordert, Zirkussen keine Gastspielgenehmigungen mehr zu erteilen, wenn sie Wildtiere wie Tiger, Löwen, Elefanten oder Giraffen mit sich führen und ihre Zelte auf bezirkseigenen Flächen aufbauen wollen. Dies wurde mehrheitlich, mit Gegenstimmen der CDU, beschlossen. Außerdem wurde das Bezirksamt von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen gebeten, „auch bei möglichen privaten Grundstücksvermietern für den Tierschutz zu werben”, Zirkusmanegen seien mit dem Tierschutzgedanken und einer artgerechten Haltung nicht zu vereinbaren

Bezirk wohl nicht vertreten

Bezirk  Kritik hat die SPD-Fraktion daran geübt, dass die CDU in der letzten BVV-Sitzung des vergangenen Jahres einen Antrag der Sozialdemokraten trotz Eilbedürftigkeit „in den Stadtplanungsausschuss versenkt hat und damit eine rechtzeitige Beratung ausgeschlossen wurde.“ Die SPD-Fraktion hatte in ihrem Antrag angeregt, dass sich der Bezirk auch in diesem Jahr am bundesweiten „Tag der Städtebauförderung“ im Mai beteiligt und das bis 31. Dezember 2017 an den Senat meldet. Dieser hatte alle Bezirke, in denen Städtebaufördermittel eingesetzt werden, aufgerufen, sich an dieser bundesweiten Veranstaltung zu beteiligen. Bei dieser werden den Bürgern durch kleinere Aktionen die Maßnahmen der Städtebauförderung näher gebracht – beispielsweise durch Kiezspaziergänge oder Mitmach-Baustellen. Im letzten Jahr war Reinickendorf zumindest mit einer Veranstaltung vertreten. Mit den Stimmen der CDU- Fraktion und der AfD wurde der Antrag der SPD in den Stadtplanungsausschuss überwiesen, „obwohl klar ist, dass eine Beratung bis zum Meldeschluss am 31. Dezember nicht mehr erfolgen kann.“ SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke stimmten für den Antrag der Sozialdemokraten. „Eine einfache Zusage des Bezirksamtes, bis zum Jahreswechsel zu prüfen, ob der Bezirk an dieser Veranstaltung teilnehmen kann, hätte gereicht, um die Situation zu retten“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Marco Käber. Reinickendorf erhält Geld aus verschiedenen Programmen der Städtebauförderung, um Baumaßnahmen und sozio-kulturelle Projekte zu fördern: aus dem Programm „Stadtumbau West“ für das Märkische Viertel, aus „Aktive Zentren“ für die Residenzstraße und aus „Soziale Stadt“ für den Lettekiez und AVA/Klixstraße.

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