Herrin der Bienen

Melanie von Orlow mit ihren Bienen Melanie von Orlow mit ihren Bienen Foto: mvo

Reinickendorf – Wer etwas über Bienen im Internet sucht, landet schnell bei www.hymenoptera.de. Wie bitte? Bei Hymenoptera handelt es sich um so genannte Hautflügler, zu denen als die bekanntesten Vertreter die Bienen mit der Honigbiene und den Wildbienen zählen. Betreut wird die Webseite von Melanie von Orlow, der Vorsitzenden des Imkervereins Reinickendorf-Mitte und RAZ-Redakteurin. Seit Kinderzeiten ist sie „Bienen-verrückt“. Aus Leidenschaft wurde Profession. Die promovierte Biochemikerin und begeisterte Imkerin ist Sprecherin der NABU-Bundesarbeitsgruppe Hymen­op­tera. 2011 erschien ihr erstes Buch „Mein Bienenhotel“, zwei Jahre später kamen zwei Bücher raus, ein Werkbuch rund um Insektenhotels und eines um die Imkerei im großen Format. Jetzt im Herbst ist ein Imkerratgeber erschienen, der sich vorrangig an Frauen richtet.

Das Imkern ist sehr lange eine von Männern dominierte Domäne gewesen, mittlerweile gibt es den erfreulichen Trend, dass sich immer mehr Frauen mit der Bienenzucht beschäftigen. Und da in der Imkerei einige Dinge einfach schwer zu handhaben sind, ist ein Ratgeber aus weiblicher Perspektive hier hilfreich. Das fängt schon bei den Zargen an, die ganz schön schwer sein können. Türrahmen sind nicht gemeint. Bei der Imkerei kommt der Begriff aus der Magazinimkerei. Gemeint ist eine Ebene der Bienenbeute, oder anders ausgedrückt der Bienenwohnung. Das Transportieren von Zargen kann ganz schön schwer werden. „Die Imkerin“ gibt wertvolle Tipps, welche Systeme vorteilhaft sind und bietet Entscheidungshilfe.

Der Ratgeber stellt die Fragen: Warum Bienen? Wie werde ich Imkerin? Was braucht die Imkerin? Bei der Beantwortung versteht es die Autorin, Leser für die Imkerei zu begeistern. „Die Imkerin“ ist kein trockener Wissensratgeber. Der Stil ist locker, die Wissensvermittlung erfrischend unterhaltsam – und ganz klar – beide Geschlechter können davon profitieren. Die Tipps zeugen von ihrer wissenschaftlichen Kenntnis und von ihrer praktischen Erfahrung. Die Leser erfahren, quasi nebenbei, dass Bienen auch einen Beitrag zur Selbsterkenntnis leisten können: „Bienen fordern einen Respekt, an dem ‚frau‘ sich reiben aber auch wachsen und entwickeln kann. Hektische und leistungsorientierte Menschen werden mit Grenzen konfrontiert, die sich nur mit Gelassenheit meistern lassen. Eher unorganisierten und chaotischen Bienenhaltern erlegen die Bienen einen ordnenden Rahmen auf, doch wer sich überfürsorglich oft um seinen Bienen kümmert, muss manchmal bitter lernen, dass viel nicht viel hilft.“ Aber warum ist die Imkerei nun ideal für Frauen? „Früh am Morgen um den Nachwuchs gekümmert, dann raus zum Tagwerk, zwischendurch für die kranke Kollegin einspringen, auf dem Heimweg noch rasch einige Besorgungen machen, dann mal noch eben die Wäsche machen und die eine oder andere kleine Reparatur, aufräumen und dann mal wieder viel zu spät ins Bett. Wenn Sie darin ihren Alltag wiedererkennen, dann sind Sie schon perfekt auf Ihr neues Haustier und Hobby eingestellt: Honigbienen sind Meister des Multitaskings, und es sind alles Weibchen.“ ajö

„Die Imkerin“ von Melanie von Orlow, erschienen Oktober 2017, 128 Seiten, 50 Farbfotos, 4 Zeichnungen, kartoniert ISBN 978-3-8001-0875-6, 22,90 Euro.

Weitere Informationen unter www.hymenoptera.de

Letzte Änderung am Donnerstag, 04 Januar 2018 11:02
Mehr in dieser Kategorie: « Kunst for Friends || Wo 1.000 Menschen singen »

RAZ App Kombi Banner 300x136 ARAZ App Kombi Banner 300x136 B

Meldungen kurz & knapp

Kunst | Kultur | Kreatives

Happy Disharmonists im LabSaal

Lübars – Die RAZ berichtete in der letzten Ausgabe über den fröhlichen und unkonventionellen A-cappella-Popchor aus Hermsdorf. Seit mehr als 30 Jahren präsentieren die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Carsten Gerlitz Pop und Jazz bis hin zu den edelsten Schlagerentstaubungen. Die nächste Vorstellung der Happy Disharmonists findet am Samstag, 24. Februar, um 19 Uhr im Labsaal, Alt-Lübars 8, in Lübars statt. Die Karten kosten zwischen 13 und 5 Euro.

Häkeln, stricken, nähen

Reinickendorf – Das Familien- und Stadtteilzentrum „Haus am See“, Stargardt­straße 9, ist eine Einrichtung des Bezirksamtes und bietet viele Gruppen und Kurse. So findet dienstags von 15 bis 18 Uhr eine offene Strick- und Häkelgruppe im Café statt. Die Nähgruppe für Frauen trifft sich mittwochs von 10 bis 12 Uhr und die Handarbeitsgruppe für Frauen donnerstags von 10 bis 12 Uhr. Wer gern zu einer Gruppe dazu kommen möchte, kann sich telefonisch unter (030) 43 72 28 22 melden.

Die 13 Monate

Märkisches Viertel – Zu einem literarisch-musikalischen Jahresausblick am 13. Januar, 17 Uhr, lädt das Blechbläserensemble Tegel+ in die Apostel-Johannes-Kirche, Dannenwalder Weg 167, ein. „Die Zeit geht mit der Zeit: Sie fliegt“, so heißt es in Erich Kästners Gedichtzyklus „Die 13 Monate“. Auf heiter-melancholische Art beschreibt er darin den Jahreslauf des Großstädters. Mit den Gedichtlesungen wird romantische und moderne Bläser- und Orgelmusik von Edvard Grieg, Sigfrid Karg-Elert, Dieter Wendel und Michael Schütz korrespondieren. Für dieses Projekt haben sich das Bläserensemble Tegel+ und der Bläserkreis der Apostel-Johannes-Gemeinde zusammengetan. Die Orgel wird gespielt von Heidemarie und Markus Fritz. Die Gedichte wird Heidemarie Fritz rezitieren. Der Eintritt ist frei.

Hausmusik

Tegel – Zur Hausmusik wird am Samstag, 27. Januar, in den Gemeindesaal der Ev. Hoffnungskirche Neu-Tegel, Tile-Brügge-Weg 49-53, eingeladen. Ab 15 Uhr, heißt es „Viva, viva la musica! – Es lebe die Musik!“. Wer ein Instrument spielt oder singt, kann etwas Musikalisches vorbereiten und während dieses Musiziernachmittags vortragen. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um die Freude am Musizieren; deshalb sind Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen willkommen. Zuhörer sind ebenfalls gern gesehen. Der Eintritt ist frei. Es wird um eine Anmeldung bis zum 17. Januar bei Markus Fritz, telefonisch unter (030) 50 56 56 44, gebeten.

Ausstellung im Schollen-Treff

Wittenau – „Inselland-schaften-Landschaftsinseln_Blütenträume“ lautet das Motto einer Ausstellung, die mit der Vernissage am Sonntag, 14. Januar, 15 Uhr, eröffnet wird. In der Exposition sind Gemälde von Rina Meinhold zu sehen. Die Ausstellung ist bis Sonntag, 11. Februar, jeden Sonntag in der Zeit von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Veranstaltungsort ist der Schollen-Treff-Wittenau in Alt-Wittenau 41b.

Konzert mit Chor in der Dorfkirche

Lübars – Ein „Nach-Weihnachtskonzert“ findet am Sonntag, 14. Januar, um 17 Uhr in der Dorfkirche Lübars, Alt-Lübars 24, statt. Gestaltet wird das Konzert vom sechsstimmigen Männerchor „Avid“, in dem auch ehemalige Sänger des Dresdner Kreuzchores singen. Vorgetragen werden alte und neue Weihnachtslieder, eingerahmt von kleinen Lesungen. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

„Kirschendiebin“ in Tegel

Tegel – Am Mittwoch, 31. Januar, um 19.30 Uhr liest Helga Schütz aus ihrem Roman „Die Kirschendiebin“ anlässlich der Reihe „Lesezeichen – Literatur live in Tegel“. Eine leichte Melancholie liegt über dieser Geschichte, die von einem Abschiednehmen in den Zeiten der Teilung erzählt, den Wendungen des Schicksals und der Liebe. Eintritt: 7, ermäßigt 4 Euro. Ort: Humboldt-Bibliothek, Karolinenstraße 19.

Skyscraperbanner