Hardrocker auf Zombie-Jagd

Bereits 2016 hat die RAZ die Band „Ryv Law“ zu ihrem Album-Projekt interviewt. Bereits 2016 hat die RAZ die Band „Ryv Law“ zu ihrem Album-Projekt interviewt. Foto: Waltsmedia

Bezirk – Die Städte sind verlassen, ein mysteriöser Virus hat die Menschen befallen. Als lebende Tote terrorisieren die Infizierten die Überlebenden. Das Szenario beschreibt in Kurzform die Zombie-Serie im Fernsehen „The Walking Dead“, spiegelt aber auch die Handlung des Debütalbums der Reinickendorfer Punk/Post-Hardcore-Band „Ryv Law“ wider. Gut anderthalb Jahre haben die vier Jungs Dennis, Danilo, Nico und seit knapp einem Jahr Bassist Adrian, der im Januar 2017 zur Band stieß, am Konzeptalbum „Survivors“ gearbeitet, am 10. Dezember wird das Album und ein Video „released“.

Dennis und Danilo hatten der RAZ im Frühjahr 2016 in einem Interview von ihren Plänen erzählt, jetzt konnten wir schon vor der eigentlichen Veröffentlichung reinhören – und wer harten Rock mag, wie der Autor dieser Zeilen, der ist schlicht hin und weg. „Schnelle Gitarren, nach vorne gehende Drums und eingängige Melodien“, so hat ein Kritiker die Musik von Ryv Law schon beschrieben. Und der Mann hat recht, die insgesamt 14 Songs gehen ab, einer nach dem anderen, Langeweile kommt in keiner Phase auf.

Nichts klingt hier nach Amateurband, und die vier Jungs haben bei der Produktion auch nichts dem Zufall überlassen. Ein Fotograf hat in einem Frohnauer Wald professionelle Fotos geschossen, die Stücke indes wurden nicht in einem „Wald- und Wiesen-Studio“ eingespielt. „Wir haben bei Dailyhero Recordings produziert, wo schon die Itchy Poopzkids ihre letzten beiden Alben aufgenommen haben, und auch Jennifer Rostock hat schon mit ihnen gearbeitet“, sagt Dennis. „Eigentlich hat unser Portmonee das nicht hergegeben. Aber wenn man mit weniger professionellen Studios arbeitet, ist man mit dem Ergebnis nie richtig zufrieden. Wir wollten am Ende einfach ein Werk schaffen, auf das wir auch noch in vielen Jahren stolz sein und gern anhören können.“

Die 2.700 Euro, die über Crowdfunding zusammen gekommen sind, waren schnell verbraten, die gesamten Produktionskosten beliefen sich auf 12.000 Euro. Aber es hat sich gelohnt. Die Story handelt von einer jungen Frau ohne Namen, die vor der Frage steht, sich entweder einer Gruppe von Menschen anzuschließen um zusammen zu überleben, oder deren Vorräte zu stehlen und weiterhin allein ihren Weg zu beschreiten. „Ein Spiegel für die Ellenbogengesellschaft, in der wir leben“, sagt Dennis, der die Geschichte entwickelt hat. „Aber sie wandelt sich von einer krassen Einzelgängerin zu einer Teamplayerin. Am Ende opfert sie sich sogar für ihren Befreier, in den sie sich verliebt hat.“ Die Menschlichkeit hat gesiegt, so lautet die Botschaft.

Jetzt muss das Album nur noch bekannt gemacht und unter die Leute gebracht werden. „Es ist extrem schwer, bei der Vielzahl an Bands in Berlin Auftrittsmöglichkeiten zu bekommen“, sagt Dennis, der Sänger der seit dem Frühjahr 2013 existierenden Band, die zweimal die Woche in einem Raum am Eichborndamm probt. Ihren letzten Gig gaben Ryv Law, das für „raise your voice like a weapon“ steht, am 19. November in der Junction Bar in Kreuzberg. Die komplette Mappe inklusive Album könnte nun ein guter Türöffner sein. „Wir wollen so oft auftreten wie es geht, Gigs spielen und das Album unter das Volk bringen. Im Sommer werden wir versuchen, auf Festivals die Leute zu begeistern und dort ein paar coole Auftritte zu ergattern. Was dann irgendwann mal ist, das wird das Schicksal entscheiden.“ Und natürlich die Fans und Supporter der Band. Weitere Infos gibt es auf www.ryvlaw.com bek

Letzte Änderung am Montag, 04 Dezember 2017 14:10

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Meldungen kurz & knapp

Kunst | Kultur | Kreatives

Soul in der Dorfkirche

Hermsdorf – Zur Adventszeit kommt die Singer-Songwriterin Nina Hill in die Dorfkirche Hermsdorf, Almutstraße 6. Die Musikerin aus Los Angeles steht für Soul, Gospel und Rythm and Blues. Nina Hill stand schon mit vielen Musikgrößen auf der Bühne, darunter Legenden wie B.B. King und James Brown. Zu hören sein werden Gospelsongs und Christmas-Klassiker. Die „Real Good, Feel Good Music – Christmas Show“ findet am 16. Dezember um 19 Uhr und am 17. Dezember um 17 Uhr statt. Die Karten für das Konzert kosten 15 ermäßigt 10 Euro. Reservierungen unter Tel. (030) 2064 3600.

Rumpelstil im Ernst-Reuter-Saal

Wittenau – Am 2. Advent lädt die Taschenlampenkonzertband Rumpelstil im Rahmen der „Reinickendorf Classics“ zum Weihnachtssingen ein. Die Veranstaltung findet am 17. Dezember um 16 Uhr im Ernst-Reuter-Saal, Eichborndamm 215, statt. Karten können unter Tel. (030) 4799 7423 oder an den Theaterkassen sowie an der Tageskasse erworben werden.

„Weihn8sRehwü“ im Atrium

Märkisches Viertel – Am Senftenberger Ring 97 wird es weihnachtlich, denn die Jugendkunstschule Atrium führt in Koproduktion mit der Faster-Than-Light-Dance-Company bereits zum achten Mal die „Weihn8sRehwü“ auf. Dabei laden die Darsteller zu einem choreographischen Adventskalender mit Tanz, Schnee und Geschenken ein. Vom 8. bis zum 16. Dezember startet der Weihnachtsspaß jeweils um 20 Uhr (außer Sonntag) und am 9. sowie am 16. Dezember jeweils um 15 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro (6 ermäßigt). Kartenvorbestellung unter Tel. (030) 5091 4448.

Weihnachtsoratorium

Reinickendorf – Johannes Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium und die Adventszeit gehören für viele Menschen zusammen. Auch Reinickendorfer können am 10. Dezember um 16 Uhr in den Genuss der Kantaten I, II und VI kommen, die in der Kirche St. Marien, Klemkestraße 7, vom Neuen Kammerorchester Potsdam unter der Leitung von Martin Rathmann aufgeführt werden. Der Eintritt kostet 15 Euro (10 ermäßigt). Karten können unter Tel. 0176-6491 7944 oder per E-Mail unter bach-wo-2017@t-online.de vorbestellt werden. Die Abendkasse öffnet 45 Minuten vor der Aufführung.

Zwei Deutsche für ein Halleluja

Reinickendorf – Am 8. Dezember findet die musikalische Lesung „Luther& Lindenberg“ in der Baptistenkirche, Alt-Reinickendorf 32, statt. Der Gitarrist Werner Hucks und der Theologe Uwe Birnstein kommen zu dem Schluss, dass Luther und Lindenberg Seelengefährten sind. Hucks begleitet die Lesung mit eigenen Bearbeitungen von Lindenberg-Songs. An der Abendkasse kosten die Karten 12 Euro.

„Winter, Wehmut, Weihnacht“ – Chorchonzert

Tegel – Die Chorakademie Berlin (Sopran & Alt) tritt am 3. Advent am 17. Dezember um 17 Uhr in der Joseph-Kirche, Bonifaziusstraße (Joseph-Siedlung) auf. Unter der Leitung von Florian Wilkes – Organist an der Hedwigskathedrale – widmet sich der Chor hauptsächlich den weniger bekannten Werken klassischer Chormusik. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Familiengottesdienst und Mal-Oase

Hermsdorf – Die Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Hermsdorf lädt am 10. Dezember um 14 Uhr zum Familiengottesdienst in die Apostel-Paulus-Kirche, Wachsmuthstraße 25, ein. Im Anschluss an diesen findet in der Mal-Oase der Kirche eine Vernissage statt. Außerdem werden vor dem Gebäude Stände aufgebaut, an denen die Gemeindegruppen Gebasteltes, Genähtes und Weihnachtliches anbieten. Für die kleinen Besucher gibt es zwei Bastelstuben.

Führung rund um die JVA Tegel

Reinickendorf – Am 5. Dezember bietet das Projekt „Miteinander im Kiez“ die Gelegenheit, den Historiker und Autor Meinhard Schröder auf einer Führung zu der Geschichte der JVA Tegel zu begleiten. In dieser traten schon der Hauptmann von Köpenick, Dietrich Bonhoeffer und Andreas Baader ihre Haftstrafe an. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Haupteingang der JVA Tegel, Seidelstr. 39. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung bei Katja Labidi, Tel. unter 1520 723 63 85 oder per E-Mail: k.labidi@hvd-bb.de wird gebeten.

Mach Fertig – Die Extase des Versagens

Wittenau – Mit Dreitagebart und Wohlstandsbäuchlein mischt sich der Comedian Hans Werner Olm wieder tabulos unters Volk. Mit seinen Bühnenfiguren und der ein oder anderen Gesangseinlage im Gepäck, berichtet Olm wieder vom Wahnsinn des Alltags. Mit seinem Neuen Programm „Mach fertig“ schlägt er wieder zu und bietet eine humoristische Lebensberatung. Hans Werner Olm ist ein Musik- und Kabarett-Klassiker der speziellen Art. Zu erleben ist der gebürtige Bochumer am 16. Dezember, 19 Uhr im Ernst Reuter- Saal, Eichborndamm 213. Die Karten kosten zwischen 23, 27 und 32 Euro, ermäßigt 16 Euro.

Ulrike Draesner liest in der Humboldt-Bibliothek

Tegel – Ulrike Draesner, eine der profiliertesten deutschsprachigen Autorinnen, wird am 13. Dezember in der Humboldt-Bibliothek in der Karolinenstraße 19 aus ihrem Gedichtband „Subsong“ vorlesen. In ihrer Lyrik lädt sie ein zu surreal-poetischen Assoziationen. Moderiert wird diese besondere Lesung vom Leiter der Reinickendorfer Bibliotheken, Dr. Dirk Wissen. Der Eintritt ist frei.

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