Unterwegs mit Martin Gietz

Martin Gietz vor den Radierungen mit dem Titel „Reinickendorfer Spaziergänge“. Martin Gietz vor den Radierungen mit dem Titel „Reinickendorfer Spaziergänge“. Foto: fle

Oranienburg/Konradshöhe – Seine Bilder sind so bunt und unterschiedlich wie sein eigenes Leben. Sie spiegeln den Künstler wider, wie er ist, sind Spiegelbild seines gesamten Schaffens. Der Konradshöher Künstler Martin Gietz eröffnete am 16. November im Beisein von vielen Freunden und Kunst­interessierten seine neue Ausstellung in der Orangerie des Schlosses Oranienburg an der Kanalstraße 26 a. Der Name der Exhibition könnte treffender nicht sein: „Unterwegs – Druckgraphik, Malerei, Skizzenbücher“ heißt sie, und hier werden die unterschiedlichsten Facetten des Künstlers gezeigt.

„Ein Motiv von Sylt hängt neben dem Bild von der Insel Scharfenberg, neben der toskanischen Landschaft prangt ein Motiv vom Braunkohleabbau in Vetschau. Und weiter hinten ist ein Graphit- und Aquarellbild vom Mauerfall“, zählt Detlef Dzembritzki, ehemaliger Bürgermeister von Reinckendorf, in seiner einleitenden Rede die unterschiedlichen Werke auf. „Und in all dem kann man erkennen, dass Martin Gietz sowohl Lehrer auf der Insel Scharfenberg als auch Weltenbummler war. Und nicht nur das: Man erkennt außerdem den Respekt vor anderen Kulturen und anderen Menschen“, fügt Dzembritzki würdigend hinzu.

Martin Gietz 6Martin Gietz (r.) mit Detlef Dzembritzki, der die einleitenden Worte sprach. Foto: fle

In Wedding wurde Martin Gietz geboren. Und schon in seinem Kinderzimmer in der Zobeltitzstraße fing es an mit der Kreativität. Jegliche Materialien waren ihm recht – und so ist es auch heute noch. Ob Zeichnungen mit Bleistift oder bunten Kugelschreibern, Farbholzschnitte oder unterschiedlichste Techniken der Radierung wie Kaltnadel auf Plexiglas oder Ätzung auf Zink – fast täglich entstehen mit den unterschiedlichsten Utensilien, Farben und Materialien neue Bilder, meist mit Landschaften oder Gebäuden, ab und zu auch mit Menschen als Motiv.

Das Drucken jedoch hat Gietz besonders fasziniert, und erste Druckversuche machte er im elterlichen Keller und im Gartenhaus in Konradshöhe. 1968 verließ er als Abiturient das Humboldt-Gymnasium und absolvierte bis 1971 ein Studium an der Pädagogischen Hochschule Berlin. Nach dem Staatsexamen entschloss sich Gietz, weiter zu studieren, und zwar an der Hochschule für bildende Künste. In der Abteilung Druck, Graphik und Werbung arbeitete er, und nach seiner Referendarszeit an der Thomas-Mann-Oberschule im Märkischen Viertel wechselte er zur Schulfarm Insel Scharfenberg. „Auf Scharfenberg entdeckte ich mein Paradies“, sagt Gietz. Dort auf der Insel verwischten die Grenzen zwischen Beruf und Berufung. Das Reisen erweiterte seinen Horizont – auch den künstlerischen. Er brachte seine Eindrücke auf seiner sechsmonatigen Weltreise durch Asien zu Papier. Die Landschaften Indiens, das Grün Indonesiens, die Tempel von Malaysia und die Mauer von China hat er in den verschiedensten Farben und auf unterschiedlichsten Materialien festgehalten. Sie zeigen sich auch in der neuen Ausstellung.

Diese kann noch bis zum 8. Februar 2018 zu den Veranstaltungen der Orangerie und nach Vereinbarung unter Tel. (03301) 6 00 85 06 besucht werden. Eine weitere Ausstellung mit Werken von Martin Gietz wird am 7. Dezember im Kommunikationszentrum in Velten eröffnet (Ausstellungsdauer: bis Ende Februar 2018). fle

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Meldungen kurz & knapp

Kunst | Kultur | Kreatives

Soul in der Dorfkirche

Hermsdorf – Zur Adventszeit kommt die Singer-Songwriterin Nina Hill in die Dorfkirche Hermsdorf, Almutstraße 6. Die Musikerin aus Los Angeles steht für Soul, Gospel und Rythm and Blues. Nina Hill stand schon mit vielen Musikgrößen auf der Bühne, darunter Legenden wie B.B. King und James Brown. Zu hören sein werden Gospelsongs und Christmas-Klassiker. Die „Real Good, Feel Good Music – Christmas Show“ findet am 16. Dezember um 19 Uhr und am 17. Dezember um 17 Uhr statt. Die Karten für das Konzert kosten 15 ermäßigt 10 Euro. Reservierungen unter Tel. (030) 2064 3600.

Rumpelstil im Ernst-Reuter-Saal

Wittenau – Am 2. Advent lädt die Taschenlampenkonzertband Rumpelstil im Rahmen der „Reinickendorf Classics“ zum Weihnachtssingen ein. Die Veranstaltung findet am 17. Dezember um 16 Uhr im Ernst-Reuter-Saal, Eichborndamm 215, statt. Karten können unter Tel. (030) 4799 7423 oder an den Theaterkassen sowie an der Tageskasse erworben werden.

„Weihn8sRehwü“ im Atrium

Märkisches Viertel – Am Senftenberger Ring 97 wird es weihnachtlich, denn die Jugendkunstschule Atrium führt in Koproduktion mit der Faster-Than-Light-Dance-Company bereits zum achten Mal die „Weihn8sRehwü“ auf. Dabei laden die Darsteller zu einem choreographischen Adventskalender mit Tanz, Schnee und Geschenken ein. Vom 8. bis zum 16. Dezember startet der Weihnachtsspaß jeweils um 20 Uhr (außer Sonntag) und am 9. sowie am 16. Dezember jeweils um 15 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro (6 ermäßigt). Kartenvorbestellung unter Tel. (030) 5091 4448.

Weihnachtsoratorium

Reinickendorf – Johannes Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium und die Adventszeit gehören für viele Menschen zusammen. Auch Reinickendorfer können am 10. Dezember um 16 Uhr in den Genuss der Kantaten I, II und VI kommen, die in der Kirche St. Marien, Klemkestraße 7, vom Neuen Kammerorchester Potsdam unter der Leitung von Martin Rathmann aufgeführt werden. Der Eintritt kostet 15 Euro (10 ermäßigt). Karten können unter Tel. 0176-6491 7944 oder per E-Mail unter bach-wo-2017@t-online.de vorbestellt werden. Die Abendkasse öffnet 45 Minuten vor der Aufführung.

Zwei Deutsche für ein Halleluja

Reinickendorf – Am 8. Dezember findet die musikalische Lesung „Luther& Lindenberg“ in der Baptistenkirche, Alt-Reinickendorf 32, statt. Der Gitarrist Werner Hucks und der Theologe Uwe Birnstein kommen zu dem Schluss, dass Luther und Lindenberg Seelengefährten sind. Hucks begleitet die Lesung mit eigenen Bearbeitungen von Lindenberg-Songs. An der Abendkasse kosten die Karten 12 Euro.

„Winter, Wehmut, Weihnacht“ – Chorchonzert

Tegel – Die Chorakademie Berlin (Sopran & Alt) tritt am 3. Advent am 17. Dezember um 17 Uhr in der Joseph-Kirche, Bonifaziusstraße (Joseph-Siedlung) auf. Unter der Leitung von Florian Wilkes – Organist an der Hedwigskathedrale – widmet sich der Chor hauptsächlich den weniger bekannten Werken klassischer Chormusik. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Familiengottesdienst und Mal-Oase

Hermsdorf – Die Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Hermsdorf lädt am 10. Dezember um 14 Uhr zum Familiengottesdienst in die Apostel-Paulus-Kirche, Wachsmuthstraße 25, ein. Im Anschluss an diesen findet in der Mal-Oase der Kirche eine Vernissage statt. Außerdem werden vor dem Gebäude Stände aufgebaut, an denen die Gemeindegruppen Gebasteltes, Genähtes und Weihnachtliches anbieten. Für die kleinen Besucher gibt es zwei Bastelstuben.

Führung rund um die JVA Tegel

Reinickendorf – Am 5. Dezember bietet das Projekt „Miteinander im Kiez“ die Gelegenheit, den Historiker und Autor Meinhard Schröder auf einer Führung zu der Geschichte der JVA Tegel zu begleiten. In dieser traten schon der Hauptmann von Köpenick, Dietrich Bonhoeffer und Andreas Baader ihre Haftstrafe an. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Haupteingang der JVA Tegel, Seidelstr. 39. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung bei Katja Labidi, Tel. unter 1520 723 63 85 oder per E-Mail: k.labidi@hvd-bb.de wird gebeten.

Mach Fertig – Die Extase des Versagens

Wittenau – Mit Dreitagebart und Wohlstandsbäuchlein mischt sich der Comedian Hans Werner Olm wieder tabulos unters Volk. Mit seinen Bühnenfiguren und der ein oder anderen Gesangseinlage im Gepäck, berichtet Olm wieder vom Wahnsinn des Alltags. Mit seinem Neuen Programm „Mach fertig“ schlägt er wieder zu und bietet eine humoristische Lebensberatung. Hans Werner Olm ist ein Musik- und Kabarett-Klassiker der speziellen Art. Zu erleben ist der gebürtige Bochumer am 16. Dezember, 19 Uhr im Ernst Reuter- Saal, Eichborndamm 213. Die Karten kosten zwischen 23, 27 und 32 Euro, ermäßigt 16 Euro.

Ulrike Draesner liest in der Humboldt-Bibliothek

Tegel – Ulrike Draesner, eine der profiliertesten deutschsprachigen Autorinnen, wird am 13. Dezember in der Humboldt-Bibliothek in der Karolinenstraße 19 aus ihrem Gedichtband „Subsong“ vorlesen. In ihrer Lyrik lädt sie ein zu surreal-poetischen Assoziationen. Moderiert wird diese besondere Lesung vom Leiter der Reinickendorfer Bibliotheken, Dr. Dirk Wissen. Der Eintritt ist frei.

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