Drei Hektar für neue Tegeler

Noch wachsen hier die seltenen Schwarz-Pappeln: die Brachfläche an der Biedenkopfer Straße Noch wachsen hier die seltenen Schwarz-Pappeln: die Brachfläche an der Biedenkopfer Straße Foto: mvo

Tegel – Zweieinhalb Jahre nach Vorstellung der ersten Planungen wird es nun konkreter: Die Brach- und Gewerbefläche entlang der Biedenkopfer Straße in Tegel soll bebaut werden. Die Planungen sehen auf dem fast drei Hektar großen Gelände rund 190 Wohnungen und eine Kita mit 80 Plätzen vor. Der Großteil der Wohnungen entsteht entlang der Bieden­kopfer Straße, wobei ein rund fünf Meter breiter Grünstreifen zwischen Gebäude und Straße entstehen soll. Die Kita soll im Hofbereich des Neubaus errichtet werden. Über einen städtebaulichen Vertrag werden dem privaten Investor dabei diverse Auflagen gemacht, um die die bei der Bebauung entstehenden Eingriffe zu kompensieren.

Denn das unscheinbare Brachland hat es in sich – die Begutachtung stellte nicht nur zwei Brutreviere des dem Kanarienvogel nahestehenden und immer seltener anzutreffenden Girlitz fest, sondern auch acht verschiedene Pappelarten. Von diesen ist vor allem die auf vielen Roten Listen zu findende und hier noch zahlreich vertretene Schwarz-Pappel eine Besonderheit. Weiterhin jagen am Tag der Grünspecht und in der Nacht acht verschiedene Fledermäuse auf diesem Gelände. Insgesamt konnten 19 Brutvogelarten nachgewiesen werden.

Diese Vielfalt zu bewahren, bleibt eine besondere Herausforderung. Daher sollen rund 3.700 Quadratmeter Dachflächen mit Kräutern und Stauden begrünt werden. Ersatznistquartiere für Fledermäuse und Vögel sind ebenfalls verpflichtend vorgesehen. Weitere 1.250 Quadratmeter des Geländes sollen als Habitat für den Girlitz gestaltet und dauerhaft gepflegt werden und für die 135 dem Bau weichenden Bäumen sollen sogenannte „Wurzelbrut“-Versetzung und Ersatzpflanzungen vorgenommen werden. Auf dem gewerblich nutzbaren Teil soll eine mehrgeschossige Garage für die notwendigen Parkplätze sorgen, während ein sogenanntes „Boardinghaus“ mit voll ausgestatteten Appartements als Querbebauung von dem Industriegebiet abschirmen soll.

Den Zuzug werden auch die Bewohner in Tegel-Süd zu spüren bekommen: So ist bereits 2018/2019 eine Erweiterung der Havelmüller- und der Alfred-Brehm-Grundschule geplant, woran sich der Investor mit gut 452.000 Euro beteiligt. Weitere 47.000 Euro sollen für einen neu zu errichtenden, rund 2.000 Quadratmeter großen Spielplatz am Borsigdamm fließen, der voraussichtlich 2022/23 realisiert werden soll. Damit trotz des hohen Neubaumietniveaus auch einkommensschwächere Haushalte hier einziehen können, sollen 25 Prozent der Wohnungen – etwa 33 Einheiten – der Mietpreis- und Belegbindung unterliegen. Zunächst aber musste erst mal ausgezogen werden – ein bei der Begutachtung zufällig entdecktes Nest der geschützten Wiesen-Waldameise wurde vorsorglich bereits 2017 in die Jungfernheide umgesiedelt.

Melanie von Orlow

Letzte Änderung am Donnerstag, 25 Januar 2018 13:33
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