Nachbarn kennenlernen

Nachbarschaftseinblick bei „nebenan.de“ rund um Alt-Reinickendorf    Nachbarschaftseinblick bei „nebenan.de“ rund um Alt-Reinickendorf Bild: Screenshot nebenan.de

Bezirk – Das Einleben in neue Nachbarschaften ist nicht immer einfach und das Kennenlernen bleibt oft auf die Namen der Klingelschilder beschränkt. So erging es auch Christian Vollmer, der vor vier Jahren nach einem Umzug vor diesem Problem stand und kurzerhand ein Internet-Forum für seine neue Nachbarschaft gründete. Aus dieser Idee entwickelten die sechs Gründer – darunter Till Behnke, der Gründer der Spendenplattform betterplace.org – das Nachbarschafts-Netzwerk „nebenan.de“.

Durch Wagniskapitalgeber finanziert, darunter der Burda Verlag und der Risikokapitalgeber Lakestar, konnte das Konzept in den vergangenen zwei Jahren 650.000 Nutzer in etwa 5.500 Nachbarschaften deutschlandweit überzeugen. Nach Auskunft des Betreibers sind in Reinickendorf etwa 3.200 Nachbarn angemeldet, wobei Heiligensee-Nord mit 345 Nutzern die aktivste Nachbarschaft im Bezirk darstellt. Dabei werden die virtuellen, kleinräumigen Nachbarschaftsplattformen erst eingerichtet, wenn sich mindestens 50 Personen aus der jeweiligen Nachbarschaft registriert haben. Das ist in Reinickendorf inzwischen flächendeckend der Fall. Auf der werbefreien Plattform tummeln sich lokale Angebote, Gesuche und Veranstaltungen. Viele lokale Initiativen zum Beispiel die „Kiez-Stube“ am Emstaler Platz nutzen die Plattform, um Veranstaltungen und Gruppen zu organisieren und anzukündigen.

Im Gegensatz zu Internetgiganten wie Facebook legt das Portal auf Transparenz und Datenschutz großen Wert – so werden die Beiträge in den kleinräumigen Nachbarschaften nur den dort wohnenden Nutzern angezeigt und das ungefiltert in chronologischer Reihenfolge. Wem der eigene Kiez zu klein ist, kann sich die Einträge aus den angrenzenden Nachbarschaften ebenfalls anzeigen lassen. Über eine zugehörige App kann man die Nachbarschaftspflege auch unterwegs betreiben.

Wer mitmachen will, muss sich als echter Bewohner des Kiezes outen – ein Bild der Rückseite des Personalausweises bei der Registrierung gewährt echte Nachbarschaft. Langfristig soll sich das Angebot über kostenpflichtige Auftritte lokaler Gewerbetreibender finanzieren, doch zunächst sollen lokale Organisationen und Vereine verstärkt eingebunden werden. Für private Nutzer soll das Angebot auch weiterhin kostenlos bleiben. mvo

Weitere Informationen unter www.nebenan.de

Letzte Änderung am Freitag, 05 Januar 2018 09:53
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