Ein Heim für wilde Bienen

Eine Wildbiene verteidigt ihren Bambusstängel gegen Ameisen – die Nachbarröhren sind bereits besiedelt und fest verschlossen. Eine Wildbiene verteidigt ihren Bambusstängel gegen Ameisen – die Nachbarröhren sind bereits besiedelt und fest verschlossen. Foto: mvo

Bezirk – Wenn Garten und Balkon winterfest gemacht auf den Frühling warten, kann man die Zeit dazu nutzen, Quartiere für Wildbienen zu machen. Diese friedlichen und einzelgängerischen Bienen sind im Gegensatz zur weitaus bekannteren Honigbiene anspruchsvolle Spezialisten. Nur für wenige Wochen im Jahr erscheinen sie, um im Boden, aber auch in Schraubenlöchern, Bambusröhren oder anderen, waagerechten Gängen zu nisten. Dabei deponieren sie Pollen und jeweils ein Ei in einen mit Lehm abgetrennten Gangabschnitt. Die Larven entwickeln sich selbstständig und schlüpfen dann im Folgejahr aus dem verschlossenen Gang. Da manche dieser Bienenarten nur bestimmte Pflanzenarten anfliegen, sind viele der Spezialisten sehr selten geworden. In Berlin sind 317 Arten dieser – übrigens nicht-stechfreudigen – Bienen nachgewiesen und damit rund 55 Prozent der in Deutschland bekannten Arten.

20130130 111427Eine Wildbienen-Nistwand wartet auf tierische Bewohner. Foto: mvo

Da Berlin um rund drei Grad wärmer ist als das Umland und ein ganzjähriges Nahrungsangebot auf den städtischen Bahnbrachen lockt, sind manche Arten tatsächlich nur hier noch zu finden. Diese Bienen lassen sich selbst auf hohe Balkone locken, wenn man ihnen geeignete Quartiere (sonnig und regengeschützt) anbietet. Dazu werden Laubholzabschnitte mit einem scharfen Bohrer angebohrt. Zwischen drei bis sieben Millimeter weit und etwa zehn Mal so tief sollten die Bohrlöcher sein. Die Bohrungen müssen hinten geschlossen bleiben und werden gründlich ausgeklopft und entgratet. Dabei ähneln Bohrungen auf der Rindenseite eher den natürlichen Nistgegebenheiten als die oft angebotenen Baumscheiben mit den Löchern auf der Stirnseite. Noch einfacher sind Nisthilfen, die aus Reet (als Balkonwindschutz erhältlich) gefertigt werden. Die Stängel werden quer mit einer Gartenschere geschnitten und der Mattenstreifen anschließend aufgerollt. In eine saubere Konservendose gesteckt, die dann mit dem Boden an der Wand befestigt wird, bieten sie sehr viele Nistquartiere. Alle diese Nisthilfen sollten an der Wand befestigt sein und nicht frei hängend angeboten werden. Die Besiedlung der Nisthilfen zeigt sich spätestens an den Verschlüssen der Niströhren zwischen April und September – dann sollten die Nisthilfen auf jeden Fall auch im Winter draußen bleiben, damit die Bienen wirklich erst im nächsten Jahr schlüpfen. mvo

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