Hochexplosive Überraschung

Die Bombe auf der Baustelle an der Ulmenstraße wurde erfolgreich entschärft. Die Bombe auf der Baustelle an der Ulmenstraße wurde erfolgreich entschärft. Foto: Astrid Greif

Hermsdorf – Wenn man tiefer gräbt, stößt man – sprichwörtlich jedenfalls – oft auf Granit. Auf der Baustelle in der Ulmenstraße am ehemaligen Güterbahnhofsgelände, wo derzeit die „Hermsdorfer Beletage“ mit 112 Wohnungen in insgesamt sechs Gebäuden gebaut werden (die RAZ berichtete), war der Fund jedoch explosiver Natur: Es wurde eine 250-Kilo-Weltkriegsbombe am 7. November entdeckt. Sie wurde einen Tag später von Beamten des Landeskriminalamtes vor Ort entschärft und dann mittags vom Räumdienst abtransportiert.

Im Norden Berlins sind im Zweiten Weltkrieg viele Bomben abgeworfen worden. Die meisten rammten sich im Gebiet der Bahnhöfe und der Gleisflächen in den Märkischen Sand. Mit einem Zeitzünder ausgestattet, sollten die Bomben erst einige Stunden nach ihrem Abwurf explodieren. Doch viele taten es nicht. Jetzt – 70 Jahre später – ist es nur eine Frage der Zeit, wann sie hochgehen. Die Flächen der Deutschen Bahn AG (DB) sind besonders betroffen und mit mehr als 1.500 Bombentrichtern pro Quadratkilometer in die höchste Gefährdungsklasse eingestuft worden. Und so ist es nicht verwunderlich, auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs ein solch hochgefährliches Relikt aus dem vergangenen Jahrtausend bei Bauarbeiten zu finden.

Es ist 9 Uhr am Morgen des 8. November. Lautsprecherwagen fahren durch den Kiez, und die Polizisten bitten die Hermsdorfer mit Durchsagen, ihre Häuser nun zu verlassen. Und so verlassen nach und nach rund 2.000 Menschen das Sperrgebiet rund um den Fundort, das im Umkreis von etwa 350 Metern eingerichtet wurde.

Um 9.59 Uhr twittert die Polizei: „Der Bereich rund um die Weltkriegsbombe ist nun zu etwa 80 Prozent evakuiert.“ Rund 30 überwiegend ältere Bewohner haben sich in der Seniorenfreizeitstätte an der Berliner Straße eingefunden, die das Bezirksamt als Notunterkunft eingerichtet hat.

Bei der S-Bahnlinie 1 fahren zuerst einzelne Züge am Bahnhof Hermsdorf ohne Halt durch, bevor die Linie zeitweilig komplett unterbrochen wird. Auch die Bundesstraße 96 wird gesperrt. So kommt es für einige Zeit zu kilometerlangen Staus auf dem Hermsdorfer Damm.

Mit der Entschärfung geht alles glatt, die Spezialisten haben gegen 11.30 Uhr beide Zünder der Weltkriegsbombe entschärft. Im Anschluss wird sie kontrolliert gesprengt.

Diese Bombe ist entschärft, Anwohner befürchten aber weitere Bomben im Bausand. Ein Nachbar in der Ulmenstraße reagiert: „Da hier im Vorfeld offensichtlich Fehler gemacht wurden, die eine Gefahr für Leib und Leben der Anwohner und der auf der Baustelle Beschäftigten darstellen, beantrage ich mit besonderer Dringlichkeit und sofortiger Wirkung die Verhängung eines Baustopps, bis durch geeignete Maßnahmen sichergestellt ist, dass sich auf dem Gelände nicht noch weitere Bomben befinden.“ Doch die Bauarbeiten sind bereits wieder in vollem Gange. fle

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