Französischer Genuss ganz nah

Das Restaurant gehört zum Gebäudeensemble des Centre Français de Berlin. Das Restaurant gehört zum Gebäudeensemble des Centre Français de Berlin. Foto: ks

Bezirk/Mitte – Viele Reinickendorfer kennen das Centre Français de Berlin (CFB) in der Weddinger Müllerstraße. Die Institution geht auf die Zeit zurück, als die beiden Bezirke französischer Sektor waren. Unzählige Veranstaltungen haben hier in den vergangenen Jahrzehnten im Zeichen der deutsch-französischen Verständigung stattgefunden. Und heute noch ist es ein beliebter Treffpunkt für die Nordberliner: Es gibt Kino, Theater, Konzerte, Ausstellungen und Seminare, auch ein Hotel. Jeder, der will, kann unter einer Miniatur des Pariser Eifelturmes Boule spielen.

Auch jeder, der die französische Lebensart ein wenig kennt, weiß, dass diese eine enge Beziehung zu Kulinarischem hat. Savoir vivre (wissen zu leben) und insbesondere genussvoll speisen besitzen im Land der Sterneköche einen hohen Stellenwert. So ist es nur konsequent, dass in der Müllerstraße 74, eine Ecke von der Reinickendorfer Bezirksgrenze entfernt, ein Restaurant Spezialitäten aus der französischen Küche offeriert. Es nennt sich kurz, aber prägnant Gourmanderie, was übersetzt soviel wie Ort der Schlemmerei bedeutet.

Die Gaststätte ist seit Anfang 2017 neu bewirtschaftet. Grit und Claude Trendel heißt das Betreiberehepaar, das zuvor 20 Jahre lang das Le Piaf in der Charlottenburger Schloßstraße führte. Chefkoch Claude ist vom Fach, stammt ursprünglich aus dem Elsass. Im Jahr 1990 kommt er zur Ableistung seines Militärdienstes nach Berlin, ist im militärischen Bereich des Flughafens Tegel, in der Cité Guynemer, stationiert. Er verliebt sich kurz nach dem Mauerfall in die spannende Stadt, wenig später auch in seine Frau. Jetzt ist er mit Leib und Seele der Maître, bereitet alle Speisen mit großer Leidenschaft zu. Ehefrau Grit führt die Geschäfte.

P1070794Grit und Claude Trendel lieben und leben französische Küche. Foto: ks

Die Küche ist konsequenterweise typisch französisch. Entrecôte mit Pfeffer, Merguez, scharfe Lammwürste, oder Weinbergschnecken seien als Beispiele genannt. Ein besonderes Highlight sind die kreolischen Blutwürste auf Linsen, wie man sie in den französischen Überseegebieten gerne isst. Große Nachfrage erzielt ebenso die hausconfierte Barbarie-Entenkeule mit Steinpilzsoße, sie ist nicht nur im Winter, sondern das ganze Jahr über im Angebot. Für den kleinen Hunger empfehlen sich Flammkuchen, Käseplatte oder Salate, etwa mit gebackenem Ziegenkäse. Demnächst kommen Austern, frisch importiert, auf den Tisch. Authentische Vorspeisen und Desserts dürfen nicht fehlen.

Die Speisekarte ist bewusst übersichtlich gestaltet, Qualität statt Quantität lautet das Motto. „Die Nummer 85 gibt es bei uns nicht“, meint die Chefin des Hauses scherzhaft, aber doch mit realem Hintergrund. Besonderer Fokus wird auf die Menüs gelegt. Sie wechseln monatlich, haben immer ein anderes, zumeist regionales Thema. Die umfangreiche Weinkarte mit 20 offenen und über 100 Flaschenweinen bietet geeignete Begleitung. Gerade, im November, ist der Beaujolais Nouveau angekommen. Kultur und Kulinarisches verbindet sich zudem beim „cinéma culinaire“. Passend zu den Filmen im angrenzenden Kino wird gekocht. An jedem dritten Mittwoch und Donnerstag heißt es Cous Cous Royal, eine Spezialität, die ursprünglich aus Nordafrika stammt.

Der in der Regel bis zu 60 Plätze fassende Gastraum vermittelt Behaglichkeit, klassisch weiß eingedeckte Tische, gedämpftes Licht und Kerzenleuchter sorgen in den Abendstunden für stilvolles Ambiente. Im Sommer wartet eine große Terrasse auf die Gäste. Regelmäßig finden Events statt, beispielsweise Jazz- oder Chansonabende. So wird am 25. Januar die Sängerin Cécile Rose die Speisen musikalisch untermalen. Wer mehr von der französischen Küche kennenlernen will, kann sogar Kochkurse buchen. Weitere Infos und Öffnungszeiten finden sich auf der hauseigenen Internetpräsenz. ks

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