Unterrichtsausfall an Schulen

„Stillarbeit“ an der Schule sollte kein Ersatz für qualifizierten Unterricht sein.        „Stillarbeit“ an der Schule sollte kein Ersatz für qualifizierten Unterricht sein. Foto: mvo

Bezirk – Unterrichtsausfall ist ein Ärgernis – zumindest für Eltern und Bildungsexperten. Während aus Elternsicht gefühlt fast täglich Stundenausfall und Vertretungsunterricht auf dem Stundenplan stehen, ist die Darstellung der offiziellen Statistik der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie weniger spektakulär: Seit dem Schuljahr 2010/11 werden alljährlich zwischen 10,5 bis 11 Prozent der Schulstunden nicht in geplanter Form abgehalten. Davon fallen etwa zwei Prozent ersatzlos aus, während knapp neun Prozent durch Vertretungsunterricht gestaltet werden.

Harald Muschner von der Reinickendorfer CDU-Fraktion beklagte während der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im November, dass inzwischen „Herr und Frau Arbeitsblatt“ als Ersatzlehrer herhalten müssten, die im Rahmen der „Eigenarbeit“ Schulstunden füllen würden, so dass dann solche Stunden nicht einmal Eingang in die offizielle Ausfallstatistik fänden. Im Bezirk seien die Grundschulen nach aktuellen Zahlen nur mit einer Personaldecke von 97,2 Prozent ausgestattet. Damit sei der Unterrichtsausfall vorprogrammiert.

Daher wurde von der CDU-Fraktion ein Antrag an die BVV formuliert, dass sich der Bezirk bei der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie für zusätzlich zu den bestehenden Lehrkräften in allen Schulen vorzuhaltende „Springer-Lehrkräfte“ einsetzen solle. Diese könnten dann den kurzfristig anfallenden Vertretungsbedarf abdecken.

Der Antragstext wurde von vielen Fraktionen der BVV als unpräzise und wenig zielführend kritisiert, denn es seien weder fachlich kompetente „Springer“ gefordert worden noch sei die längerfristig sinnvollere Aufstockung der schuleigenen Personalkosten-Budgetierung gefordert worden. Zudem sei die räumliche und zeitliche Verteilung der Einsatzzeiten der Springer kaum zu leisten und die Herkunft geeigneter Ersatzkräfte fraglich. Von den 2017 neu eingestellten Berliner Lehrkräften sind rund 46 Prozent als Quereinsteiger keine ausgebildeten Pädagogen. Reinickendorf hat seine regulären Stellenbesetzungen nur zu knapp 40 Prozent mit examinierten Lehrkräften vornehmen können.

Der SPD-Bezirksverordnete Stefan Valentin bezeichnet den Antrag daher als „Schaufenster-Antrag“, der keine zweckmäßige Lösung für das Problem des Stundenausfalls böte. Dennoch wurde der Antrag mit den Stimmen der CDU- und AfD-Fraktionen beschlossen. mvo

Letzte Änderung am Dienstag, 16 Januar 2018 13:53
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