Risikoreicher Schulweg

Der Radweg vor der Otfried-Preußler-Grundschule dient als Parkplatz Der Radweg vor der Otfried-Preußler-Grundschule dient als Parkplatz Foto: Udo Krüger

Bezirk – Im letzten Jahr haben laut Unfallkasse Berlin rund 2.560 Schüler auf dem Schulweg einen Unfall erlitten. Das sind im Schnitt 13 Schüler pro Schultag. In Berlin haben Erstklässler zum Schulstart ein blaues Verkehrsheft der Unfallkasse Berlin erhalten. Auf dem Cover hält ein Playmobilmännchen unterm dem Slogan „Schule startet! Verkehr wartet!“ warnend eine Kelle hoch. Das ist ein Appell, die verkehrsbezogene Realität sieht anders aus: Die meisten Grundschulen liegen in Tempo- 30-Zonen.

Kaum jemand hält sich daran. Eltern sind da keine Ausnahme, sie sind Teil des Problems. Die Unfallkasse Berlin betont in ihrer Broschüre „Zu Fuß zur Schule und die Kita“, dass Elterntaxis das Unfallrisiko lediglich auf die Zeiten verschieben, in denen die Kinder dann doch als Fußgänger am Straßenverkehr teilnehmen.

Ein sicheres und bewusstes Verkehrsverhalten werde dagegen trainiert, wenn Kinder und Eltern gemeinsam den Weg zur Schule gehen. So hat auch die Schulleitung der Otfried-Preußler- Schule in Heiligensee bei der letzten Einschulung die Eltern dringend gebeten, die Kinder nicht mit dem Auto vor der Schule abzusetzen, sondern alleine gehen zu lassen. Was ist aber, wenn allein schon die Verkehrsführung – wie an der Schulzendorfer Straße in Heiligensee – Schulkinder vor Hürden stellt. Sollen Kinder dann eigenverantwortlich den Schulweg meistern? „Dies ist meiner Meinung nach durch die unübersichtliche Verkehrsführung und Beschilderung der Schulzendorfer Straße im Bereich von der einmündenden Straße „Am Dachsbau“ bis zur Einmündung Fürstenauer Straße nicht gefahrlos möglich und für Verkehrsanfänger schon gar nicht erkennbar. Das einzige vorhandene Verkehrsschild steht auf halber Strecke und verwirrt nur“, sagt Udo Krüger aus Heiligensee, der über die dortige Situation verärgert ist. „Der einmal hier vorhandene durchgehende Radweg ist desolat und wird als Parkplatz zweckentfremdet. Wie konnte es soweit kommen? Warum wurde dies, ausgerechnet auch noch vor einer Grundschule, zugelassen?“

Mehr bauliche oder verkehrliche Maßnahmen sorgen für mehr Sicherheit. Bedauerlich, wenn bewährte Maßnahmen wegfallen: In Frohnau hat sich seit Jahren das Schülerlotsenprojekt der Victor-Gollancz-Schule an der Kreuzung Schönfließer Straße/ Gollanczstraße bewährt. Vorerst ist Schluss damit. Der für den Bezirk abgestellte Polizist, der die Ausbildung der Schülerlotsen geleitet hat, ist langfristig erkrankt. „Das ist schade,“ bedauert Dunja Köhler, Lehrerin und Schülerlotsenprojektleiterin der Gollancz-Schule, die Situation. „Zwar ist uns in Aussicht gestellt worden, dass ein Kollege des erkrankten Polizisten die Ausbildung unserer Schüler übernimmt. Aber jetzt ad hoc mitten im laufenden Schuljahr freiwillige Schüler zu finden, ist schwierig.“

Die engagierte Lehrerin, setzt sich aber weiterhin dafür ein, dass das Projekt aber auch in diesem Schuljahr wieder zustande kommt. „Das würde für den Morgen natürlich für mehr Sicherheit sorgen. Die Kreuzung bleibt aber den ganzen Tag über gefährlich.“ Die Schönfließer Straße in Richtung Neubrücker Straße – und umgekehrt – ist Zubringerstraße für gleich drei Grundschulen: Victor-Gollancz-, Reneé-Sintenis- und Evangelische Schule. Die Strecke wird mitunter zur Rennpiste fürs Elterntaxi. Für Kinder, die aus der Wohnsiedlung am Poloplatz kommen und die Schönfließer Straße passieren müssen, ist das gefährlich. Die Elternvertreter von der Gollancz-Schule haben sich schon vor Monaten an die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr und an das Bezirksamt gewandt und die prekäre Verkehrssituation an dem Übergang beklagt und sich für einen Zebrastreifen an der Kreuzung stark gemacht. Bislang ohne Erfolg. Es wäre schön, wenn er überflüssig wäre, denn mit einem verantwortungsvollen Fahrstil können letzlich alle Eltern dafür sorgen, dass alle Kinder sicher zur Schule kommen. ajö

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Der Nikolaus kommt in die Residenzstraße

Reinickendorf – Bereits zum zweiten Mal besucht der Nikolaus die Residenzstraße. Am 6. Dezember wird er sich von 17.30 bis 18.30 Uhr in der Resi-Passage, Residenzstraße 4, Zeit für Kinder nehmen und Süßigkeiten an Reinickendorferinnen und Reinickendorfer verteilen. Außerdem wird er den Kindern die Geschichte seiner Herkunft erzählen. Denn die Figur des Nikolaus basiert auf dem Bischof Nikolaus von Myra, der in der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts wirkte. Außerdem sorgt der Bläserchor der evangelischen Kirchengemeinde Lübars-Waidmannslust für musikalische Unterhaltung.

Bezirksamt Reinickendorf sucht Auszubildende

Bezirk – Der Fachbereich Vermessung im Bezirksamt stellt zum 1. September 2018 Azubis ein, die sich zum Vermessungstechniker ausbilden lassen möchten. Wer mindestens über den mittleren Schulabschluss und befriedigende Noten in den Fächern Mathematik und Deutsch verfügt, kann sich bis zum 31. Januar 2018 bewerben. Weitere Informationen gibt es unter www.berlin.de/ba-reinickendorf/aktuelles/stellenmarkt/ausbildung oder unter Tel. (030) 902 94 31 25.

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